Fest der Begegnung zeigt kulinarische und kulturelle Vielfalt der Flächengemeinde

Orientalische Leckereien erleichtern das Kennenlernen

Silke Kaes aus Haldem (l.) freute sich, die vielen Leckereien aus fernen Ländern kosten zu dürfen. Die Albanerin Jetta Brati (14 Jahre) spricht inzwischen sehr gut Deutsch und verriet beim Fest am Life House so manch heimisches Rezept. - Foto: Mühlke

Wehdem - Dass Stemwede eine bunte Gemeinde mit Menschen aus vielen verschiedenen Kulturen und mit unterschiedlichen Nationalitäten ist, davon überzeugten sich Besucher am Sonntag beim zweiten internationalen Fest „Eine Gemeinde – viele Kulturen“. Im und rund um das Wehdemer Life House präsentierten Flüchtlinge aus der ganzen Welt, die nun in Stemwede ein Zuhause gefunden haben, das Leben ihrer Heimat eindrucksvoll und bunt.

Das Trio aus Waltraud Holtkamp, Dariusch Bar und Andrea Herrmann, Ansprechpartner der Flüchtlingshilfe in der Gemeinde Stemwede, hatten den Verein für Jugend, Freizeit und Kultur (JFK) in Stemwede sowie den Arbeitskreis Asyl mit ins Boot geholt und gemeinsam das fröhliche Fest der Kulturen auf die Beine gestellt. „Unser Ziel ist es, die vielen verschiedenen Kulturen einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen“, erklärte Holtkamp das Konzept. Unter vielen der Flüchtlinge hätten sich inzwischen freundschaftliche Bande entwickelt – auch länderübergreifend, sagte die engagierte Helferin. Auch viele Stemweder Bürger hätten bereits Kontakt zu den „Neubürgern“ aufgenommen.

Menschen aus dem Irak, Syrien, Eritrea, Afghanistan, Algerien, Marokko, Nigeria, Ghana sowie vielen weiteren Ländern haben in Stemwede eine neue Heimat gefunden. Dazu gehört auch die Integration in die hiesige Gesellschaft und dabei sind die Flüchtlingshelfer behilflich. „Solch ein Fest der Begegnung gehört unbedingt dazu“, meinte Holtkamp. Für die Flüchtlinge sei das Land, in dem sie nun wohnen, fremd. Fast alle seien mit einer unbekannten Sprache und Kultur konfrontiert. „Sie sind unsere Gäste – vielleicht nur von kurzer Dauer oder auch auf lange Zeit“, sagte Holtkamp. Darum ist ihr zufolge das gegenseitige Kennenlernen sehr wichtig.

Das Fest im zurückliegenden Jahr war bereits sehr gut angenommen worden und alle Besucher und Mitwirkenden hatten sich wohl gefühlt. Daher gab es eine Wiederholung, die eine ebenso positive Resonanz erfuhr. Auch diesmal zog ein feiner Duft orientalischer Gewürze und internationaler Gerichte über das Gelände am Schulzentrum. In ihren Wohnungen hatten die Familien der Asylbewerber gekocht und die Spezialitäten mit zum Fest gebracht. Die Besucher wurden mit ungewöhnlichen Gaumenfreuden empfangen: Verschiedenen Reisgerichte, Fettbrötchen, Kartoffelsalat mit Oliven und getrockneten Tomaten, frittierter Blumenkohl, Spinatauflauf und so manch süße Leckerei waren gegen eine kleine Spende zu bekommen. Die Gruppe „Helfen und helfen lassen“ rundete das kulinarische Angebot der Veranstaltung mit frisch gebackenen Waffeln ab.

Neben den langen Tischen tanzten immer wieder Flüchtlinge ausgelassen. „Wir haben die Musikanlage so vorbereitet, dass jeder Gast sein Smartphone einstöpseln kann“, erklärte Holtkamp die Idee der internationalen Disco, die trotz brütender Hitze gerne angenommen wurde. Nicht zu kurz kam beim Fest aber auch deutsches Liedgut. Gemeinsam mit dem Wehdemer Kirchenchor schmetterten die Gäste bekannte klassische Volkslieder.

Klar, dass bei diesem bunten Nachmittag der Begegnung auch die jüngsten Besucher nicht zu kurz kamen. Sie tobten sich am Spielmobil des JFK aus oder ließen ihrer Fantasie unter der Aufsicht der Betreuer vom Kinderhaus bei Malaktionen freien Lauf. Franz-Josef Lotte fertigte zudem aus Schrott neues Spielzeug für und mit dem Nachwuchs an. Der gelernte Maschinenschlosser aus Hilter beschäftigt sich in seinen Seminaren und Coachings mit der interkulturellen Kompetenz und arbeitet mit verschiedenen Akteuren des sozialen Bereichs zusammen.

An einer anderen Station waren nicht nur die jungen Besucher begeistert vom Bau der Musikinstrumente aus einfachen Haushaltsmaterialien. Franziska Bachhofer vom Projekt „Stemwede inklusiv“ und ihr Team bauten Trommeln, Rohrsaxophone und mehr. Und weil bunt geschminkt alles noch mal so viel Spaß macht, malte Annabel Reddehase den kleinen Gästen bunte Fantasiefiguren ins Gesicht. „Das ist so ganz, ganz schön“, freute sich die zehnjährige Irakerin Rauan und strahlte die Besucher mit einem knallroten Marienkäfergesicht an. 

hm

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