Petra Kliem und Eckhard Wittler eröffnen Eiscafé in der Alten Kantorei in Levern

Neues im historischen Haus

Petra Kliem wird ab Freitag die Gäste in ihrem Eiscafé an der Alten Kantorei in Levern mit leckeren Süßspeisen verwöhnen. Am Westgiebel des historischen Gebäudes erkennt man die Ursprünge der Kantorei anhand der alten Inschriften. - Foto: Bokelmann

Levern - Von Anika Bokelmann. Wenn die Wände und Balken in dem Haus am Leverner Kirchplatz sprechen könnten, würden sie wohl eine wechselvolle Geschichte vortragen. Denn die Alte Kantorei, die 1746 von Pastor Depenbrock erbaut und 1786 erweitert wurde, diente nicht nur als Pfarrhaus, sondern von 1810 bis 1952 als Kantorei und Volksschule und bis 1952 als Konfirmationssaal und Gemeindehaus. Ab kommender Woche wird sich das historische Gebäude mit Leben füllen, denn Petra Kliem und Eckhard Wittler eröffnen am Freitag, 3. Juni, ein Eiscafé in Levern.

Von der Terrasse aus haben die Gäste dann einen schönen Ausblick: während sich am Westgiebel des Hauses das Fachwerk mit alten Inschriften zeigt, befindet sich auf der einen Seite die Leverner Stiftskirche und auf der anderen das Wiehengebirge. Das süße Highlight aber werden die Eiskreationen sein.

Das Eis beziehen Petra Kliem und Eckhard Wittler von einer Freundin aus Intschede. Sie stellt die süße Krem selber her und nutzt dafür Milch heimischer Bauern aus dem Raum Verden. „Das Eis ist vollwertig, ohne Farbstoffe und es gibt auch eine vegane Version“, lobt Kliem. „Das Testessen ist schon gut angekommen“, berichtet sie und freut sich auf die Eröffnung. Bis dahin war es ein arbeitsreicher Weg, blickt Kliem auf das vergangene Jahr zurück. Die gelernte Gartenbau-Ingenieurin und ihr Mann, der in Bremen ein Statikbüro führt, haben das Haus gekauft und im Mai vergangenen Jahres mit dem Umbau begonnen.

Die Entscheidung, nach Levern zu ziehen, rührte vom Wunsch Eckhard Wittlers her, in seinen Geburtsort zurückzukehren. Auch Kliem konnte sich das Landleben gut vorstellen. „Für uns allein war das Haus aber zu groß“, fand das Ehepaar, denn die Kinder sind bereits ausgezogen. Außerdem wollten sie das Gebäude mit der Öffentlichkeit teilen.

Nach reiflicher Überlegung gründete das Paar eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (Gbr). Dann stand die Renovierung an, die nun fast abgeschlossen ist – von außen ist die Alte Kantorei bereits komplett saniert, um das ursprüngliche Bild wiederherzustellen. Vor einem Jahr stand das Haus noch nicht unter Denkmalschutz, doch Kliem und Wittler haben den Prozess beschleunigt. „Jetzt fehlt nur noch die Plakette.

Kliem und Wittler haben vieles selbst in Angriff genommen, aber auch der Zimmerer war fast ein Jahr gut beschäftigt. Nun fehlen nur noch kleinere Arbeiten, bis alles seinen Platz hat. Die alten Balken und Fenster erinnern an alte Zeiten. Auch für den Lehmputz haben sich die 49-Jährige und der 53-jährige Bauingenieur bewusst entschieden: „Was früher gut war, ist es auch heute“, finden sie. Dennoch nutzen Kliem und Wittler moderne Techniken und eine Lüftung.

Vom Westgiebel aus, wo sich die Außenterrasse für bis zu 35 Personen anschließt, werden die Gäste an fünf Tagen in der Woche (freitags bis sonntags von 11 bis 19 Uhr und dienstags sowie mittwochs von 13 bis 19 Uhr) das Eiscafé betreten. Dann stehen sie am Herzstück des Verkaufsraums – der Vitrine mit den Eissorten. Dort sei früher der Ziegenstall gewesen, zeichnet Kliem die Geschichte nach. Im Nebenraum finden auf alten Möbeln rund 30 Gäste Platz, um zu genießen, klönen und entspannen.

„Wir werden Portionen in der Waffel und als Eisbecher anbieten“, gibt Petra Kliem einen Ausblick. Zudem wird es Kaffeespezialitäten geben und im Winterprogramm wollen die Eigentümer des Eiscafés in der Alten Kantorei Waffeln anbieten.

Früchte wachsen bald im angrenzenden Garten. Wo früher das Balshüsemannsche Haus stand, gedeihen heute Obstgehölze und Sträucher. Das rund 2000 Quadratmeter große Areal hat Kliem mit einem Gartenbauer aus Hildesheim entworfen. Von der einstigen Bäckerei sind noch Steine in der Gartenmauer erhalten, außerdem der alte Brunnen. Parkplätze sind hinterm Park, von der Buchhofstraße erreichbar.

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