LWL und Gemeinde müssen prüfen/ Heuerlingshaus soll saniert werden

Mühlenverein fordert gleich dreifach Denkmalschutz

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Bis 1986 stand das Backhaus in Niedermehnen. Heute wird in dem alten Haus wieder Butterkuchen gebacken.

Levern - Seit 1979 steht die Kolthoffsche Hofmahlmühle in Levern. Vier Jahre später erfolgte die Eintragung als Baudenkmal für die Windmühle von 1922, die zuvor in Niedermehnen gestanden hatte. Jetzt stellt der Mühlenverein, der sich ehrenamtlich um die Mühle und das dazugehörige Ensemble kümmert, einen Antrag: Drei Fachwerkgebäude sollen in die Denkmalliste der Gemeinde aufgenommen werden.

Friedrich Klanke als Vorsitzender des Leverner Mühlenvereins begründet seinen Antrag vom 24. März mit der Tatsache, dass es sich um historische Funktionsgebäude handele, „deren Denkmalwürdigkeit gegeben ist“. Die Fachwerkgebäude sind Klanke zufolge zum Teil deutlich älter als die unter Denkmalschutz stehende Mühle und gehören seiner Meinung nach auf die Liste, die derzeit 67 historische Gebäude in der Flächengemeinde umfasst. Ferner regt Klanke an, die Aufnahme der drei Fachwerkgebäude in die Denkmalliste nicht nur einzeln zu bewerten, sondern in Verbindung mit der bereits unter Denkmalschutz stehenden Hofmahlmühle als Gesamtensemble.

Für die drei Fachwerkgebäude an der Mühle – Kornspeicher, Bokemühlengebäude und Backhaus – treffe ohne Einschränkung zu, dass diese bei strikter Beachtung von Gesichtspunkten und Empfehlungen der Denkmalpflege abgebaut und dann an der Mühle wieder errichtet wurden, heißt es in dem Antrag.

Der Kornspeicher stammt aus dem Jahr 1871.

Vor der Umsetzung befanden sie sich bis 1982/1984 sowie 1986 auf Hofanlagen in Varl und Fiestel, erinnert Klanke. Durch die Umsetzung nach Levern konnten die Fachwerkgebäude vor dem Verfall gerettet und durch einen fachgerechten Wiederaufbau sowie Restaurierung gesichert werden. Wie Cord Hegerfeld, bei der Gemeinde unter anderem für den Denkmalschutz zuständig, auf Nachfrage erklärt, könnte eine Umsetzung zum Problem werden, wenn ein Gebäude unter Denkmalschutz gestellt werden soll. Das sei beim Heimathaus in Wehdem der Fall gewesen, so der Verwaltungsmitarbeiter. Ob das in Levern ebenfalls zutreffe, könne er aber nicht sagen. Der Antrag des Mühlenvereins werde dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vorgelegt, sagt Hegerfeld zum weiteren Vorgehen. In Abstimmung mit den Experten werde die Gemeinde dann entscheiden, ob die Gebäude den denkmalgeschützten Status erhalten. Dazu sei auch ein Vor-Ort-Termin nötig, meint Hegerfeld.

Vom LWL ist der Bereich der Inventarisation für den Antrag zuständig. Die Verantwortlichen erfassen, erforschen und bewerten Baudenkmäler. Sollte später eine Sanierung nötig werden, muss dies mit der praktischen Denkmalpflege des LWL abgestimmt werden.

In der Bokemühle sind drei große Natursteine.

„An den drei Fachwerkgebäuden sind baulich bis heute keine gravierenden Änderungen vorgenommen worden“, unterstreicht Klanke in seinem Antrag. Beim Wiederaufbau wurden lediglich schadhafte Holzbretter und einige stark verfallene Holzbalken, Sparren und die Dachlatten ersetzt. Zudem hätten die engagierten Helfer die teilweise beschädigten Dächer ausgebessert. Mit dem Anbau eines Steinbackofens am Südgiebel wurde zudem die ursprüngliche Nutzung als Backhaus wieder hergestellt. Den Ofen hatten die Vereinsmitglieder zur Saison 2014 fertiggestellt.

Abschließend informiert Klanke, dass der Verein die Sanierung des Heuerlingshauses weiterverfolge. Auch wenn eine Förderung nicht absehbar sei, „stellt der Vorstand seine Bemühungen nicht ein“. Derzeit denke man über eine andere Fördermöglichkeit nach.

Zum finanziellen Aspekt erklärt Cord Hegerfeld: „Das Land hat die Förderung im Sinne des Denkmalschutzes heruntergefahren.“ Wer ein Gebäude unter Denkmalschutz stellt, habe nun die Möglichkeit, über eine Steuerbescheinigung finanzielle Unterstützung zu erhalten. Zudem erinnert Hegerfeld an „das kleine Förderprogramm der Gemeinde“: Mit maximal 3 000 Euro pro Objekt würde die Verwaltung Eigentümern von denkmalgeschützten Gebäuden bei Sanierungsmaßnahmen unter die Arme greifen.

abo

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