Kindergarten sammelt Spenden für Asylbewerber / Kuscheljacken und Spielzeug

Kinder lauschen Flüchtlingen

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Fleißig hatten die Eltern mit den Kindern Spenden für die Flüchtlingshilfe zusammengetragen.

Niedermehnen - Als Lars Schulz vom Wehdemer Life House am Mittwochmorgen den Niedermehner DRK-Kindergarten „Wutzelhausen“ betrat, glaubte er seinen Augen nicht zu trauen. Kindergartenleiterin Monika Hartmann hatte ihn gebeten, einige gesammelte Spenden für die Flüchtlinge in Stemwede abzuholen. Hinter der Eingangstür stapelten sich Kartons, Koffer und Taschen – bis zum Rand gefüllt mit Kleidung und Spielsachen für die Flüchtlingskinder.

„Im Rahmen des Weltkindertages haben wir im Kindergarten aufgerufen, Kinderkleidung und Spielzeug zu spenden – insbesondere für die Kinder unter den Flüchtlingen“, erklärte Hartmann die Aktion.

Mit den Mädchen und Jungen habe man in der Kita gemeinsam die Kindernachrichten im Fernsehen verfolgt und die Flüchtlingshilfe thematisiert, so die Leiterin. Daraufhin habe das Team dann einen Brief an die Eltern verfasst – mit der Bitte um Spenden für die Flüchtlingskinder und Hinweisen, was diese brauchen. „Das war in erster Linie warme Kleidung, einfaches Spielzeug und Taschen“, so Hartmann. „Wir haben Spielzeugautos, Knete und Anspitzer mit eingepackt“, erzählt Juri stolz und Bennet hatte mit seiner Mutter warme Hosen und „zwei Kuscheljacken“ für die Spendenaktion geliefert.

„Wir wollen die Kinder für das Thema sensibilisieren“, sagte Hartmann. Laut Aussage der Niedermehner Erzieherinnen sei es ihnen wichtig, den Mädchen und Jungen den Blick dafür zu öffnen, dass es hier und anderswo Menschen gibt, denen es schlechter gehe als ihnen. „Wir wollen jenen helfen, die Hilfe bitter nötig haben“, so Erzieherin Stefanie Strauß.

Lars Schulz war in Begleitung zweier Flüchtlinge in die Kita gekommen. „Das sind Morteza aus Afghanistan und Imad aus Syrien“, stellte er seine Begleiter vor. „Beide leben vorübergehend in Stemwede.“ Den Kindergartenkindern erklärten die Männer, warum sie nach Deutschland gekommen sind und wie schwierig ihre Flucht war. „Zwei Monate lang war ich zu Fuß, mit dem Schiff oder dem Zug unterwegs“, erzählte Imad. In dem kleinen Boot, welches ihn von der Türkei nach Griechenland gebracht habe, seien 45 Menschen gewesen, darunter auch etliche Kinder. „Viele von ihnen konnten nicht schwimmen – doch Schwimmwesten gab es keine. Das war sehr gefährlich“, erinnerte sich Imad. Die Kinder hörten gespannt zu. Fasziniert waren sie auch, als Imad und Morteza die deutsche Sprache in deren Muttersprache Arabisch übersetzten. „Klingt komisch“, waren sich die Kinder einig. Auch schreiben würden sie ganz anders, erklärte Schulz. Zum Abschluss gab für alle Kinder eine Karte mit dem eigenen Namen in arabischer Schrift geschrieben.

hm

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