IG Metall überreicht Spende / Mobile Deutschlehrer für Stemwedes Flüchtlinge arbeiten künftig mit faltbaren Flipcharts

Am Anfang hilft oft nur Zeichensprachen bei der Verständigung

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Anne Widder von der IG Metall (l.) übergab den Ehrenamtlichen vom Arbeitskreis Asyl (v.l.) Waltraud Holtkamp, Annegret Ernst, Kerstin Pollert und Lulu Wenzel für die Deutschkurse Flipcharts und weiteres Unterrichtsmaterial

Wehdem - Manchmal sind es kleine Dinge, die helfen: eine nette Geste, ein Hinweis, wie der Müll richtig getrennt wird. Für die Flüchtlinge, die in Stemwede untergebracht sind, bedeutet die Unterstützung der Ehrenamtlichen Integration. Dazu zählen auch die Deutschkurse, die der Arbeitskreis Asyl in der Flächengemeinde anbietet. Gestern brachte Anne Widder von der IG Metall Stadthagen-Nienburg faltbare Flipcharts und Schreibmaterial für die Akteure ins Life House nach Wehdem.

Die Spende im Wert von rund 500 Euro hatte der Betriebsrat der ZF initiiert. „Jede Geschäftsstelle der Gewerkschaft hat 3000 Euro zur Verfügung gestellt bekommen und unsere Betriebsräte haben vor Ort nach Verwendungsmöglichkeiten gesucht“, erklärt Widder zum Hintergrund. Über Waltraud Holtkamp, die in der Flächengemeinde die Asylbewerber mit betreut, habe man sich schließlich für das Unterrichtsmaterial für die Kurse entschieden.

Mit Annegret Ernst, Kerstin Pollert, Ursula Schmidt, Claus-Michael Hacker, Lulu Wenzel, Klaus Rothhan, Mareike Lusga, Alfred Töpper, Flora Witte, Anette Kröger und Waltraud Holtkamp haben die rund 270 Flüchtlinge engagierte Hobbylehrer gefunden, die ihnen die deutsche Sprache vermitteln. „Am Anfang verständigen wir uns teilweise über Zeichensprache oder mit Bildern“, berichtet Kerstin Pollert. Denn oft seien auch keine Englischkenntnisse vorhanden. Pollert gibt in Destel einen „Step-by-Step“-Kursus für fünf Flüchtlinge und besucht diese dafür in ihrer Wohngemeinschaft. Künftig kann sie dabei auch eine der vier Flipcharts benutzen, die die IG Metall ermöglicht hat.

„Ich lerne selbst gerne Fremdsprachen und möchte davon etwas weitergeben“, sagt Pollert zu ihrer Motivation. Für die Kurse nutzen die Freiwilligen das Heft „Deutschkurs für Asylbewerber nach dem Thannhauser Modell“. Dafür zahlen die Flüchtlinge einen Beitrag von vier Euro, die restlichen zwei Euro werden aus dem Fördertopf des Arbeitskreises beigesteuert, erläutert Holtkamp.

Das Angebot des Arbeitskreises Asyl, das nahezu flächendeckend an verschiedenen Standorten in Stemwede angeboten wird, läuft zusätzlich zu den Kursen der Volkshochschule. Zu diesen sind laut Holtkamp nur Asylbewerber aus Syrien, Eritrea, dem Iran und Irak sowie einige Gasthörer aus Afghanistan zugelassen.

Weiterhin sind die Helfer stets auf der Suche nach Fahrrädern. „Bis zum nächsten Supermarkt müssen die Flüchtlinge teilweise bis zu zehn Kilometer fahren“, weiß Holtkamp. Wer ein Rad übrig hat, kann sich im Life House unter Telefon 05773/ 991401 melden.

Zudem übernehmen Marlies Zaube und Annegret Ernst einen ehrenamtlichen Fahrdienst, begleiten die Männer und Frauen zu Einkäufen, Arztbesuchen, zur Tafel und zur Kleiderkammer. Gerade für weitere Fahrten fehlen allerdings noch Helfer. „Alle drei Monate müssen die Flüchtlinge in Minden ihren Pass verlängern lassen“, sagt Waltraud Holtkamp zum größten Problem in der Flüchtlingshilfe – den weiten Anfahrtswegen.

abo

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