Ortsteilgespräch in Oppendorf dreht sich um Straßen, Friedhof und Schützenhalle

Kein Anlass für Zukunftsangst

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Themen beim Oppendorfer Ortsteilgespräch waren unter anderem die Friedhofsmauer (links) und der Platz mit den Altglas-Containern.

Oppendorf - "„Eine starke Ortsgemeinschaft mit vielen kreativen Ideen und großem sozialen Zusammenhalt“ – mit diesen Worten beschreibt Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat Oppendorf. Beim Ortsteilgespräch am Dienstagabend im Gasthaus Bosse bot er den Bewohnern des 818-Einwohner-Dorfes Gelegenheit zum Austausch. Die zahlreichen Gäste interessierten sich unter anderem für Oppendorfs Straßen, den Friedhof, den benachbarten Altglas-Container-Platz und die Schützenhalle.

Im Gasthaus Bosse bot Bürgermeister Kai Abruszat (stehend) Möglichkeit zum Austausch.

„Es besteht kein Anlass für Trauer und Zukunftsangst“, stimmte Abruszat zu Beginn zuversichtlich. Ende vergangenen Jahres lebten ihm zufolge in Oppendorf 818 Einwohner, 19 mehr als Ende 2014. „Der Abwärtstrend, den es gegeben hat, ist gestoppt“, so der Bürgermeister. Seit Januar gebe es in dem Ortsteil vier Neugeborene – so viele, wie im gesamten Jahr 2015. Auch Stemwede stehe vor den Herausforderungen des demografischen Wandels, räumte Abruszat ein. Doch er betonte: „Wir sind keine sterbende Gemeinde.“ Derzeit besuchen ihm zufolge 20 Kinder den Oppendorfer Kindergarten in Trägerschaft des DRKund damit „erheblich mehr als in den Vorjahren“.

Damit Oppendorf attraktiv bleibt, hat sich der Förderkreis Dorfentwicklung Einiges überlegt. So regte die zweite Vorsitzende Marion Buck an, den Platz mit den Altglas-Containern zwischen Feuerwehr und Friedhof zu verschönern. Der Vorschlag stieß bei Abruszat auf offene Ohren. Bei guten Ideen würden Gemeindearbeiter dabei helfen, versprach er.

Großen Raum nahm das Thema Straßen ein. Den Anstoß gab auch hier der Förderverein. Buck fragte, ob es möglich sei, das Ortsbild durch Pflanzen an Straßenrändern zu verschönern. Laut Abruszat müsse die Gemeinde zunächst ein Wirtschaftswegekonzept und ein Straßenunterhaltungsprogramm auf den Weg bringen. „Und dann können wir über Bepflanzung reden und es uns schön machen an den Straßenrändern.“ Der Verwaltungschef verschob das Thema daher bis zum Herbst.

Mehrmals betonte er, wie wichtig die Kategorisierung von Stemwedes Straßen sei. „Meine Überzeugung ist, dass wir die über 600 Straßenkilometer nur schwerlich unterhalten können.“ Noch seien die Straßen im Vergleich zu anderen Kommunen in einem ordentlichen Zustand. Sie müssten so in Schuss gehalten werden, dass sie nicht komplett erneuert werden müssen. Dann würde das Kommunalabgabengesetz greifen. Für Anlieger bedeute dieses Gesetz Kosten, für die Verwaltung Ärger. Ein Oppendorfer sprach in diesem Zusammenhang an, dass viele LKWs auf Straßen führen, die dafür nicht ausgelegt seien. Wer Ideen für eine intelligente Beschilderung habe, könne sich an die Gemeinde wenden, bot Abruszat an.

Ein weiteres Thema, das im Fokus stand, war das Friedhofswesen. Marion Buck erkundigte sich über dessen Zukunft. „Was uns am Herzen liegt, ist die Friedhofsmauer“, sagte sie. „Sie ist sehr bröckelig.“ Abruszat verdeutlichte, dass die Mauer nicht erneuert werde, solange von ihr keine Gefahr ausgehe. „Den Wunsch verstehe ich. Aber man kann eine solche Investition nicht stemmen“, sagte er. Die Mauer zu renovieren würde die Gemeinde einen fünf- bis sechsstelligen Geldbetrag kosten.

Der Bürgermeister verwies auf die allgemeine Problematik des Friedhofswesens in Stemwede. Wenn man die Gemeinde neu gründen würde, käme niemand auf die Idee, so viele Friedhöfe und Kapellen zu errichten, veranschaulichte er. In Oppendorf halte man zum Beispiel für eine einstellige Zahl an Bestattungen pro Jahr (2015 acht, 2014 sieben) eine entsprechende Infrasstruktur hoch. Er wisse, dass man das Thema nicht nur unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachten könne. Trotzdem prognostizierte er, die jetzige Infrastruktur auf den Friedhöfen auf Dauer nicht halten zu können. Es seien schwierige Entscheidung, mit der sich der Arbeitskreis Friedhöfe derzeit befasse. Monika Lösche berichtete aus diesem Arbeitskreis, dass nicht vorgesehen sei, irgendeinen Friedhof stillzulegen.

Abruszat rollte bei dem Gespräch das Thema Schützenhalle auf. Überlegungen, diese an den Schützenverein zu übergeben, gibt es schon lange. Abruszat: „Ich persönlich halte es für richtig, wenn gemeindliches Eigentum in den Bereichen Sport, Kultur oder Schießsport von den ortsansässigen Vereinen übernommen und bewirtschaftet wird.“ Die Bewohner wüssten besser, wo Investitionen erforderlich seien. Er könne sich vorstellen, dass sich der Verein verpflichtet, die Anlage zu pflegen. Im Gegenzug könnte die Gemeinde Zuschüsse zum Dach, zur Decke und zu Elektroarbeiten zahlen. Letztlich sei es jedoch eine Entscheidung des Rates.

Ein weiteres Thema war das Baurecht. Ein Gast kritisierte, dass Bauvorhaben abseits der Siedlungen oftmals scheiterten. Abruszat pflichtete ihm bei. Es sei „ein Skandal“, dass der Außenbereich vernachlässigte werde. Er signalisierte, sich für Betroffene einzusetzen.

ks

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