Ausschuss gegen Fusion der Jugendfeuerwehr

„60 Jugendliche in einer Gruppe sind zu viel“

Stemwede - „Der Zusammenschluss von Löschgruppen verdient Unterstützung“, erklärte Bürgermeister Kai Abruszat und bedankte sich am Mittwoch für die Bereitschaft der ehrenamtlichen Mitglieder für diesen „wegweisenden Schritt“. Doch was für einige Löschgruppen der Stemweder Feuerwehr gilt, soll nicht auf die Jugendfeuerwehr übertragen werden. Die Hauptausschussmitglieder waren sich einig, dass die Jugendfeuerwehrgruppen Drohne-Dielingen und Haldem weiterhin einzeln bestehen bleiben sollen und nicht, wie im Entwurf des Brandschutzbedarfsplans vorgesehen, als eine Gruppe an einem neuen Standort zusammengefasst werden.

„60 Jugendliche in einer Gruppe sind einfach zu viel“, kritisierte Jürgen Lückermann (FWG). Zuvor hatte Jens-Christian Petri von der Firma Orgakom, die den Brandschutzbedarfsplan aufgestellt hatte, eine Fusion der Jugendgruppen empfohlen. „So lässt sich eine gute Ausbildung des Nachwuchses auch künftig sichern“, begründete er den Vorschlag. Zudem verspreche er sich „höhere Standards“.

Das sahen die Stemweder anders und äußerten sich zu der noch ausstehenden Entscheidung. Ein Aspekt war dabei die Frage nach einem Standort für die gemeinsame Gruppe. „Dann wäre noch ein weiteres Haus nötig“, befürchtete Wolfgang Fricke (FDP). Ratsfrau Brigitte Höger-Allhorn (CDU) erkundigte sich daher nach den Auflagen, die eine Jugendfeuerwehr erfüllen müsse. Petri, der neben Steffen Lutter federführend an dem Entwurf des Brandschutzbedarfsplans mitgewirkt hatte, erläuterte, dass die Gruppe qualifiziert untergebracht werden müsse – „ob mit einer Löschgruppe zusammen oder getrennt, ist dabei nicht entscheidend“.

Hermann Gesenhues (Grüne) berichtete, dass die Jugendfeuerwehrwarte sich wünschten, die Häuser der Löschgruppen wie bislang weiternutzen zu dürfen. „Dort ist das Equipment und auch Schulungsräume.“ „Wir sollten diesem Wunsch nachkommen und kein Extragebäude für die Jugend vorhalten“, meinte dazu Wilhelm Riesmeier (SPD). Das derzeitige Feuerwehrgerätehaus in Haldem, das nach der Fusion der Löschgruppe mit Arrenkamp leer stehen wird, könnte anders genutzt werden, sagte Gesenhues.

Zur Jugendfeuerwehr äußerte sich auch Kai Abruszat. „Wir haben eine überragende Jugendfeuerwehr hier in Stemwede, auf die wir stolz sein müssen“, betonte der Bürgermeister mit Blick auf die zahlreichen Siege bei Wettbewerben. Doch die Organisation der Gruppen, in der Nachwuchs für die Freiwillige Feuerwehr ausgebildet werde, sollte selbigen überlassen werden. „Wir werden niemandem eine Lösung überstülpen und Entscheidungen mit großer Sensibilität fällen“, erklärte Abruszat.

Abschließend betonte Stemwedes Gemeindebrandmeister Joachim Lübke, dass er zuversichtlich sei, auch künftig weiter Nachwuchs für die Löschgruppen zu finden und die Feuerwehr damit weiter ihre Aufgaben erfüllen werde.

abo

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