„Onkel Fisch“ beleuchtet den Lobbyismus

Bitterböser Humor voller Action

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Als nachtaktive Lobbyisten, die zur Familie der Raffzähne gehören, erklärten Adrian Engels (r.) und Markus Riedinger als „Onkel Fisch“, wie Lobbyismus funktioniert.

Wehdem - „Stemwede ist nicht gerade das Zentrum des Lobbyismus“, stellten Adrian Engels und Markus Riedinger am Sonnabend im Life House in Wehdem fest. Dort traten die beiden Kabarettisten als Duo „Onkel Fisch“ auf Einladung des Vereins für Jugend, Freizeit und Kultur (JFK) in Stemwede mit ihrem Programm „Neues aus der Lobbythek“ auf. „Nach drei Jahren sind sie zurück“, freute sich JFK-Mitglied Wilhelm Lindemann in seiner Begrüßung.

Während seines rund zweistündigen Gastspiels lieferte das Duo neben aktionsgeladenen Einlagen auch bitterböse Comedy, bei der sich die Männer mit aktuellen Themen des Weltgeschehens auseinander setzten: Neben dem „Langzeitthema VW-Skandal“ beleuchteten Riedinger und Engels in ihrem Polit-Kabarett auch die „Friedensschubser“. So bezeichneten sie die Panzer, auch als „Burka der Soldaten“ betitelt, und stellten wie mehrmals an diesem Abend fest: „Deutschland ist auf diesem Gebiet Weltmeister.“

„Onkel Fisch“ zeigte den mehr als 100 Gästen, die es sich im Life House bequem gemacht hatten, wie sich Lobbyisten die Welt zurechtbiegen. „Wir verkaufen keine Panzer und Waffen, sondern den Frieden“, erklärten sie das Prinzip der Rüstungsindustrie aus ihrer ganz persönlichen Sicht.

In ihrem Brennpunkt zu Steuerflüchtlingen machten die Kabarettisten darauf aufmerksam, unter welchen Bedingungen Steuerhinterzieher am „Kap der letzten Hoffnung“ in Champagner-Auffangbecken leben. Damit hatten sie wiederholt die Lacher auf ihrer Seite und ernteten begeisterten Applaus.

Ebenso gut kam der „Info-Tainment-Block“ zur Darstellung von Lobbyisten bei den Männern und Frauen an. Darin stellten Adrian Engels und Markus Riedinger im Format eines Heinz Sielmann Videos dar, wie „das komplexe Wesen“ sich verhält. „Lobbyisten gehören zur Familie der Raffzähne und packen sich stets ihren Beutel voll“, erklärten sie unter viel Körpereinsatz und lustigen Grimassen.

Der Auftritt von „Onkel Fisch“ gehörte laut Wilhelm Lindemann zu einem der letzten Veranstaltungen des JFK in diesem Jahr. Aber auch für das nächste Jahr gebe es vielversprechende Künstler, verriet Lindemann.

abo

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