Interessierte entdecken auf Bohmter Flugplatz die Welt des Segelfliegens

Mit 300 PS in den Himmel

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Vor jedem Start wird eine Liste laut vorgelesen.

Bohmte - „Da ist ja einfacher als ich dachte.“ „Ich durfte selber steuern.“ Diese Bemerkungen fielen von Neulingen im Luftsport in Bohmte. Bei bedecktem Himmel begrüßten die Verantwortlichen viele Schnupperflieger zum Tag der offenen Tür. Darüber berichtet der Luftsportverein Wittlage.

Nach ein wenig Theorie und Verhaltensregeln auf dem Flugplatzgelände wurden die Flugzeuge an die Startstelle gebracht. Ein wenig „Bammel“ hatten die Segelfluginteressierten vor dem Windenstart. Die Skepsis war unbegründet, denn mit den eigenen Händen und Füßen an den Steuerorganen und einem Fluglehrer im Rücken entpuppte sich dieser Start als harmlos.

Bevor der Übungsdoppelsitzer „Delta 0149 startklar“ abheben konnte, musste im Flugzeug die Checkliste abgearbeitet werden. „Das wird im Airbuscockpit genauso gemacht“, erklärten die fachkundigen Helfer. „Ist man erstmal in der Luft, ist es zu spät, noch etwas zu regeln.“ Die Startvorbereitung war keine Show für Außenstehende, sondern gehört aus Flugsicherheitsgründen zum Startvorbereitungsritual. Danach wurde dem Startleiter ein Signal gegeben und mit 300 PS ging es dann gefühlvoll in den Himmel. Nach der Landung folgte der sportliche Teil, die doppelsitzigen Segelflieger mussten zum Start zurückgeschoben werden. Neidische Blicke zu den Ultraleichtfliegern gab es auch, denn da wurde mit Motorkraft gerollt.

Wer diese Schnuppersparte gewählt hatte, konnte 30 Minuten am Stück mit Fluglehrerbegleitung das Vereinsultraleicht ausprobieren. „Überhaupt nicht so schwierig, wie ich mir das vorgestellt habe“, war der Kommentar eines zukünftigen Flugschülers.

Blei ersetzt Körpergewicht: Maximilian Gärtner (14) aus Lübbecke vorm Segelflug.

Nach der Mittagspause ging es gestärkt in die zweite Halbzeit. Der 14-jährige Maximilian Gärtner aus Lübbecke musste auf die Waage. Der vordere Sitz eines Segelflugdoppelsitzers braucht eine Mindestzuladung, die bei ihm nur mit zusätzlichen Bleigewichten zu erfüllen ist. Geschnuppert hat auch Christiane Lögering. Die 34-jährige Diplom-Kauffrau und Mutter zweier Kinder probierte einen Segelflieger. „Geht richtig schnell hoch, interessant wie der Flieger auf Steuereingaben reagiert“, fand sie. Das meinte auch Sandra Fischer aus Melle, die sich auch für den Segelflug gemeldet hatte. Die 35-jährige Kundenberaterin hat schon öfter an Rundflügen teilgenommen, doch selbst ein Flugzeug steuern, sei eine bessere Erfahrung.

Am Ende des aus Vereinssicht erfolgreichen Schnuppertags, der mit einem gemeinsamen Grillen abschloss, hatten die Wittlager Luftsportler neue Freunde – und einige potenzielle Schüler – für ihren Sport gewonnen.

FL

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