Kreisantrag: Vorteile für Rahden und Stemwede

Masterplan stärkt den ländlichen Raum

Rahden/Stemwede - In Sachen Internet gelten private Haushalte als unterversorgt, wenn sie Datengeschwindigkeiten unter 30 Megabyte pro Sekunde (MBit/sec.) haben. Bei Firmen liegt die Grenze bei 50 MBit/sec.. Mit dem Breitband-Masterplan will der Kreis Minden-Lübbecke nun das Internet flächendeckend ausbauen.

Dank der FTTB-Technik (Fibre To The Building; also Leitungen bis in jedes Gebäude) werden alle Haushalte mit schnellem Internet versorgt. Auch Stemwede und Rahden werden von den Maßnahmen profitieren, wie der neue Breitbandkoordinator Andreas Holsmölle in den beiden Kommunen erklärte.

In Rahden gelten derzeit 1. 434 Haushalte als unterversorgt, besonders betroffen sind die Außenortschaften. „Im Vergleich zu den Nachbarkommunen ist Rahden schon gut entwickelt“, lautet Holsmölles Fazit. Nach der Netzplanung des Kreises müssten aber weitere 222 Kilometer Glasfaser zum bestehenden Netz hinzugefügt werden sowie Hausanschlussleitungen von 33 Kilometer.

Von den insgesamt 60 Millionen Euro Gesamtkosten im Kreisgebiet entfallen auf Rahden rund 7,5 Millionen Euro. Die Glasfaserkabel, die die alten Kupferleitungen ersetzen, werden in etwa 30 bis 50 Zentimeter unter der Erdoberfläche verlegt. Durch die sogenannte untiefe Verlegung reduzieren sich die Kosten laut Holsmölle um 29 Prozent. Allerdings sieht Winrich Dodenhöfft (Grüne) die Gefahr, dass die Landwirte bei Arbeiten zu dicht an die Leitungen kommen könnten und damit das Netz schädigen. Über eine individuelle Änderung lasse sich noch verhandeln, erwiderte Andreas Holsmölle darauf.

„In Rahden können wir die Kosten weiter reduzieren, weil bereits Glasfaserkabel vorhanden sind“, hatte der Breitbandkoordinator gute Nachrichten für Rahden. Jeder Haushalt muss für die Verlegung Kosten tragen – wie viel das letztlich ist, steht noch nicht fest.

In Stemwede gelten rund 2.300 Haushalte als unterversorgt. Für eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet fehlen in der Flächengemeinde 258 Kilometer Glasfaserkabel plus 42 Kilometer Hausanschlussleitungen. Der Ausbau des Netzes würde mit 9,2 Millionen Euro teurer sein als in Rahden. Bei der Finanzierung fordert Bürgermeister Kai Abruszat die Solidarität der Städte und Gemeinden im Kreis. Sprich: Auch die Kommunen, die bereits ein gut ausgebautes Netz haben, sollen seinen Ansichten zufolge den Ausbau mitfinanzieren. „Wir brauchen den Schulterschluss der kommunalen Familie im Mühlenkreis“, sagte er bei der jüngsten Sitzung des Bau-, Planungs-, und Umweltausschusses.

Zuschuss in Höhe von 90 Prozent der Kosten

Kreisweit steht ein Betrag von rund 230 Euro pro Haushalt im Breitband-Masterplan. Bei einer zügigen Antragstellung wird ein 90-prozentiger Zuschuss aus Bundes- und Landesmitteln in Aussicht gestellt. Auf die unterversorgten Bereiche entfällt dann ein Eigenanteil von 2,91 Millionen Euro. Diese Summen genehmigt die Bezirksregierung nur, wenn sich die Kommunen für einen kreisweiten Antrag entscheiden, denn „ein Kreisantrag wird in Detmold höher eingestuft“, so Holsmölle.

Mit ihrer Zustimmung hat der Ausschuss in Rahden dem Kreis die Vollmacht erteilt, den Antrag auf Fördermittel zu stellen. Die Stemweder Kommunalpolitiker entscheiden in der nächsten Ratssitzung am 6. Juli über den Antrag. Damit können die weißen Flecken im Kreis bald der Vergangenheit angehören, denn die Maßnahme soll im kommenden Jahr starten. „Besonders die ländlichen Gebiete profitieren von dem Ausbau und auch die Wirtschaftskraft wird gestärkt“, so Rahdens Bauamtsleiter Dieter Drunagel. - abo/ks

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