Diskussion über Rahdener Carl Langhorst

Maler mit brauner Vergangenheit

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Umstrittener Künstler: Das Porträt von Carl Langhorst hängt noch heute in der Marktschänke.  

Rahden - Carl Langhorst, 1867 in der heutigen Rahdener Marktschänke geboren, war ein bekannter Porträtmaler, aber eben auch Mitglied der NSDAP, in die er schon 1929 eintrat, und ein Verehrer Adolf Hitlers. 1937 wurde er zum Ehrenbürger der damaligen Stadt Rahden ernannt. Die Ehrenbürgerwürde sei mit dem Tod Langhorsts erloschen, stellte Bürgermeister Bert Honsel in der jüngsten Ratssitzung klar, nachdem das Thema in der Öffentlichkeit diskutiert worden war.

Die Frage sei nun, ob man dennoch einen Distanzbeschluss des Rates erwirken solle. Er tue sich etwas schwer mit einer Entscheidung, weil die Verleihung der Ehrenbürgerwürde nicht durch den damaligen Rat, sondern den Bürgermeister erfolgt sei und wer 1937 Bürgermeister gewesen sei, könne man sich ja denken. Nach Honsels Einschätzung geht es bei Langhorst primär um den Künstler, der zwar mit 60 Jahren in die NSDAP eintrat, aber kein Nazi-Funktionär war. Im Zusammenhang mit einer möglichen Umbenennung der Professor-Langhorst-Straße stellte Honsel klar, dass er bei einer Entscheidung in jedem Fall die dortigen Anwohner mit ins Boot holen nehmen wolle.

Ehrenbürgerschaft mit Tod erloschen

Bevor es zu einer Entscheidung kommt, sollen weitere Informationen zusammengetragen werden. Hans-Eckhard Meyer (FDP) gab Honsel mit auf den Weg, auch über die Grabstelle Langhorsts nachzudenken, die noch von der Verwaltung unterhalten und für die keine Gebühren erhoben werden. Zudem trage der Grabstein noch die Aufschrift Ehrenbürger der Stadt Rahden.

Friedrich Schepsmeier (SPD) erinnerte an die lange Geschichte seiner Partei, die seinerzeit als einzige den Nationalsozialisten Widerstand geleistet habe, plädierte aber zugleich für eine vorsichtige Abwägung bezüglich des Umgangs mit Carl Langhorst. Er sei ein großer Künstler gewesen und es gebe nach seinem Wissen keine Belege dafür, dass Langhorst an NS-Verbrechen beteiligt war. Mit Blick auf Langhorsts bekanntestes Werk „Tag von Potsdam“, das den Handschlag Hitlers und Hindenburgs zeigt, sagte Schepsmeier, es sei schwierig, die Professor-Langhorst-Straße umzubenennen, nicht aber den Hindenburgdamm, der nach dem Mann benannt sei, der Hitler zur Macht verholfen habe. mer

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