Ortsteilgespräch-Premiere: Bürgermeister wünscht „Entwicklung nach vorn“

Haldemer Ideen sind gefragt

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Obwohl die Sanierung der Heilig-Kreuz-Kapelle noch nicht abgeschlossen ist, werden dort schon wieder Beerdigungen abgehalten.

Haldem - Es ging nicht darum, konkrete Ergebnisse zu erreichen oder endgültige Entscheidungen zu treffen. Vielmehr sollte das erste Ortsteilgespräch mit Bürgermeister Kai Abruszat am Dienstagabend Gelegenheit zum Austausch bieten. Die rund 60 Bürger und Ratsmitglieder diskutierten im Gasthaus Rosengarten unter anderem über die Sanierung und Gestaltung der Heilig-Kreuz-Kapelle.

„Der Bürgermeister darf sich nicht hinter seinem Schreibtisch verschanzen, sondern muss für alle ansprechbar sein“, begründete Abruszat seine Entscheidung für die Ortsteilgespräche. Alle 13 Ortschaften der Flächengemeinde will er in diesem Jahr besuchen und spezifische Themen mit den Bürgern besprechen.

Zu Beginn stellte Abruszat heraus, dass Haldem gut da stehe. Haldem gilt als viertgrößte Ortschaft Stemwedes. Bis November hatte es mehr Zuzüge als Abwanderungen gegeben und die Infrastruktur mit der Grundschule mit der größten Schülerstärke sowie dem Kindergarten könne sich sehen lassen. „Der ländliche Raum hat noch Zukunft.“

Um Haldem zu optimieren, soll laut Abruszat mit der Sanierung der Heilig-Kreuz-Kapelle und deren Außenbereich ein attraktiver Punkt im Ortsbild geschaffen werden. Zum aktuellen Stand der Sanierungen stellte der Bürgermeister einige Zahlen vor: Mit den ursprünglichen Baukosten von 220000 Euro („diese enorme Finanzierung durch die Gemeinde ist nicht selbstverständlich“) werde man auskommen. „Bislang sind 212000 Euro verbraucht“, wusste Abruszat.

Was noch fehlt, sind neue Firstziegel am Anbau. Außerdem sind noch Arbeiten am Sockel sowie an der Drainage erforderlich. Die Malerarbeiten sollen im Mai über die Bühne gehen. Auch wenn einige Feinarbeiten ausstehen, wird die Kapelle bereits wieder für Beerdigungen genutzt.

Im zweiten Schritt der Sanierung soll der Außenbereich um die Heilig-Kreuz-Kapelle gestaltet werden. Dazu sind die Haldemer gefragt. „Es gibt viele Freiwillige und Unternehmer, die sich einbringen können“, forderte Abruszat auf, Ideen zu entwickeln. Dass diese sich ausschließlich auf die Umgebung beziehen sollen, wurde bei einer Frage von Helga Steckel deutlich. Die Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Haldem-Arrenkamp und Mitglied des Bevollmächtigtenausschusses der Kirchengemeinde erinnerte daran, dass die Orgel saniert werden müsse. „Für das Inventar sind wir nicht zuständig“, erklärte der Bürgermeister, der zugab, dass die Sanierung von Kapelle und Umgebung in einem Schritt einfacher gewesen wäre. „Aber das wurde so beschlossen.“

Das Ehrenmal fehlt ebenfalls im Sanierungsplan. Da es nicht denkmalwürdig ist, seien mehrere Gestaltungen denkbar, erklärte Abruszat. Denn einige stören sich am Mahnmal, da es „den Blick auf die Kapelle behindert“, so Steckel. Mit dem heimischen Unternehmer Depenbrock, der das ehemalige Schemme-Gelände direkt neben der Kapelle gekauft hat, will die Verwaltung sprechen, um eine Lösung für die Nutzung auszuloten

Für konkrete Gestaltungsideen sollen sich nun Akteure aus Haldem finden und ihre Vorschläge der Verwaltung unterbreiten. „Sie haben bessere Chancen auf eine Umsetzung, wenn Sie im Dialog mit uns arbeiten“, unterstrich Abruszat. Er erinnerte zudem an die „schwierigen finanziellen Zeiten“, merkte aber zugleich an, dass die Gemeinde noch handlungsfähig sei.

Dass nun die Bürger gefragt sind, stieß Martin Boguschewski sauer auf. „Bislang sollten wir uns raushalten. Ich fühle mich in den Rücken gestoßen“, machte er seinem Ärger Luft. „Was bisher galt, sollten wir vergessen und eine Entwicklung nach vorn anstreben“, versuchte Abruszat, die Wogen zu glätten.

Auch für den Gemeindeentwicklungsplan sei er auf die Unterstützung der Stemweder angewiesen, so der Verwaltungschef. „Ich will nicht über Sie verfügen, sondern gemeinsam mit Ihnen den Sozialraum gestalten“, erklärte er. „Jeder Ortsteil ist seines Glückes Schmied“, sagte Abruszat abschließend.

abo

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