Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem stellte geplante Umbaumaßnahmen vor

Modern und sicher

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Vor einem halben Jahr wurde das Dachgeschoss des Haldemer Schlosses renoviert, jetzt stehen die nächsten Maßnahmen auf dem Gelände der LWL-Maßregelvollzugsklinik an. Kaufmännische Direktorin Barbara Steinmeyer informierte über die Details. Archivfoto Pröpper

Haldem - Von Melanie Russ. Ein modernes Sicherheitssystem, mehr Raum für Patienten im geschlossenen Vollzug – in der LWL-Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem wird sich in naher Zukunft einiges tun. Über die geplanten Maßnahmen berichteten Barbara Steinmeyer, kaufmännische Direktorin, und Uwe Dönisch-Seidel, Landesbeauftragter für den Maßregelvollzug in NRW, am Mittwochabend in der Bauausschusssitzung.

Rund acht Millionen Euro wird der Umbau voraussichtlich kosten, konkrete Zahlen nannte Steinmeyer allerdings noch nicht. „Uns ist das Einvernehmen mit der Kommune wichtig.“ Darum wolle man die Öffentlichkeit schon vor der detaillierten Planung informieren. Auch der genaue Zeitrahmen für das Bauprojekt ist noch offen.

Ausgangspunkt für die angedachten Maßnahmen ist laut Steinmeyer neben der Modernisierung der stetig steigende Bedarf an Plätzen im geschlossenen Vollzug. So sei ein Gebäude, in dem offene Wohngruppen untergebracht seien, derzeit nicht ausgelastet, während die geschlossenen Bereiche überbelegt seien. Das sei auch nicht wirtschaftlich, sagte die Kauffrau Steinmeyer mit festem Blick aufs Geld.

Darum soll dieses Gebäude im hinteren Bereich der Schloss-Anlage in ein geschlossenes Gebäude mit 48 statt bisher 44 Planbetten umgewandelt werden. Zusätzlich soll ein Sozialraum für mehr als 160 Patienten eingerichtet werden. Cafeteria, Kiosk, Bücherei – diese Dinge fehlten dort bisher, so Steinmeyer.

Das Gebäude direkt neben der 2011 neu gebauten Zentralschleuse, in dem sich derzeit die Holzwerkstatt befindet, soll so umgebaut werden, dass dort die Zentralpforte untergebracht werden kann, die Besuchern Zugang zum gesicherten Bereich gewährt. Über die bisherige Zentralpforte ist weiterhin der Besuch des Schlosses möglich.

Im Rahmen der Modernisierung soll außerdem der 3,50 Meter hohe Stabgitterzaun rund um den geschlossenen Bereich durch einen 5,50 Meter hohen Capral-Policarbonat-Zaun mit Schallerkennung und Kamerasystem ersetzt werden. Der alte Zaun sei zwar auch sicher, „aber nicht modernster Standard“, so Steinmeyer. Außerdem ist eine Parkplatzerweiterung geplant. Im Bereich des Grünstreifens an der Bushaltestelle sollen 50 neue Stellplätze entstehen. Das Wartehäuschen müsste dafür um ein paar Meter versetzt werden, die Haltestelle kann bleiben.

Als Ersatz für das Gebäude, das in den geschlossenen Vollzug wandert, plant die Klinik den Bau einer neuen kleinen offenen Station mit 24 Betten. Die Zahl der Therapieplätze wird dadurch von 179 auf 207 steigen. In der Folge sollen auch etwa 25 neue Arbeitsplätze entstehen.

Darüber hinaus sei keine Erweiterung geplant, entgegnete Steinmeyer auf entsprechende Nachfrage von Marco Quebe (FDP). Auch gebe es keine Pläne, den Anteil psychisch kranker Patienten in Haldem zu erhöhen, versicherte Dönisch-Seidel mit Verweis auf eine entsprechende Vereinbarung mit der Gemeinde, wonach hier nie mehr als 20 solcher Patienten untergebracht werden. Die Haldemer Einrichtung werde eine Suchtklinik bleiben.

Von den LWL-Plänen soll auch die heimische Wirtschaft profitieren. Zwar können sich im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung auch auswärtige Unternehmen bewerben, die Erfahrung der vergangenen Jahre hat laut Dönisch-Seidel aber gezeigt, dass rund 50 Prozent der Aufträge an die heimische Wirtschaft gehen – entweder direkt oder als Subunternehmer.

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