Morsche Holzbalken und Ansätze von Torf in Heilig-Kreuz-Kapelle in Haldem

„Mir ist es kalt den Rücken heruntergelaufen“

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Das Gerüst an der Haldemer Kapelle soll über den Winter abgebaut und durch ein leichteres ersetzt werden.

Haldem - Die Decke der Heilig-Kreuz-Kapelle in Haldem wäre vermutlich innerhalb der nächsten paar Jahre herabgefallen. Weil die Balken der Konstruktion sowie diverse andere Träger vergammelt sind, besteht „dringender Handlungsbedarf“. Das machte Klaus Tellbüscher vom Bauamt der Gemeinde Stemwede nun während der Sitzung des Betriebsausschusses deutlich. Er hatte aber auch eine gute Nachricht: nicht die gesamte Kapelle ist von dem Verfall so stark befallen.

„Zum Teil war das Holz nur noch Torf und wir konnten mit den Fingern Schichten abkratzen“, beschrieb Tellbüscher in der kleinen Festhalle in Levern die Situation, die sich im Rahmen der Sanierungsarbeiten an dem Gotteshaus offenbart hatte. „Da ist es mir schon kalt den Rücken heruntergelaufen“, so der Bauamtsmitarbeiter.

Im Zuge der Arbeiten, die aufgrund fehlender Fördergelder später als geplant begonnen hatten, hatte sich herausgestellt, dass der Westgiebel stärker beschädigt war, als bis dahin angenommen. Alters- und witterungsbedingt seien die Balken an der Decke fast vollständig zersetzt, erläuterte Tellbüscher und zeigte den Ausschussmitgliedern entsprechendes Bildmaterial. „Auch ein Ständer des Glockenturms ist marode“, so Tellbüscher weiter. Ein Statiker hatte daraufhin Prüfungen vorgenommen und festgestellt, dass die Wandschwellen ihre Tragfähigkeiten verloren haben.

Zunächst hätten die Arbeiter nun alles gestützt, um die größte Gefahr zu bannen und dem Konstrukt wieder Halt zu geben, gab Tellbüscher Entwarnung, dass das Gotteshaus nun nicht mehr einzustürzen drohe. Weiterhin sei er froh, dass sich die extremen Schäden auf den Westgiebel der Kapelle beschränken.

„Der Ostgiebel ist weniger schlimm“, so der verantwortliche Mitarbeiter des Bauamts. Mit geringem Aufwand hätten die Arbeiter die Seite, an der einst die ehemalige Diskothek Schemme angrenzte, retten können. Inzwischen seien auch die Gefache wieder ausgemauert und verputzt. Es ständen nun im Außenbereich noch Malerarbeiten am Sockel sowie die Verlegung der Drainagen an.

Hinsichtlich des Aufwands geht Tellbüscher davon aus, dass sich der Kostenrahmen von 210000 Euro nicht groß verändern wird. Ein Problem besteht allerdings mit dem Zeitplan. Da das Gerüst länger stehen müsste, als vorgesehen, würden der Gemeinde dadurch Ausgaben von 800 Euro pro weiterer Woche entstehen. Das Gerüst hatte eine Vorhaltezeit von zwölf Wochen und war lediglich bis Anfang November eingeplant gewesen.

„Die Arbeiten bekommen wir in diesem Jahr nicht mehr fertig“, so die Einschätzung Tellbüschers. Er schlug dem Betriebsausschuss vor, dass Gerüst jetzt zurückzubauen und Anfang Mai – wenn die Temperaturen und die Witterung die notwendigen Malerarbeiten an der Außenfassade wieder zulassen – ein leichteres Malergerüst für rund 3000 Euro aufzustellen.

Da die Sanierungsmaßnahmen wegen der fallenden Temperaturen gestoppt werden, wird die Heilig-Kreuz-Kapelle erst mal ohne Anstrich bleiben.

abo

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