Immissionen gering überschritten / Verwaltung will 90-seitiges Gutachten noch auswerten

Neues Wohngebiet ja, aber wo?

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Mediengruppe Kreiszeitung

Dielingen - Während sonst Landwirte Gutachten vorlegen müssen, wenn sie einen Betrieb aufbauen oder erweitern, war es nun Aufgabe der Gemeinde Stemwede, die Immissionsschutzbehörde um Rat zu fragen. Doch die Antwort „hört sich nicht gut an“, berichtete Cord Hegerfeld am Donnerstagabend im Bauausschuss.

Die von der Verwaltung geplante Erweiterung des Wohngebiets nördlich des Stemshorner Wegs in Dielingen sieht die Kreisbehörde kritisch, weil die Grenzwerte bei den Geruchsimmissionen aufgrund der Nähe zum landwirtschaftlichen Betrieb Schmudde gering überschritten werden.

„Wir werden sehen, welche Spielräume wir haben“, versprach Bürgermeister Kai Abruszat, gemeinsam mit dem Kreis nach einem Kompromiss zu suchen. Das Gutachten müsse zunächst noch ausgewertet werden, erklärte er mit Blick auf den kurzfristigen Erhalt der rund 90-seitigen Ausführung. Diese lag bis zur Sitzung auch nicht allen Beteiligten des Bauausschusses vor.

Aufgrund der großen Nachfrage – laut Bauamtsleiterin Birgit von Lochow gilt Dielingen als ein Siedlungsschwerpunkt der Flächengemeinde – dürfe man „die Flinte noch nichts in Korn werfen“, so Hegerfeld. „Wir brauchen die Fläche“, machte Abruszat deutlich.

Auf andere Alternativen im Ortskern verwies Hermann Gesenhues (Grüne), woraufhin von Lochow erklärte: „Dielingen ist kompliziert.“ Die Erweiterungsmöglichkeiten seien sehr begrenzt – die Bahnlinie, L766 und die niedersächsische Landesgrenze würden die Ausweisung neuer Bereiche erschweren. Zudem ist von Lochow zufolge der Osten Dielingens stärker als Wohnbereich nachgefragt, weil dort Kindergarten, Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten vorhanden sind. „Daher liegt das geplante Areal ganz oben auf unserer Prioritätenliste“, unterstrich die Bauamtsleiterin.

Allerdings dürfe man nicht außer acht lassen, dass es „gesunde Wohnflächen“ seien müssten, die man anbiete. Die erhöhten Immissionswerte müssten daher ernst genommen werden, sagte Bürgermeister Abruszat. Dass sich diese in Zukunft nicht verbessern werden, wurde in einer Sitzungsunterbrechung deutlich: Darin erklärte Heinz Schmudde, dem 2001 die Fläche von der Gemeinde für seinen Hof zugewiesen worden war, dass er plane, seine Landwirtschaft zu erweitern. „Da sind Probleme doch schon vorprogrammiert“, meinte Jürgen Lückermann (FWG) und fragte nach einer anderen Lösung. „Wir können uns doch nicht offen gegen den Bürger stellen“, unterstrich er.

Auf eine zielführende Lösung einigten sich die Mitglieder des Fachgremiums noch nicht. Bauausschussvorsitzender Michael Baude plädierte dafür, das Thema an die Verwaltung weiterzureichen, die nach Ersatzgebieten suchen soll. Einstimmig entschieden die Mitglieder, die Diskussion im nächsten Bauausschuss weiterzuführen.

abo

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