Land Rover-Fans legen für Treffen an der Leverner Mühle hunderte Kilometer zurück

„Landy“-Liebhaber unter sich

Jens Hesseldal und seine Freundin Mette Svendsen sind aus Dänemark angereist. Ihr Fahrzeug stammt aus den 80er-Jahren. - Foto: DK

Levern - Mitgefahren ist er schon mal, aber selbst hat Kai Abruszat noch nie am Steuer eines Land Rovers gesessen. Aber wer weiß: Vielleicht werde Abruszat ja auch noch einen „Landy“ fahren, merkt Andreas Spreen an. Spreen fährt eines der britischen Traditions-Mobile, ist Landesobmann für Nordrhein-Westfalen im Deutschen Land Rover-Club (DLR) und als solcher hat der Harlinghauser über Pfingsten das deutschlandweite Treffen des DLR an der Mühle in Levern mit deutlich mehr als 100 Fahrzeugen organisiert.

Laut Abruszat lösen Land Rover „große Faszination“ aus. Die habe in der Geschichte nicht jeder erkannt. Kaiser Wilhelm II. etwa gab Pferden den Vorzug vor den „pferdelosen Fuhrwerken“. Abruszat: „Er hat sich schwer geirrt.“ Und in zehn Jahren werde angesichts der Technik und selbstfahrender Autos ein Fahrer am Steuer gar nicht mehr benötigt – „außer beim Land Rover“. Den zu fahren, das sei authentisch.

Später entern die Kilkenny Kids aus Bohmte das Zelt und sorgen mit irischer Musik für gute Laune. Diese aber haben die Land Rover-Fans schon die ganze Zeit – trotz des eher spätherbstlichen Wetters am Feiertagswochenende. Wind und Wetter sind ihnen irgendwie auch egal, denn die Fahrzeuge, die sie so schätzen, sind alles andere als Schönwetter-Fahrzeuge. Robust, geländegängig, für die eigenen Bedürfnisse hergerichtet. So werden sie genutzt von den Fans – privat, aber auch beruflich. Das bestätigt etwa Pascal Epper, der aus dem Schweizer Kanton Thurgau ins Lübbecker Land gekommen ist. „728 Kilometer, achteinhalb bis neun Stunden Fahrt“, lässt er Zahlen sprechen. Freitagabend kam er im Stiftsdorf an, am Morgen des Pfingstmontags ging es wieder zurück, „weil wir Dienstag wieder arbeiten müssen. Nein, dürfen.“

Pascal Eppers Freundin stammt aus Emden, das Norddeutsche ist ihm daher nicht ganz unbekannt. „So lag es auf dem Weg“, meint der Schweizer mit Blick auf das Treffen. Als Land Rover-Fahrer sei er ein „Frischling“, entdeckte bei einer Fahrt in einer Kiesgrube seine Vorliebe für das geländegängige Mobil. Seinen Land Rover nutze er privat, aber auch bei der Arbeit in der Forstverwaltung. „Es macht Spaß, mit dem Auto zu fahren“, sagt Epper. Reparaturen müsse man auch einplanen. Kurz vor der Abfahrt im Thurgau zum Treffen nach Levern musste der Anlasser gewechselt werden. Epper: „Man kann aber viel selbst reparieren.“

„Alte Hasen“ bei den jährlich wechselnden Treffen des Deutschen Land Rover-Clubs sind Annelie Muus-Cyperski und Ernst-August Muus. Aus Norderstedt (Schleswig-Holstein) sind sie in den Norden Westfalens gereist. „Treffen werden immer mitgenommen“, berichten die beiden. Deutschland, aber auch Dänemark, Schweden oder die Niederlande – die Land Rover-Fans waren dabei. Wie lange ihr Land Rover fährt – Ernst-August Muus überlegt. 35 Jahre, die dürften es schon sein.

Verbeult, aber charakteristisch

Zwischendurch fuhr er auch mal andere Geländewagen, etwa einen alten Borgward Allrad, der als Telefonwagen der Hamburger Feuerwehr schon bei der Sturmflut Anfang der 1960er im Einsatz war. Die Technik reize ihn und umbauen lasse sich das Fahrzeug, lobt Muus den Land Rover. Einer ihrer beiden Land Rover, mit dem die Norderstedter an Pfingsten in Levern waren, ist ein regelrechtes kleines Wohnmobil. Ein Wohnwagen hängt trotzdem am Haken. Der Land Rover sei schon etwas verbeult, ergänzt Annelie Muss-Cyperski. „Das bleibt so. Das ist charakteristisch.“

Den Platz an der Leverner Mühle loben die Schweizer, die Schleswig-Holsteiner, den lobt auch der Däne Jens Hesseldal. Von der Insel Fünen ist er angereist. Land Rover fährt er wohl schon 30 Jahre. Viel könne man selbst am Auto machen, berichtet er. Sein 1972 gebautes Fahrzeug erinnert ein bisschen an ein Wohnmobil – so wie andere Fahrzeuge an der Leverner Mühle auch. Eintauschen gegen einen modernen Geländewagen würde er den nicht, meint Hesseldal. Seine Freundin Mette Svendsen und er sind Mitglied im Deutschen Land Rover-Club und nehmen, wenn es machbar ist, an Treffen teil.

Dabei lerne man Gleichgesinnte kennen und daraus entwickelten sich Freundschaften. Das berichtet Jens Hesseldal. Vor wenigen Tagen war er zu Besuch bei einem 50. Geburtstag eines Freundes in Göttingen. Wo er den kennenlernte? Natürlich bei einem Land Rover-Treffen. So sei es eben, der Zusammenhalt im Club sei gut, „wir fühlen uns immer willkommen.“

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