Mit volkstümlichem Repertoire mehr als 20 Jahre begeistert

Legendäre Mühlenmusikanten treten ab

Stets bester Laune und mit musikalischem Temperament – so begeisterten die Oppenweher Mühlenmusikanten über Jahrzehnte bei ihren Auftritten.  - Fotos: Mühlke

Oppenwehe - Von Heidrun Mühlke. Mit ihrem Heimatsound begeisterten sie mehr als zwei Jahrzehnte ihre Fans. Die Oppenweher Mühlenmusikanten sind mit den Jahren zu einer musikalischen Legende geworden. In besten Zeiten absolvierten die Musiker bis zu 50 Auftritte im Jahr, spielten bei Schützenfesten, Geburtstagen, Jubiläen oder sonstigen Feiern und natürlich bei den Mahl- und Backtagen an der Oppenweher Bockwindmühle. Nun wollen die Musiker kürzer treten. Als Oppenweher Mühlenmusikanten durften die Zuhörer das kleine Orchester beim jüngsten Mühlentag zum letzten Mal erleben.

1994 hatte sich Erwin Wüppenhorst als Mitbegründer der Mühlenmusikanten mit zwei Freunden in einer Oppenweher Scheune getroffen. Als begeisterte Akkordeonspieler lag es nahe, sich die Zeit mit Musizieren zu vertreiben. Recht spontan wuchs die Idee, eine Musikgruppe zu gründen. Gemeinsam mit den inzwischen verstorbenen Friedel Benker und Willi Hagedorn hob Wüppenhorst, der noch heute mit dem Akkordeon bei der Truppe ist, am 17. Juni die „Oppenweher Mühlenmuskanten“ aus der Taufe.

Schon bald gesellten sich weitere Musiker hinzu – aus dem Trio wurde ein Quintett und schon bald ein Orchester mit 15 Musikern, das mit volkstümlichen Melodien bei den verschiedensten Veranstaltungen begeisterte. „Wir sind im Umkreis von 50 Kilometern aufgetreten und haben für Stimmung gesorgt“, erinnert sich Heinz Spreen, der bis dato für die Organisation und das Geschäftliche zuständig war.

Mit ihrem volkstümlichen Repertoire verstanden die Mühlenmusikanten es ausgezeichnet, Jung und Alt gleichermaßen zu begeistern. Wenn Wüppenhorst, Spreen und Co. ihren Melodienreigen erklingen ließen, war es stets eine Freude, ihnen zuzuhören. Im Laufe der Jahre hätten sie ihre Konzertermine jedoch immer mehr reduziert, schließlich würden auch sie nicht jünger werden, meint Spreen. Außerdem seien jetzt nur noch zehn Musiker übrig. Er selbst kam als sechster Musiker hinzu und bereicherte das Spiel mit der Tuba.

Vor fünf Jahren holte sich die „Mühlen-Boy-Band“ mit Christa Garembowski aus Aschen und ihrem Akkordeon weibliche Verstärkung. „Wir spielten in Dickel bei einer goldenen Hochzeit, dort haben wir erste Kontakte geknüpft und sie uns gleich geangelt“, erinnert sich Spreen schmunzelnd.

Gründungsmitglied Erwin Wüppenhorst war bis zum Schluss als aktiver Musiker dabei.

Er selbst macht seit 71 Jahren Blasmusik. So fiel es ihm wie seinen Musikerkollegen nicht leicht, das Aus der Mühlenmusikanten bekanntzugeben. „Es geht einfach nicht mehr. Immer wieder fällt einer der Musiker krankheits- oder altersbedingt aus“, so der Tubaspieler. Viel Spaß hätten sie in der Zeit gehabt, die Freude am Musizieren hatte sie zusammengeschweißt. „Wenn die Zuhörer richtig mitgingen, das war unser größter Lohn.“ An der Mühle hatten sie immer unentgeltlich gespielt, sich aber über Spenden gefreut.

In der kommenden Saison werden die Mühlenfreunde ohne ihre Musiker auskommen müssen. Oder? „Wenn Not am musikalischen Mann ist, wollen einige von uns wohl einspringen – aber eben nicht mehr als Mühlenmusikanten“, machte Spreen seinen Fans etwas Hoffnung.

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