Landwirte stellen Wegekonzept vor

Zur Not tut‘s auch Schotter

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Mediengruppe Kreiszeitung

Stemwede - Das Wegenetz der Gemeinde Stemwede ist lang und teuer in der Unterhaltung. Angesichts knapper Kassen und rückläufiger Bevölkerungszahlen muss überlegt werden, welche Straßen und Wege in jetziger Qualität erhalten bleiben können oder müssen. Die Stemweder Verwaltung arbeitet mit Politik und Landwirtschaft an der Aufstellung eines gemeindlichen Wegekonzeptes für das Wegenetz im Außenbereich.

Als Grundlage dafür hat die Landwirtschaftskammer gemeinsam mit den landwirtschaftlichen Ortsvereinen von Stemwede ein „Grundwegenetz“ ausgearbeitet, das in der Sitzung des Betriebsausschusses für den Wirtschaftsbetrieb Gemeinde Stemwede und das Wasserwerk am Mittwoch, 27. Mai, ab 17 Uhr vorgestellt werden soll. Eine der wichtigsten Aussagen des Fachbeitrages: An das Material der oberen Deckschichten der Wege – Asphalt oder ungebundene Schotterdecke – werden aus Sicht der Landwirtschaftskammer keine besonderen Anforderungen gestellt.

Die Autoren heben hervor, dass die Landwirte oft über ihren Schatten gesprungen und bereit seien, Umwege in Kauf zu nehmen. „Während der gesamten Planungsphase zeigten die Landwirte aber den festen Willen, ein für die Gesamtheit der Landwirtschaft und die Gemeinde positives Ergebnis zu erreichen“, heißt es in dem Papier.

Ziel des Konzeptes war es, ein landwirtschaftliches Grundwegenetz zu identifizieren, das für die Erschließung und Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen langfristig notwendig ist. Die Landwirtschaft könne grundsätzlich Wege mit wassergebundener Decke nutzen und sei nicht zwingend auf eine Asphaltdecke angewiesen, lautet ein Kernsatz des Fachbeitrags. Zwar sei etwa die Beseitigung von Erdresten auf geschotterten Wegen etwas schwieriger, aber nicht unmöglich.

Bei den Bau- und Unterhaltungskosten sowie Nutzungsdauer gibt es erhebliche Unterschiede. So kostet laut von der Landwirtschaftskammer angeführten Zahlen ein Kilometer unbefestigter Weg 13000 bis 75000 Euro in der Herstellung und 600 bis 1000 Euro jährlich in der Unterhaltung. Eine Betondecke kostet 78000 bis 230000 Euro und 190 bis 1000 Euro in der Unterhaltung, hat allerdings eine Nutzungsdauer von 40 bis 50 Jahren gegenüber nur 7 bis 25 Jahren bei einem unbefestigten Weg. Eine Asphaltdecke kostet 100000 bis 130000 Euro und 750 bis 1800 Euro im Unterhalt und kann 30 bis 35 Jahre genutzt werden – natürlich immer abhängig von der Belastung.

Gemäß dem Vorschlag der Landwirtschaft würde das Wirtschaftswegenetz künftig 341 Kilometer umfassen. Das entspricht laut Landwirtschaftskammer 2,84 Kilometer je 100 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche in Stemwede. Im NRW-Landesschnitt sind es demnach 4,11 Kilometer, bundesweit sogar 5,55 Kilometer.

In den nächsten Wochen wird die Verwaltung mit drei bis vier qualifizierten Ingenieurbüros Abstimmungsgespräche führen, in denen die Büros vorstellen können, wie sie – auch auf Grundlage des landwirtschaftlichen Fachbeitrags – an ein Wegekonzept herangehen würden.

mer

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