Live-Übertragung aus der Leverner Stiftskirche

Gottesdienst mit Stoppuhr

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Pfarrerin Katrin Berger probt unter den wachsamen Augen des stellvertretenden Rundfunkbeauftragten, Pfarrer Dr. Titus Reinmuth, für die Liveübertragung des Gottesdienstes.

Levern - Glockengeläut, dann Ansage aus dem Funkhaus. So startete am Sonntagmorgen der Rundfunkgottesdienst im WDR. Diesmal aus der Leverner Stiftskirche. Was die Radiohörer eine Stunde lang an die Geräte fesselte, wurde Tags zuvor auf die Sekunde genau durchgeplant.

Nicht nur die Übertragungswagen vor dem Gotteshaus, auch viele Kabel und Mikrofone in der Kirche machten deutlich, dass ein ganz besonderer Gottesdienst stattfinden würde. Im Sommer hatte das Evangelische Rundfunkreferat in NRW bei Leverns Pfarrerin Katrin Berger angefragt, ob sie mit der Kirchengemeinde einen Radiogottesdienst ausrichten kann. Die Kirchengemeinde Levern hat sich entschieden, diese Herausforderung anzunehmen. „Wir freuen uns, mit den Menschen an den Radios einen Gottesdienst zum Hören zu feiern“, so die Geistliche.

Bereits seit dem Ende der Sommerferien probten chorerfahrene Stemweder im Projektchor „Radiogottesdienst“. Unter der Leitung von Olga Rust hatte der Chor zwei Solostücke einstudiert, spielte aber auch für die Liturgie und den Gemeindegesang eine tragende Rolle.

Schon am Sonnabendnachmittag war der stellvertretende Rundfunkbeauftrage beim WDR, Pfarrer Dr. Titus Reinmuth mit seinem Team, Tontechnikern und Übertragungswagen nach Levern gekommen, um alles für die Liveübertragung am Sonntag vorzubereiten. Mit der Durchlaufprobe gestaltete sich der Gottesdienst auf Sekunden genau – Tonqualität und Zeitablauf wurden immer wieder optimiert.

„Das ist schon eine große Aufgabe für die Gemeinde“, sagt Pfarrer Ralf Finkeldey, der für die Fürbitten zuständig war. „Ein Wechsel in der Stimmlage macht den Gottesdienst für die Hörer interessanter“, hatte der Geistliche bereits von den Fachleuten gelernt. Darum brachte auch Lektor Sven Klöcker mit der Lesung Abwechslung in den Gottesdienst. In ihrer Predigt erzählte Pfarrerin Katrin Berger fünf kleine Geschichten, in denen die Gemeinde eintauchte in die Welt eines Menschen, dessen Gedanken und Gefühle.

Mit der Stoppuhr wurde sekundengenau die Zeit genommen, in der der Posaunenchor unter Leitung von Manfred Südmeyer spielen sollte oder die Orgel mit Paul Knizewski zu erklingen hatte. „Der Chor hat für jede Liedstrophe 20 Sekunden Zeit“, erklärte Finkeldey. Würde der Gottesdienst zu lang, müsste die eine oder andere Strophe gestrichen werden.

Für die Sendung musste das Glockengeläut vorher aufgezeichnet werden, der viertelstündliche Glockenschlag wurde für den Sonntag während der Zeit der Übertragung ausgeschaltet. Gottesdienstbesucher mussten bis 9.45 Uhr Platz genommen haben, um alle Informationen zum Ablauf, die Abkündigungen und das Warm-up für den Radiogottesdienst nicht zu verpassen. Störungen jeder Art während der Live-Übertragung galt es zu verhindern.

Im Anschluss an den Radiogottesdienst hatte die Kirchengemeinde zu einem gemütlichen Mitbring-Buffet mit allen Mitwirkenden und Besuchern des Gottesdienstes eingeladen, um dem arbeitsreichen Projekt einen schönen Abschluss zu geben.

hm

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