Bis Jahresende wohl 220 Asylbewerber

Gemeinde wartet noch immer auf Geld

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Mediengruppe Kreiszeitung

Stemwede - Die Zahl der Asylbewerber steigt und steigt – bis zum Jahresende womöglich auf eine Million Menschen. Gemäß des Verteilungsschlüssels muss die Gemeinde Stemwede davon rund 220 aufnehmen. Laut Ordnungsamtsleiter Werner Bahnemann sind – Stand 31. Oktober – 160 Flüchtlinge in der Gemeinde untergebracht. Er rechnet daher mit der Zuweisung von mindestens weiteren 60 Asylbewerbern zum Jahresende.

Bund und Land haben den Kommunen schnelle finanzielle Hilfe zugesagt. Die soll ab Dezember fließen. „Es wird höchste Zeit, dass Bund und Land zu Potte kommen“, findet Kai Abruszat. „Wir haben bisher nicht einen Euro bekommen“, kritisiert der Stemweder Bürgermeister, dass die Gemeinde mit über einer Million Euro – dem Geld der Bürger – in Vorleistung gehen musste und sich dadurch personell in einer schwierigen Situation befindet. Ohne das Ehrenamt, so Abruszat, wäre die Situation wegen der „unzureichenden Planung von Bund und Land“ sogar noch schwieriger.

Auch Bahnemann lobt in der Vorlage zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 25. November ab 17 Uhr in der Leverner Festhalle: „Die vielfältigen Leistungen der ehrenamtlich Tätigen im Arbeitskreis Asyl und Life House ... können gar nicht hoch genug geschätzt werden.“ Zusätzlich greifen demnach in Kürze durch Fördermittel des Bundes und Landes eingerichtete Betreuungen für unbegleitete Minderjährige sowie umfängliche Sprachförderungen.

Trotz der finanziellen Unterstützung muss die Gemeinde einen erheblichen Eigenanteil aufbringen – laut Abruszat nach aktuellem Stand 380000 Euro.

Eine Prognose für das kommende Jahr ist laut Bahnemann schwierig. Bei den Berechnungen für den Haushalt 2016 wurde zunächst von 20 Neuaufnahmen pro Monat ausgegangen, was allerdings einen erheblichen Rückgang der Zuweisungen gegenüber der aktuellen Situation voraussetze, heißt es in der Sitzungsvorlage. Abruszat ist eher pessimistisch. „Wir werden 2016 nicht mit einer Entspannung rechnen können.“

Neben dem Übergangswohnheim in Wehdem mit 30 Plätzen stehen in Stemwede derzeit 24 angemietete Wohnungen sowie bis zu 30 weitere Erstaufnahmeplätze in der früheren Grundschule Twiehausen zur Verfügung. Die Grundschule Westrup wird derzeit für eine Erstaufnahme von bis zu 60 Flüchtlingen vorbereitet. Da die Gemeinde für die längerfristige Unterbringung weiter auf Dezentralität setzt, muss nach Einschätzung Bahnemanns gegebenenfalls auch der Ankauf von Objekten in Betracht gezogen werden.

mer

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