„Nische 9“ beteiligt sich an Landart-Festival / Atelier öffnet erneut

Feurige Leidenschaft

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Hermann Homburg aus Tonnenheide versucht sich als Perlendreher. Jacqueline Wehrmann gibt ihm Hilfestellung.

Arrenkamp - In bunten Farben stecken gläserne Stäbe auf dem Arbeitstisch von Jacqueline Wehrmann. „Das sind Glasrohlinge“, erklärt die Arrenkamper Glaskünstlerin. Es handelt sich um ihr Arbeitsmaterial, aus dem sie kleine Kunstwerke entstehen lässt – Perlen, Ohrringe, Broschen und auch größere Glasobjekte.

Nun hatte Wehrmann ihre Ateliergemeinschaft „Nische 9“, die sie mit Illo Matern und Sylke Lemke betreibt, im Rahmen des Landart-Festivals geöffnet. Nach Herzenslust durfte gestöbert werden – die Besucher entdeckten handgefertigte Schals, individuelle Handstrickwaren, antikes Porzellan, Kunstobjekte für Heim und Garten und jede Menge Glasschmuck.

Beim Aktionstag durften die Besucher den Kunsthandwerkern aber nicht nur über die Schulter schauen, sondern sich auch selber ausprobieren, beispielsweise am Brenner.

Gerne zeigte Wehrmann, wie das Glas darunter flüssig wird. Angeschlossen sind eine Propangasflasche und ein Sauerstoffkonzentrat. Die Flamme, die entsteht, ist heiß genug, um das Glas zum Schmelzen zu bringen – 1000 bis 2000 Grad Celsius. Mit einer speziellen Brille schützt Wehrmann die Augen vor dem Licht. „Man kann sonst den Schmelzpunkt des Glases nicht sehen“, erklärt sie. Die Flamme sei zu hell. Dann hält sie mit ruhiger Hand die Spitze der Glasstäbe bis zum Schmelzen in die offene Flamme.

Sobald das Glas glüht und eine zähflüssige Konsistenz annimmt, beginnt die Künstlerin die Masse auf ein Metallstäbchen zu ziehen und dreht dieses, bis sich das flüssige Glas zu einer kleinen Perle entwickelt.

Die so entstandene Glaskugel wird dann noch mit farbigen oder glitzernden Punkten verziert, die dann auf die Perle geschmolzen werden. „Alle meine Glasobjekte sind individuelle Unikate“, sagt Wehrmann. Sie lässt die Perlen abschließend in speziellem Granulat auskühlen, damit sie nicht zerspringen.

Wie ausdrucksvoll man mit Glas arbeiten kann, macht die Hobbykünstlerin in ihrer Ausstellung deutlich – neben Perlen sind dort individuelle lichtdurchflutete Glasobjekte und vieles mehr zu sehen, was den Besuchern bei ihrer Tour gefiel.

Für alle, die Interesse an dieser vielseitigen Ausstellung haben oder sich selber einmal am Glas ausprobieren wollen, hat das Atelier im Rahmen des Festivals erneut geöffnet – am Sonnabend, 25. Juli, und Sonntag, 26. Juli, jeweils von 14 bis 22 Uhr.

hm

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