Stemweder Ausschuss-Mitglieder zweifeln noch

Kreis will einheitliche Altkleider-Sammlung

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Der Kreis Minden-Lübbecke möchte die Altkleidersammlung vereinheitlichen. Stemweder Politiker sind skeptisch.

Stemwede - Der Kreis Minden-Lübbecke strebt an, die Sammlung von Altkleidern kreisweit zu vereinheitlichen. Die Pläne der Behörde können allerdings nur umgesetzt werden, wenn alle Mitgliedskommunen einverstanden sind. Die Stemweder Politiker zögern noch.

Die Mitglieder des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses vertagten den Beschluss über die Harmonisierung der Altkleidersammlung im ganzen Kreis bei ihrer jüngsten Zusammenkunft auf die nächste Ratssitzung. Den meisten ist nicht klar, wieso das bestehende Konzept geändert werden soll. Bisher ist jede Kommune selbst für die Organisation der Altkleidersammlung zuständig.

Einige Eckpunkte einer einheitlichen Sammlung hat der Kreis ausgearbeitet. Dies geschah in Zusammenarbeit mit dem Institut INFA und unter Beteiligung der Verwaltungsgruppe Abfall sowie der Wohlfahrtsverbände. „Eine wichtige Prämisse war, dass den Wohlfahrtsverbänden gegenüber dem jetzigen Status keine Nachteile entstehen“, heißt es seitens des Kreises. Denn die Verbände finanzieren ihre karikative Arbeit zum Teil aus den Erlösen der Sammlung. So auch der DRK-Ortsverband Stemwede.

Die flächendeckende Sammlung sollen laut dem Kreis illegale Annahmen erschweren. Das Konzept: Die Wohlfahrtsverbände schaffen zusätzlich zu den bestehenden Containern 218 weitere Behälter an. Transport, Sortierung und Verwertung der Kleidung werden durch den Kreis ausgeschrieben. Die Behörde bekommt den Erlös der Vermarktung. Im Gegenzug zahlt sie Miete an die Wohlfahrtsverbände. Die Miete deckt den Erlösausfall der gemeinnützigen Organisationen, die im vergangenen Jahr 60.000 Euro durch Altkleider verdient haben. Die Gemeinde und Städte kassieren Standplatzmiete von den Wohlfahrtsverbänden. Diese erstattet der Kreis wiederum den Wohlfahrtsverbänden.

Nach Beginn der kommunalen Sammlung der Altkleider kann seitens der unteren Abfallbehörde gegen gewerbliche Sammler abfallrechtlich vorgegangen werden, so der Kreis Minden-Lübbecke.

Er hat in Zusammenarbeit mit den anderen Beteiligten verschiedene Szenarien für die zukünftige Sammlung ausgearbeitet. Bezogen auf die Gemeinde Stemwede würde das neue System im besten Fall eine jährliche Ersparnis von rund 2300 Euro (17 Cent pro Einwohner) bedeuten, im schlechtesten Fall einen jährlichen Mehrbetrag von rund 9900 Euro (72 Cent pro Einwohner). Ein möglicher Mehrbetrag könnte teilweise durch die an die Gemeinde fließenden Standplatzmieten ausgeglichen werden. Überschüsse aus der Sammlung und Vermarktung der Altkleider sollen in den Gebührenhaushalt und somit an die Bürger zurückfließen.

Jürgen Lückermann (FWG) war skeptisch. Solange der Kreis nicht konkreter darstellen könne, welche Vorteile das neue Konzept bringe, „sollte man es stumpf so lassen, wie es ist“. Auch die meisten anderen Mitglieder vermissten genauere Informationen, wieso das alte System geändert werden müsse. Paul Lahrmann (SPD) vertrat eine andere Meinung. Alle Gründe zur Änderung seien vom Kreis aufgelistet worden. „Ich weiß nicht, wieso man dazu nicht ja sagen kann“. Die Mitglieder des Ausschusses einigten sich, vorerst nichts zu beschließen.

Hintergrund: Hohe Erlöse

Im Mühlenkreis werden Altkleider aktuell durch den Paritätischen Förderverein für soziale Arbeit, das Deutsche Rote Kreuz und die Kolpingfamilie Minden gesammelt. Die Wohlfahrtsverbände haben an circa 80 Stellen 92 Altkleidercontainer aufgestellt, 50 davon im öffentlichen Raum. In den Containern kamen im vergangenen Jahr 323 Tonnen Kleidung zusammen. Nach Angaben der Wohlfahrtsverbände wurden Erlöse in Höhe von 60.000 Euro erzielt.

ks

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