Entscheidung über Gerätehausbau vertagt

ÖPP-Modell: Teurer, aber viele Vorteile

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Die Stemweder Fraktionen haben noch Beratungsbedarf, was den Bau der Feuerwehrgerätehäuser in Form eines ÖPP-Projekts angeht.

Stemwede - Die Gemeinde Stemwede möchte bekanntlich ihre 13 Feuerwehrstandorte auf acht reduzieren. Wie der in diesem Zusammenhang erforderliche Neubau von fünf Feuerwehrgerätehäusern am sinnvollsten zu stemmen ist, darüber berät derzeit die Politik. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, alle Häuser in einem Rutsch über eine Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP) zu realisieren. Markus Fischer und Jens Reichert von der Architekten- und Ingenieurgesellschaft Dr. Ing. Fischer Consult informierten in der gemeinsamen Sitzung von Betriebsausschuss und Haupt- und Finanzausschuss am Mittwochabend über das Ergebnis einer ersten Prüfung. Ihr Fazit: Aus wirtschaftlicher Sicht empfiehlt sich das ÖPP-Modell für das Stemweder Vorhaben.

Die Ausschussmitglieder waren allerdings noch nicht vollends überzeugt und meldeten weiteren Beratungsbedarf an. Eine Entscheidung soll nun in der Ratssitzung am 5. Oktober fallen. Skepsis lösten unter anderem die im Vergleich zu einem durch die Gemeinde Stemwede allein umgesetzten Projekt höheren Kosten – aus Sicht der Berater und der Verwaltung der einzige Nachteil einer ÖPP-Lösung, der durch die Vorteile aber aufgewogen wird.

Im ÖPP-Modell würde ein privater Partner zu einem vertraglich fixierten Preis Planung und Bau aller Gerätehäuser übernehmen, die Gemeinde müsste erst nach der mängelfreien Abnahme der Gebäude zahlen. Alle Risiken trägt der private Auftragnehmer.

Die Baukosten für die Gerätehäuser Wehdem-Westrup, Destel, Haldem-Arrenkamp, Levern-Sundern-Niedermehnen und Dielingen-Drohne beziffern die Berater in der ÖPP-Variante mit 6,47 Millionen Euro. Für eine Realisierung durch die Gemeinde veranschlagen sie 6,05 Millionen Euro. Über einen Tilgungszeitraum von 15 Jahren müsste die Gemeinde bei Inanspruchnahme der vom Land gezahlten Investitionspauschale jährlich rund 316 000 Euro zahlen.

Fünf Gerätehäuser nahezu parallel zu planen und zu bauen, sei für die Verwaltung eine Nummer zu groß, meinte Andreas Weingärtner (CDU). „Das können wir alleine nicht stemmen.“ Der parallele Bau wird von der Verwaltung favorisiert, weil so Synergien genutzt und durch ein größeres Auftragsvolumen günstigere Angebote der Baufirmen in Aussicht stehen. Das ÖPP-Modell sieht eine Planungsphase von etwa einem Jahr vor. Im Oktober 2017 könnte dann mit dem Bau begonnen und alle Standorte innerhalb von 17 Monaten fertiggestellt werden.

Wilhelm Riesmeier (SPD) bat um weitere Referenzen des Beratungsunternehmens, damit man sich bis zur Ratssitzung ein besseres Bild von seiner Leistungsfähigkeit machen könne. 

mer

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