Siebtklässler erleben bei AOK-Projekt vier Tage lang die Natur mit allen Sinnen

Natur und Betreuer fordern Stemweder Schüler

Während Ludger Düchting (l.) und sein Kollege Marc Johänntgen für den sportlichen Teil des viertägigen Projekts zuständig waren, erläuterte Förster Carsten Bölts (r.) den Siebtklässlern die heimische Tier- und Pflanzenwelt. - Foto: Bokelmann

Westrup - Am ersten Tag war es für die Siebtklässler der Stemweder-Berg-Schule noch seltsam, als sie ihre Handys und andere moderne Medien bei ihren Lehrern abgeben mussten. Doch schon am zweiten Tag zeigte sich, dass die Natur sowie die Aufgaben von Marc Johänntgen und Ludger Düchting von der AOK-Nord-West die volle Aufmerksamkeit der Schüler erforderten.

Denn die vergangenen vier Tage verbrachten die Jungen und Mädchen im Wald am Hang des Stemweder Bergs und erlebten dort Unterricht der besonderen Art unter dem Motto „draußen lernen mit allen Sinnen“.

Zu Beginn wurden vor der Schützenhalle am Freudeneck in Westrup verschiedene Spiele gespielt, die das Wir-Gefühl der Klasse stärken sollten. Unter dem Stichwort Teambildung ging es unter anderem beim Spiel „schwingendes Tor“, bei dem die Klasse kollektiv über ein großes Seil springen musste, darum, eine Gruppendynamik zu entwickeln und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. „Da kommen auch Schüler zusammen, die sich bislang im Unterricht gar nicht wahrgenommen haben“, erklärte Düchting.

Alle Einheiten die das Projekt beinhaltet – Bewegung, Natur und Reflexion, fasst die Krankenkasse unter dem Gedanken „natürlich erleben“ zusammen. „Gerade in der Pubertät ist es wichtig, dass die Schüler als Team agieren und auch innerhalb der Klasse neue Kontakte knüpfen“, erklärte Ludger Düchting. Der Diplom-Sportwissenschaftler und Fachkraft für psychosoziale Gesundheit hat das viertägige Projekt entwickelt und zeigte den Stemweder Schülern nun, wie sie Herausforderungen mit den Mitteln aus der Natur lösen können. Zudem müssten die Jugendlichen zu mehr Bewegung in der Natur ermutigt werden, meint der Sportler.

„Die Kinder brauchen hier keine Technik“, machte Düchting deutlich. Das wurde auch bei den olympischen Spielen offensichtlich, die die Siebtklässler am zweiten Tag nachstellten – mit einem Ball aus Gräsern lernten sie neue Wurftechniken kennen und später balancierten sie auf einem Baumstamm.

Den Zugang zur Natur vermittelte am dritten Erlebnis-tag Förster Carsten Bölts. Sonst betreut der Forstamtmann den Betriebsbezirk Mindener Wald, doch jetzt unternahm er mit den Schülern und Sportlehrer Frank Detering einen Streifzug durch die heimische Flora und Fauna. Bölts erklärte den Schülern, wie sie Spuren lesen, und so verfolgte die Gruppe die Fährte eines Wildschweins. Jedoch nicht bis zum Ende, denn momentan sei Vorsicht geboten, machte Bölts deutlich: „Die Bache kann uns gefährlich werden, weil sie Frischlinge hat.“ Aber auch die Liegeplätze von Rehen nahmen die Schüler unter die Lupe.

Das AOK-Projekt hat den Jungen und Mädchen von der Sekundarschule nicht nur die Natur näher gebracht und gezeigt, was eine Klassengemeinschaft gemeinsam erreichen kann, sondern auch einen nachhaltigen Aspekt. Am Ende notierten die Jugendlichen in ihrer Reflexionsrunde auf farbenfrohen Postkarten die Stärken ihrer Mitschüler, die sich über den Zuspruch freuten.

Ludger Düchting informiert zu dem präventiven Konzept, das im Rahmen der gesunden Schulen im Mühlenkreis angeboten wird, dass die Veranstaltung für alle Schule im Mühlenkreis zugänglich ist. Die Lehrer können sich bei Interesse an die AOK wenden und das Projekt damit für die siebten oder achten Klassen anfordern.

abo

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