Metal-Night im Life House voller Erfolg / Szene wünscht sich mehr Angebote

Auf sie mit Gebrüll

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Die Herforder Musiker von „Symbrid“ animierten das Publikum mit einer Menge Körpereinsatz zum Mitmachen.

Wehdem - Von Mareile Mattlage. „Wenn die Ohren am nächsten Morgen immer noch piepen, dann ist alles richtig gelaufen.“ Das ist die Meinung der rund hundert Hardrocker, die ihrem Trommelfell bei der Metal-Night am Samstag im Life House in Wehdem bis nach Mitternacht keine Pause gönnten. Und sie wurden nicht enttäuscht: Mit „Irrational“ aus Espelkamp, „Perception of Atlas“ aus Rahden, „Symbrid“ aus Herford und „As You Left“ aus Diep-holz tobten vier kompromisslose Heavy-Metal-Bands über die Bühne, die mit entfesselten Shoutern und wummernden E-Gitarren keinen Zweifel daran ließen, dass sie gehört werden wollen.

„Normalerweise würde ich bei solch einem Pegel dafür sorgen, dass die Lautstärke runtergefahren wird. In diesem Fall wollte ich mich aber lieber nicht einmischen und hab die Bands einfach machen lassen“, erklärte Wilhelm Lindemann vom gastgebenden Verein für Jugend, Freizeit und Kultur in Stemwede (JFK) mit einem Schmunzeln. Die „New Year Metal Night“ auf Eigeninitiative geplant und organisiert hatte der 18-jährige Eike Lenz aus Stemwede, der seit September seinen Bundesfreiwilligendienst beim Life House absolviert. Seit 2011 ist er zudem Mitglied der Band „Irrational“.

„Diese Musik ist etwas Besonderes. Sie hat den gewissen Kick“, beschrieb der junge Gitarrist seine Faszination für die spezielle Kunstform am Rande der Veranstaltung. Leider gebe es hierfür so gut wie keine Angebote in der Region.

„Als Metal-Fan bewegt man sich in Stemwede und Umgebung im Underground“, bestätigte ein Besucher. Einzige „Rettung“ seien die Pleasure-Dome-Revival-Partys – die ehemalige Kult-Disco in Oppenwehe werde schmerzlich vermisst. Man fühle sich als „Sonderling“. Und dabei gibt es angesichts des 100-köpfigen Publikums im Life House, das sich von Teenagern bis hin zu Mit-Vierzigern über mehrere Altersklassen erstreckte, augenscheinlich auch hierzulande nach wie vor eine aktive Szene.

Umso mehr freute sich Lindemann, dass dem Wunsch-Projekt seines „Bufdis“ Eike Lenz entsprochen werden konnte. „Wir sind zu allen Schandtaten bereit“, erklärte Lindemann wie immer gut gelaunt. Einzige Vorgabe sei bei so einem Event nur, dass die Bands aus der Region stammen, da sie dann ihre jeweilige Fan-Gemeinde mitbringen und somit eine grundlegende Teilnehmerzahl garantiert sei.

Als „Headliner“ des Abends fungierten „As You Left“ aus Diepholz, die in der regionalen Szene als die bekannteste Heavy-Metal-Band gelten. Sie präsentierten wütend um sich tretenden Hardcore, grollendes Gebrüll, punkige Gitarrenriffs und donnernde Drums. Ebenso wie „Irrational“ aus Espelkamp, welche den Anfang machte, und die Rahdener Band „Perception of Atlas“, die krankheitsbedingt für „Pandorium“ aus Minden eingesprungen war und sich umgeben von blau erleuchteten Nebelschwaden präsentierte.

Als Highlight des Abends entpuppte sich der Auftritt von „Symbrid“. Die Band aus Herford punktete mit melodischen Parts, musikalischem Facettenreichtum, jeder Menge Körpereinsatz und einem charismatischen Frontmann: Philipp Simonsmeier, der mit Irokesenschnitt, Vollbart und Schrank-Körper als Wikinger durchgehen könnte und seine tief vibrierenden Stimmbänder lieber mit Tee als mit Bier verwöhnte. Er schaffte es als erster, die Leute zum Rocken und Headbangen zu bringen.

Ansonsten war eher Stehen und Zuhören angesagt, was aber nicht heißt, dass die Musik nicht gefallen hat. „Richtig gelaufen“ ist der Abend, denn das Ohrenpiepen am nächsten Morgen dürfte geklappt haben.

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