Diskussion um Denkmal

Heilig-Kreuz-Kapelle: Park könnte Gebäude aufwerten

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Das Außengelände der Kapelle dürfte bald um einiges einladender aussehen.

Haldem - Von Katharina Schmidt. An der Heilig-Kreuz-Kapelle in Haldem könnte bald ein kleiner Park mit Obstbäumen, einer Blumenwiese und Bänken zum Verweilen einladen. So sieht es zumindest ein Entwurf von Thorsten Grabow vor. Der Oppenweher Landschafts- und Gartenbau-Meister präsentierte seine Ideen am Donnerstag bei einem Infoabend des Arbeitskreises „Schemme“ der Dorfgemeinschaft.

Die Zukunft des Außengeländes der Heilig-Kreuz-Kapelle bewegt viele Haldemer – das bewies die hohe Zahl der Besucher im Gemeindezentrum HAI. Karl-Heinrich Depenbrock, Eigentümer des Geländes, auf dem früher die Diskothek „Schemme“ stand, sei es sehr wichtig, dass ihre Meinung bei der Planung berücksichtigt wird, betonte Michael Hemann. Das Ratsmitglied moderierte den Abend.

Thorsten Grabow (oberes Bild) stellte einen Entwurf für die Gestaltung des Geländes vor, Michael Hemann erläuterte die Finanzen.

Thorsten Grabow hatte den Entwurf für die Gestaltung des Grundstücks ehrenamtlich erstellt. Seine Skizze sieht vor, das Gelände in drei Bereiche zu gliedern – jeweils einen für Begegnungen, Stille und Frieden. Den Platz der Begegnung prägen auf dem Entwurf eine Wiese mit Wildblumen, Obstbäume und Sitzgruppen. Das Areal ist auf dem „Schemme“-Gelände eingezeichnet. Grabows Vorstellungen zufolge würde sich eine solche grüne und pflegeleichte Anlage gut ergänzen mit dem Spielplatz auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Auf dem Kirchvorplatz sieht Grabow einen Platz der Stille mit einem durch eine Hecke geschützten Rondell aus Natursteinplatten vor. Das Plätschern eines Wasserspiels soll das Rauschen der Straße übertönen. Die Idee: ein Platz, an dem Trauernde Ruhe finden.

Das Außengelände der Kapelle dürfte bald um einiges einladender aussehen.

Grabow ließ keine Zweifel daran, dass das Denkmal zu Ehren der Kriegsopfer erhalten bleiben müsse. Die Frage sei, ob das auch für den „Klotz“ gelte, an dem die Namenstafeln angebracht sind. Er bevorzugt einen Platz des Friedens, links von der Zufahrt zur Kapelle, auf dem die Platten neu angeordnet werden. Die Pläne Grabows umzusetzen, kostet laut Michael Hemann, großzügig gerechnet, 100. 000 Euro. Die Kosten würden durch Depenbrock, weitere Spenden und die Gemeinde Stemwede gedeckt.

Die Verantwortlichen des Arbeitskreises betonten, dass noch nichts in Stein gemeißelt sei. Ein Alternativ-Vorschlag einer Bewohnerin war, ein Dorfmittelpunkt statt eines Parks zu errichten. Andere wünschten sich ein Labyrinth oder Lebensbäume. Die meisten fanden den Entwurf Grabows jedoch gut.

Ein Punkt spaltete allerdings die Meinungen: das Kriegerdenkmal. Es störe den Blick auf die Kapelle, erklärte Helga Steckel vom Arbeitskreis „Schemme“ die Idee, die Platten mit den Namen der Gefallenen an anderer Stelle anzubringen. Nicht alle Anwesenden hatten Verständnis dafür. „Ein Denkmal, das sind nicht nur die Platten“, sagte ein Haldemer. Nur sie zu erhalten, würde es zerstören. Seitens derer, die den Erhalt des Denkmals fordern, hieß es außerdem, dass das Bauwerk die damalige Zeit charakterisiere.

Andere entgegneten, dass die Zeit im Wandel sei. Außerdem sei das Denkmal schon einmal umgebaut worden. Viel Anklang fanden Worte von Gerhard Gräber: „Ich glaube, dass die jungen Menschen, die gefallen sind, es verdienen, dass wir ihnen ein neues Denkmal stellen.“ Auch Thomas Ramm von der Stiftung Heilpädagogisches Kinderhaus in Stemwede befürwortet ein neu gestaltetes Ehrenmal. Ein solches könnte junge Menschen anregen, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen.

Ein Haldemer schlug vor, eine zusätzliche, leere Namenstafel anzuschaffen. Auch aktuell kämpfen Menschen im Krieg, erinnerte er. Viele befürworteten diese Idee. Ein weitere Besucher ergänzte, dass eine solche – hoffentlich leer bleibende – Platte zudem daran erinnere, wie lange die Menschen in Haldem bereits in Frieden leben.

Nach den Sommerferien, voraussichtlich am 25. August, wollen Dorfgemeinschaft und Bürger erneut über die Gestaltung des Außengeländes beraten.

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