Musiker aus England singt beim Hutkonzert in der „Peitsche“ überwiegend Stücke aus der eigenen Feder

Tim Loud verwandelt Punk und Folk

Sänger Tim Loud präsentierte in Wechold den Musikstil „Antifolk“. Foto: Uwe Campe

Wechold - Von Uwe Campe. „Hier spielt die Musik“ – das Motto der Wacholder Kult-Kneipe „Peitsche“ wurde am Samstagabend einmal mehr umgesetzt, konnten die Veranstalter doch durch Vermittlung der Event-Agentur von Jeanette Atherton aus Hilgermissen mit dem Engländer Tim Loud einen gleichermaßen originellen wie professionellen Musiker für ein eintrittsfreies Hutkonzert gewinnen.

Der 35-jährige, aus dem nordenglischen Leeds Stammende und heute in Manchester lebende Loud hat seit 2014 bislang vier eigene Alben aufgenommen. Wie Atherton verrät, teilt er aber das Schicksal vieler Berufsmusiker: Um finanziell über die Runden zu kommen, ist er in mehreren Bands aktiv. Derzeit tourt der Brite durch Deutschland, die Niederlande, Belgien und Italien. Seine Musik ordnet er unter „Antifolk“ ein, einem Genre, in dem vom Punk geprägte Musiker den US-amerikanischen Folk aufgreifen und ihn auf ihre Weise interpretieren. Dabei werden aggressive, raue und vor allem oft auch (jedoch nie direkt) politisch gefärbte Texte des Punk mit akustischer Folk-Musik kombiniert.

Das in Wechold absolvierte Programm vereinte dann auch eine Reihe unterschiedlicher Musikrichtungen, die von Punk über Balkan-Folk und Country bis hin zu zeitgenössischen Klängen reichten. Die erste Konzerthälfte bestand aus zehn überwiegend aus eigener Feder stammenden und somit eher persönlichen Stücken mit Titeln wie beispielsweise „Mermaids“, „Great River“ oder „Born to lose“, aber auch dem Bob Dylan-Song „Don’t think twice it’s all right“ aus dem Jahr 1963. Mit „Salvation“ aus dem im vergangenen Jahr erschienenen Album gleichen Titels ging es dann in eine halbstündige Pause.

Auch der mit „Big River“ eingeleitete zweite Teil der Veranstaltung beinhaltete wieder zehn Titel, darunter bekannte Songs wie „Waterloo Sunset“ der britischen Popgruppe „The Kings“ aus dem Jahr 1967 oder das berühmte Liebeslied „Bésame mucho“ aus dem Jahr 1941. Die vom Künstler sehr einfühlsam vorgetragene Komposition der Mexikanerin Consuelo Velázquez mag, gemessen am Applaus, wohl für viele Besucher den Höhepunkt des Konzerts dargestellt haben.

Aber auch sonst ließ Loud an diesem Abend musikalisch keine Wünsche offen. Mit seiner kräftigen und gut anzuhörenden, vor allem aber ausgezeichnet zu den jeweiligen Stücken passenden Stimme wusste er ebenso zu überzeugen, wie auf der einige Male unterstützend benutzten Mundharmonika, besonders aber mit seinem Gitarrenspiel. Dabei bewies er gerade auf dem überwiegend eingesetzten zwölfsaitigen Instrument in einigen rasanten Passagen eine atemberaubende Fingerfertigkeit und großes Können.

Nachdem Mit-Organisator Rainer Harries zuvor bereits mit dem Hut herumgegangen war und diesen dem Musiker ordentlich mit Geldscheinen gefüllt überreicht hatte, endete das gut besuchte und in typischer Kneipenatmosphäre stattgefundene Konzert nach etwa zwei Stunden schließlich mit dem Song „There There“, für den der Künstler noch einmal lautstarken Beifall erhielt. Schade eigentlich nur, dass dieser sich nicht mehr zu einer Zugabe entschließen konnte. Sie wäre bei seinem ansonsten sehr gelungenen und sich auf das Publikum einstellenden Auftritt zweifellos das noch fehlende i-Tüpfelchen gewesen.

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