Puppenspielerin Maria Schupp mit Schweinezüchter-Handpuppe beim Landfrauenfrühstück / 45 Prozent haben noch bäuerlichen Hintergrund

Mit „Opa“ durch den Beziehungsalltag und den Morgen

Puppenspielerin Maria Schupp und „Opa“ sorgten dafür, dass sich die Landfrauen „sauwohl“ fühlten. - Fotos: Mühlke

Wehdem - Brötchen, Kaffee und Tee sowie das Puppenspiel von und mit Maria Schupp lockten Stemwedes Landfrauen am Sonnabend in die Wehdemer Gaststätte Stemweder Hof. Zum geselligen Landfrauenfrühstück mit Jahreshauptversammlung kamen 135 Frauen aus allen 13 Stemweder Ortschaften. Ein Mann durfte aber bei der Versammlung dabei sein: Bürgermeister Kai Abruszat war ebenfalls von den Landfrauen eingeladen worden.

Der Verwaltungschef zeigte sich beeindruckt: „Das ist auch für mich eine Premiere – mit 135 Frauen in einem Saal.“ Die Landfrauenvereinigung sei eine moderne Institution, die neue Impulse setze. Landfrauen würden stets ihr Wissen zur Alltags- und Lebensführung an Kinder, Jugendliche und Erwachsene weitergeben – eine Bereicherung für Stemwede, denn sie engagierten sich für mehr Lebensqualität, lobte Abruszat. Mit einem Zitat von Gina Lollobrigida verabschiedete sich der Bürgermeister von den Landfrauen: „Es ist leichter, einen Mann zu finden, als ihn wieder loszuwerden.“

Arrenkamps Landfrau Inge Uetrecht vom Kreisvorstand berichtete dann von der Arbeit der Landfrauen auf Kreisverbandsebene. „Von den heutigen Mitgliedern im Landfrauenverband sind nur noch 45 Prozent mit bäuerlichen Hintergrund im Verein engagiert“, machte sie deutlich. Der Landfrauenverband stehe für gerechte Lebensbedingungen auf dem Land und in der Stadt. Gleiche gesellschaftliche Teilhabe von Männern und Frauen nannte Uetrech als eines der Ziele der engagierten Mitglieder.

Gudrun Nobbe als Vorsitzende der Stemweder Landfrauen erinnerte in ihrem Rechenschaftsbericht an die Höhepunkte des zurückliegenden Jahres und stellte das umfangreiche Jahresprogramm vor. Start ist bereits am Sonntag, 10. April, mit dem Stemweder Gesundheitstag in der Wehdemer Begegnungsstätte. Diesen wollen die Landfrauen wieder mit selbstgebackenen Torten bereichern. Für Dienstag, 21. Juni, ist eine Tagesfahrt ins Weserbergland mit Besichtigung des Schlosses Corvey geplant.

Bürgermeister Kai Abruszat (r.) freute sich über die Einladung der Landfrauen (v.l.): Inge Uetrecht, Ingrid Becker, Stefanie Angelbeck, Anke Hesekamp, Sonja Högemeier, Helga Göker und Gudrun Nobbe.

Anschließend gehörte Puppenspielerin Maria Schupp aus Diepholz die Bühne. Unter das Motto „Wünsch dir was“ hatte sie das Spiel aus ihrem „Puppenschuppen“ gestellt. Eigentlich wollte sie über Beziehungskultur und das soziale Miteinander im Alltag referieren, doch ausgerechnet an diesem Vormittag hatte sie keine Betreuung für „Opa“, den betagten Schwiegervater aus ihrer Puppenkiste finden können, erklärte sie den Landfrauen. Darum hatte sie „Opa“, die liebenswürdig ausstaffierte Handpuppe mit großer Klappe und derbem Humor, mitgebracht.

Der ehemalige leidenschaftliche Schweinezüchter mit einer Schwäche für Sauen und gleichwohl für Frauen freute sich, dabei sein zu dürfen. „Ist das eine Veranstaltung für stressresistente Sauen?“ Das sei ein Treffen junger und älterer Frauen, die sich einbringen und das im Landfrauenverband vorbildlich fabrizierten, erklärte Schupp dem „Opa“. Aspekte um mangelnde Toleranz, Ansprüche an den Anderen im Alltag, Kränkungen, Streitlust und entsprechende Lösungen baute Schupp gekonnt in ihr launiges Puppenspiel ein.

„Besserwisser, Klugscheißer“ und manch andere verbale Entgleisungen suchten nach Entschuldigungen und Maria Schupp und ihr vermeintlicher Schwiegervater arbeiteten sich durch Beziehungsprobleme. Nebenbei erarbeiteten sie ein tolerantes Verständnis füreinander. Das Fazit des Theaterstücks war dann ein respektvoller Umgang miteinander: „Schwein gehabt, eben!“ Am Ende gab es viel Beifall von den Landfrauen, die sich „sauwohl“ gefühlt hatten. - hm

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