Ewald Hegerfeld wird 95 Jahre alt

Ein Mann mit Zielen

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Ewald Hegerfeld und Boxer „Morle“ erwarten heute viele Gäste, denn der Niedermehner feiert seinen 95. Geburtstag.

Niedermehnen - „Was riskieren und dann Glück haben“, so sieht Ewald Hegerfeld seinen Lebensweg und nach diesem Motto hat er bis heute gut gelebt. Denn die Einstellung hat ihn bis zu seinem 95. Geburtstag gebracht.

Dieses gesegnete Alter, das Hegerfeld heute erreicht, kann man als Geschenk sehen. „Es haben immer Schutzengel auf ihn aufgepasst“, meint seine Ehefrau Gerda Hegerfeld, mit der der Niedermehner seinen Lebensabend auf dem großen Hof verbringt.

Am 17. Juni 1921 erblickte Ewald Hegerfeld in Niedermehnen das Licht der Welt. Nachdem er die Landwirtschaftsschule in Wehdem abgeschlossen hatte, arbeitete er bei seinen Eltern in der Landwirtschaft, ab 1950 stieg er auf dem Anwesen seiner Frau ein, die er bei einer Turngruppe kennenlernte.

Doch bis dahin lagen noch einige harte Jahre vor Ewald Hegerfeld. Der 95-Jährige wurde in Lingen als Soldat ausgebildet und Anfang der 40er-Jahre zum Kriegsdienst eingezogen. „Ich wurde beim Russland-Feldzug verwundet – das war mein Glück“, weiß Hegerfeld heute. Denn dank seines Aufenthalts in einem Lazarett in Königsberg (heute Kaliningrad) wegen seines Beinbruchs überlebte er einen schweren Angriff.

Kriegsgefangenschaft in Jugoslawien

Bis zum Jahr 1947 war er in Jugoslawien in Gefangenschaft. Nachdem sein erster Fluchtversuch gescheitert war, gelang es ihm im September 1947, über Ungarn nach Österreich und schließlich in die Heimat zu kommen. „Wir waren drei Wochen zu Fuß unterwegs“, erinnert sich Hegerfeld. Trotz aller Strapazen weiß er auch Gutes zu berichten: „Die Verpflegung war kein Problem. Überall gab es Maisfelder. Wir hatten ja sonst nichts“, so Hegerfeld, der seine Schuhe für den Freund gegeben hat und selbst barfuss lief.

Für Hegerfeld stand neben der Familie, zu der neben den vier Töchtern inzwischen 13 Enkel und bald auch zwölf Urenkel zählen, immer die Landwirtschaft im Fokus seines Schaffens. Sein Herz schlug vor allem für die Pferde. Umso mehr freut sich Hegerfeld, dass Tochter Martina bis heute ihre sowie Pensionspferde neben den vier Rindern pflegt. „Vielleicht bekomme ich eine Kutschfahrt zum Geburtstag“, orakelt Hegerfeld im Vorfeld seines besonderen Wiegenfestes. Ein Geschenk gab es bereits im Mai: Nachdem Ewald und Gerda Hegerfeld viele Jahre stets ihren Urlaub an der Nordsee verbracht haben, gab es vor einigen Wochen einen Familienurlaub am Nordseestrand.

Das nächste Ziel in Hegerfelds Leben steht schon fest: „Ich will in vier Jahren unsere Gnadenhochzeit feiern“, sagt er. Für die kurzfristige Planung würde es dem Jubilar reichen, am Sonntag beim Volksradfahren dabei zu sein. Denn bis heute fährt der 95-Jährige gerne Rad. „Aber eigentlich nur auf der Nebenstrecke“, schränkt Gerda Hegerfeld ein. Doch Ewald Hegerfeld würde sich freuen, wenn er als ältester Teilnehmer wieder ein kleines Präsent bekäme.

abo

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