INI zieht ihren Antrag zurück

Keine Gesamtschule für Stemwede

Stemwede - Von Anika Bokelmann. Der große Umbruch der Stemweder Schullandschaft, der in den vergangenen Monaten breit diskutiert worden war, wird zunächst nicht in Kraft treten. Der Träger der geplanten Gesamtschule, die Initiative für Jugendhilfe, Bildung und Arbeit (Ini) aus Lippstadt, hat den Antrag auf Genehmigung einer Gesamtschule zurückgezogen. „Wir fegen jetzt die Scherben zusammen“, kommentierte Ini-Geschäftsführer Thomas Assmann die jüngste Entwicklung auf Nachfrage. Die Gemeindeverwaltung wurde über den Rechtsbeistand der Ini über den Schritt informiert.

Über die Rücknahme des Antrags informierte die Bezirksregierung Detmold als Genehmigungsbehörde. „Die Prüfung der Antragsunterlagen ist abgeschlossen“, teilte Andreas Moseke von der Bezirksregierung mit. Es habe sich dabei abgezeichnet, dass dem Antrag auf Gründung einer Gesamtschule in Stemwede nicht entsprochen werden könne. „Die Mängel des Vorhabens sind trotz einiger Nachbesserungen des Antragstellers weiterhin so gravierend, dass wir nicht davon ausgehen, die beantragte Errichtung der privaten Gesamtschule genehmigen zu können“, so Moseke.

Die Behörde hatte der Initiative Assmann zufolge einen umfangreichen Fragenkatalog zugeschickt, in dem sie nahezu alle Aspekte, die zur Gründung der Gesamtschule dargelegt werden müssen, hinterfrage. „Es gibt Rückfragen zu jedem Lehrer, zu den Räumen und mehr“, berichtet Assmann. Er ist zwar der Ansicht, dass „sich alle Zweifel ausräumen lassen, aber das schaffen wir in der Zeit einfach nicht“. Denn für die Rückmeldung hat die Bezirksregierung dem Antragsteller lediglich eine dreiwöchige Frist eingeräumt. „Erst hören wir monatelang gar nichts von der Bezirksregierung und jetzt soll acht Wochen vor den Sommerferien alles so schnell gehen“, kritisiert Thomas Assmann.

Die Bezirksregierung hatte dem Antragssteller am 2. Mai die Gelegenheit gegeben, im Rahmen einer Anhörung Stellung zu nehmen, heißt es aus Detmold. Doch die Ini hat sich dazu entschlossen, den Antrag auf Genehmigung der neuen Schulform in privater Trägerschaft in Stemwede zurückzuziehen. Auch mit der Gemeindeverwaltung sei dieser Schritt besprochen worden, so Assmann. „Der Vertrag mit der Gemeinde hätte nochmal juristisch überprüft werden müssen“, sagt er weiter mit Blick auf den zeitlichen Rahmen.

„Wir haben uns vorbehalten, den Antrag wieder aufleben zu lassen“, unterstreicht Ini-Geschäftsführer Assmann, dass der Verein noch nicht endgültig mit seinen Plänen abgeschlossen habe. „Jetzt ist die Enttäuschung natürlich erstmal groß“, so Assmann weiter. Schließlich sei man von einer anderen Entwicklung ausgegangen und habe viel Arbeit in das Vorhaben gesteckt.

Dass es nun also zunächst doch keine Gesamtschule in Stemwede geben wird, beschäftigte am Abend auch die Ratsmitglieder. In der Sitzung im Gasthaus Reddehase äußerte sich Bürgermeister Kai Abruszat: „Es gibt weder Anlass für Triumphgeheul bei den Gegnern der Gesamtschule, noch dafür, in Sack und Asche zu gehen.“ Denn die Fakten blieben unverändert, machte Abruszat deutlich und ließ Zahlen sprechen – während die Stemweder-Berg-Schule im Sommer mit 80 Kindern und insgesamt vier Klassen starten würde, sehe das in den Folgejahren schlechter aus, so der Bürgermeister. „Ein dauerhaft eigenständiges Schulangebot wird es in Stemwede nicht geben“, machte der Verwaltungschef deutlich. Daher müssten Konsequenzen gezogen werden.

„Es könnte für das Schuljahr 2017/18 einen erneuten Antrag geben“, berichtete Abruszat den Ratsmitgliedern. Den aktuellen Sachverhalt gab der Bürgermeister zunächst zur weiteren Beratung in die Fraktionen. So wird der Schulausschuss der Gemeinde Stemwede bei seiner Sitzung am 15. Juni noch einmal als Forum für inhaltliche Diskussionen genutzt werden.

Über den zurückgezogenen Antrag wollte die Ini am Mittwochabend die Eltern der bereits an der Gesamtschule angemeldeten Kinder per E-Mail informieren. In dem Schreiben bedankt sich die Ini für das Vertrauen, das die Eltern der Initiative mit der Anmeldung ihres Kindes entgegengebracht hätten. Ferner erklären die Akteure darin, dass „wir reagieren müssen“. Um den Eltern Planungssicherheit zu geben, dies ist auch ein wichtiger Aspekt für Bürgermeister Kai Abruszat, habe man das Antragsverfahren gestoppt, teilt Thomas Assmann mit. „Es wäre unsererseits unverantwortlich, jetzt den Eindruck zu vermitteln, dass wir von einem Start der Schule noch in diesem Schuljahr ausgehen“, fasst er zusammen.

Gleiches teilte Assmann am Abend beim Elternstammtisch im Life House mit. Er hatte es als seine Aufgabe angesehen, die Nachricht persönlich zu übermitteln. „Wir sind jetzt nicht einfach weg, sondern werden unsere Entscheidung erklären“, sagt der Ini-Geschäftsführer. Damit wolle man der Verantwortung gegenüber Eltern und Schülern gerecht werden.

Mehr zum Thema:

Schau der Besten in Verden: Miss-Wahl 

Schau der Besten in Verden: Miss-Wahl 

„Madame“ gewinnt Miss-Wahl für Milchkühe

„Madame“ gewinnt Miss-Wahl für Milchkühe

Ismaels Leistungsträger

Ismaels Leistungsträger

VW Arteon: Erste Fotos vom CC-Nachfolger

VW Arteon: Erste Fotos vom CC-Nachfolger

Meistgelesene Artikel

Einbrecher erbeuten Tresor aus Supermarkt

Einbrecher erbeuten Tresor aus Supermarkt

Dreijähriges Kind und 34-Jähriger verletzt

Dreijähriges Kind und 34-Jähriger verletzt

Kommentare