Norbert Happ informiert über sinnvolles Jagdmanagement für Schwarzwild

Wildschweine auf dem Vormarsch

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Die Entwicklung der Wildschwein-Population und deren Jagd beschäftigten die Jäger des Kreises Minden-Lübbecke (v.l.): Ute Sorhage (2. Vorsitzende Kreisjägerschaft), Dr. Walter H. Jäcker (1. Vorsitzender Kreisjägerschaft), Angelika Piel, Referent Norbert Happ, Wilhelm Piel, Christina Preußendorff (Schriftführerin Kreisjägerschaft), Rüdiger Peter ( Kassierer Kreisjägerschaft) und Ernst Meyer (Ehrenvorsitzender Kreisjägerschaft).

Hollwede - Rund 70 Zuhörer folgten jetzt der Einladung der Lübbecker Hegeringe zum Vortrag des Schwarzwildexperten Norbert Happ. Der ehemalige Revierförster im Kottenforst-Ville bei Bonn referierte im Jägerheim in Hollwede.

Probleme mit Schwarzwild gehörten in vielen Regionen zur Tagesordnung, denn durch die im vergangenen Jahrzehnt veränderten Biotope, größere Parzellierung der landwirtschaftlichen Flächen und Erhöhung der Maisanbauflächen sei das Nahrungsangebot für die Wildschweine explodiert, informierte Happ. Des weiteren seien mit den zusätzlichen Rapsanbauflächen hervorragende Kinderstuben geschaffen worden. „Viele Waldflächen werden intensiver genutzt durch Ausholzungen, was einen dichten Waldunterbau nach sich zieht – dieses Rückzugsgebiet lieben Wildschweine.“

Die immer häufiger vorkommenden Vollmastjahre der Buchen und Eichen bieten den Tieren laut Jägerschaft auch im Winter einen reich gedeckten Tisch. Diese Faktoren führten zu einem Anstieg der Scharzwildbestände, welche einen jährlichen Zuwachs von 300 bis 400 Prozent erreichen könnten. „Der intensiven Bejagung werden durch Änderung des Jagdgesetzes den Jägern jedoch viele Jagdmöglichkeiten erschwert oder verboten“, beklagen die Jäger.

Um die Bestände wirksam und dauerhaft klein zu halten, komme es entscheidend auf die gezielte Bejagung von Frischlingen an, führte Norbert Happ anhand einiger anschaulicher Beispiele aus. Die Leitbache sei unbedingt zu verschonen, denn sie synchronisiere erwiesenermaßen die Rauschzeit (Paarungszeit) aller weiblichen Tiere einer Rotte. Fehle sie, so fehle der Rotte auch der Paarungs- Rhythmus und es könnten sich im Extremfall bereits Frischlinge vom Vorjahr mit einem Körpergewicht unter 40 Kilogramm jederzeit vermehren. Die Folge sei eine kaum kontrollierbare Bestandsexplosion. „Ziel sollte also der Abschuss der jeweils schwächsten Stücke sein. So lässt sich der Bestand am ehesten regulieren“, vertritt Happ.

Wildschweine haben ein relativ gutes Gedächtnis. Werden an der selben Stelle öfters Frischlinge erlegt, meiden führende Bachen diese Orte in Zukunft. Überlegte Jagdstrategien sind deshalb aus Sicht der Jäger das A und O der Schwarzwildbejagung. Im Namen der Lübbecker Hegeringe dankte Vorsitzende Ute Sorhage Happ für seinen interessanten Vortrag.

Wer Interesse an der Jagd oder einem Naturschutzlehrgang hat, dem bietet die Kreisjägerschaft Minden-Lübbecke den Jagdscheinkursus und Naturschutzlehrgang an. Die Lehrgänge beginnen mit einem unverbindlichen Informationsabend, der am Montag, 28. September in Wittloge-Hille, Riekkamp 99 und am Dienstag, 29. September im Jägerheim in Hollwede, Hollwederstraße 12, jeweils um 19 Uhr beginnt.

Anmeldungen werden entgegen genommen von Angelika Piel, Telefon 05747/2171 oder 05745/ 2122, E-Mail: gastro@jaegerwilli.de oder vom Jagdbüro, Karola Horstmann, Telefon 0571/23542, E-Mail: karola.horstmann@kjs-minden-luebbecke.de.

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