Ortstermin in Gesamtschule Bad Sassendorf / Verein muss Antrag nachbessern

INI hinterlässt bei Besuchern guten Eindruck

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Der Träger INI will in Stemwede eine Gesamtschule errichten. Über dessen Qualitäten haben sich am Mittwoch einige Stemweder bei der Gesamtschule in Bad Sassendorf informiert.

Stemwede - Von der Idee einer Gesamtschule in Stemwede war Ulrich Kettler ohnehin überzeugt. Nach einem Besuch der Gesamtschule des privaten Trägers INI in Bad Sassendorf hat sich bei dem Leverner auch die Überzeugung gefestigt, dass die INI der richtige Partner für Stemwede ist. Der Mitbegründer einer Elterninitiative pro Gesamtschule hatte am Mittwochvormittag gemeinsam mit weiteren Ratsmitgliedern an einer von der Stemweder Verwaltung organisierten Fahrt teilgenommen.

Alle Beteiligten hätten in Bad Sassendorf einen positiven Eindruck von der Zusammenarbeit zwischen Kommune und INI gewonnen, bestätigt Kettler eine ähnliche Aussage des FWG-Fraktionsvorsitzenden Jürgen Lückermann in der Ratssitzung am Mittwochabend (wir berichteten).

Allerdings waren die Besucher ihrem Gastgeber auch wohlgesonnen. Schließlich hat der Rat bereits mit großer Mehrheit beschlossen, die Gesamtschulpläne gemeinsam mit der INI weiterzuverfolgen. Etwas kritischer stehen die Schulpflegschaft und die Lehrer der Stemweder Sekundarschule den Plänen gegenüber. Sie waren aber nicht bei dem Ausflug dabei. „Wir sind gar nicht eingeladen worden“, sagten Schulleiterin Heike Hachmann und Schulpflegschaftsvorsitzender Holger Heidmeyer gestern auf Nachfrage. Schulamtsleiter Jörg Bartel war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Kettler berichtete, in Bad Sassendorf hätten der dortige Bürgermeister, Amtsleiter, Schülervertreter und Lehrer ihren Gästen Rede und Antwort gestanden, alles sei sehr offen dargestellt worden. „Da ist keine Show abgezogen worden.“ Wichtig sei für ihn und seine Mitstreiter, dass die INI ein Partner ist, auf den man sich verlassen könne, und diesen Eindruck habe er bei dem Besuch gewonnen.

Ein Punkt, der in der Diskussion in Stemwede bei einigen Beteiligten Bedenken hervorrief, ist die geringe Zahl von Leistungskursen in der Oberstufe. In Bad Sassendorf bietet die INI vier Leistungskurse an, in Stemwede wird die Auswahl – zumindest am Anfang – nicht größer sein. Laut Kettler ist das kein Problem. So habe ein Schüler berichtet, dass er sich ganz bewusst für die dortige Gesamtschule entschieden habe, weil er die kleinen Klassen und die entsprechend individuellere Betreuung der Lehrer schätze. Auch der Übergang von der Grundschule zur Gesamtschule, Praktika und Kooperationen mit Firmen wurden laut Kettler thematisiert.

Persönlich sehr angetan war er von Volker Esch-Ahlsen, der bis vor kurzem die Gesamtschule in Bad Sassendorf leitete und nach der Gründung die Leitung der Stemweder Gesamtschule übernehmen soll. „Er hat bei der ein oder anderen Veranstaltung in Stemwede nicht den besten Eindruck hinterlassen“, findet Kettler. Esch-Ahlsen habe auf ihn wie ein unnahbarer Lehrer alter Schule gewirkt. Dieser Eindruck habe sich in Bad Sassendorf aber nicht bestätigt.

Unterdessen gerät die INI im Genehmigungsverfahren etwas unter Zeitdruck, wenn sie ihre Gesamtschule, wie geplant, schon zum Schuljahr 2016/17 starten will. Im September hatte sie ihren Antrag zur Schulgründung der Bezirksregierung Detmold übergeben, nun muss sie allerdings nacharbeiten. „Der Antrag ist in der vorliegenden Form nicht genehmigungsfähig“, erklärte die Behörde gestern auf Nachfrage. Sie habe die INI aufgefordert, weitere Unterlagen einzureichen. In einem so frühen Stadium eines Antragsverfahrens komme es aber regelmäßig vor, dass Unterlagen ergänzt werden müssten.

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