Heimatverein informiert zur Johannisnacht

Keine einfachen Zeiten

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Gelungener Abend: Die Akteure des Heimatvereins schlüpften in die Rollen historisch wichtiger Personen in Levern und ließen dabei mit viel Humor die Geschichte Leverns lebendig werden. 

Levern - Kurzweil zur Johannisnacht bot jetzt der Heimatverein Levern. In Texten und Liedern brachten die Akteure des Vereins ausgewählte Stationen der tausendjährigen Geschichte Leverns rund 100 Gästen in der Stiftskirche näher. Der Abend wollte außerdem Lust wecken, an einer der historischen Ortsführungen des Heimatvereins teilzunehmen.

Wilfried Bartsch, der als Moderator den roten Faden durch die gut einstündige Zeitreise in den Händen hielt, startete im Jahr 969 als Levern erstmals urkundlich erwähnt wurde. Als Zeitzeugen für das frühe Mittelalter ließ er Probst Bernhardus (Thomas Horst) auftreten, den ersten Probst des Zisterzienser Klosters von 1227 bis 1241. Die Reformationszeit, als aus dem Kloster ein freiweltliches, evangelisches Damenstift wurde, vertraten die Stiftsdamen (Ingrid Hoelscher, Antje Egbert und Christel Bade) und Magd Lottchen (Kerstin Speckmeier).

„Die Damen durften das Stift verlassen, um zu heiraten – jemanden der ledig, vermögend und von Adel war“, erläuterte Wilfried Bartsch. An diesem Abend war niemand unter den männlichen Gästen, der diese Voraussetzungen erfüllt hätte, wie sich herausstellte. Einfach waren die Zeiten nicht. Das merkte auch der Spielmann (Rüdiger Lusmöller). Er hat damals wie heute ein schweres Auskommen mit seinem Lohn.

Das 17. Jahrhundert vertrat Eberhard von Mallinkrodt (Kris Kallmeyer), der Domdechant zu Minden war von 1600 bis 1617 Probst in Levern. Nachdem das Damenstift ausgelöst war, hat der Bade- und Kurbetrieb neuen Schwung nach Levern gebracht, erinnerte Wilfried Bartsch. Darüber hinaus sorgte im 19. Jahrhundert Kochbuch-Autorin Henriette Davidis (Karin Klanke) für eine gewisse Bekanntheit des Ortes. Sie und ihre Freundin Luise Holle (Martina Holle) verteilten im Kirchenschiff leckeren altdeutschen Napfkuchen. „Da ist kein Cholesterin drin. Das kannte man damals noch gar nicht“, erklärten die beiden Frauen mit einem Augenzwinkern.

Kleine Seitenhiebe auf die heutige Zeit gab es ebenfalls. Wegen der ganzen Umleitungen konnte der Kurgast aus Münster (Anneliese Fischer) die Badeallee nicht finden. Einzig Ritter Worad (Joern Spreen-Ledebur), dessen Schenkung im frühen Mittelalter es zu verdanken ist, dass Levern erstmals urkundlich erwähnt wurde, fehlte an diesem Abend. Heftiger Regen und Hagelschauer hatten den Edelmann ferngehalten und seinen Einsatz an anderem Ort erfordert.

Mit der Wirtsfrau Wiedemanns Guste (Elke Lamburn) und dem Nachtwächter Schwengel (Horst Stegemöller) war fast wieder die Gegenwart erreicht. Bis 1937 beachte ein Nachtwächter den Ort gewissenhaft. „Damit gab es in Levern den letzten hauptamtlichen Nachtwächter in Deutschland“, weiß Stegemöller. Nach der heiteren Zeitreise nahm er die Gäste mit in die Gewölbekeller im historischen Ortskern von Levern. Dort klang der Abend mit Bänkel- und Küchenliedern und guten Getränken aus. 

SoR

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