Hunderte Biker rollen zum zehnten Treffen am Wehdemer Life House an

Heiße Öfen und flotte Flitzer

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Heinz Schneidereit und Helga Hamann waren aus Brockum zum Biker-Treffen gekommen.

Wehdem - Die Saison der Motorradfahrer neigt sich langsam dem Ende – die September-Tour zum Abschluss am Wehdemer Life House scheint jedoch fest im Terminkalender der Biker verankert. Aus Nah und Fern kamen am Sonntag PS-starke Maschinen nach Wehdem.

Mit bangem Blick hatte Wilhelm Lindemann vom veranstalteten Verein für Jugend, Freizeit und Kultur (JFK) am Vorabend in den wolkenverhangenen Himmel geblickt und auch die Wettervorhersagen machten wenig Mut auf eine spätsommerlichen Open-Air-Veranstaltung. Manchmal kommt aber doch alles anders. Der Sonntag grüßte schon am frühen Morgen mit herrlichem Sonnenschein und animierte hunderte Biker zur Spritztour. Schon gegen Mittag hatte Lindemann um die 200 Motorräder gezählt. Ein ständiges Kommen und Gehen ließ ihn schätzen, dass über den Tag verteilt zwischen 500 und 700 Maschinen den Weg zum Life House finden würden.

Einer von ihnen war Heinz Schneidereit aus Brockum. Frisch poliert hatte er seine Moto Guzzi aus dem Jahr 1984 und sich am Morgen auf den Weg gemacht. „Das ist eine California II“, erklärte er. Die Maschine sei zwar schon mehr als 30 Jahre alt, aber noch in einem Top-Zustand. Um nicht allein durch die Gegend fahren zu müssen, hat sich der 71-Jährige einen Beiwagen angeschafft. „Der Eineinhalb-Sitzer aus England ist auch schon 15 Jahre alt“, sagt er, aber ebenfalls gut in Schuss. Gemeinsam mit Helga Hamann sei er unterwegs. Für kommenden Sonnabend haben beide die Tour nach Syke zum Kinderhospiz Löwenherz geplant. „Dann kommen dorthin Motorradfahrer aus der ganzen Region und drehen mit den Kindern ihre Runden“, erklärt Schneidereit.

Nur noch 100 Stück auf der ganzen Welt gibt es laut Wolfgang Polinski von seiner Honda Rebel California. Viereinhalb Monate lang habe er das Schätzchen aus dem Baujahr 1986 restauriert, erzählt der Sammler. Insgesamt besitze er 26 alte Maschinen. „Nun sind es aber genug“, sagt der 63-Jährige aus Lübbecke. Das Hobby sei doch recht platz- und gleichermaßen kostenintensiv.

Was einst als kleines Biker-Frühstück begonnen habe, habe sich ganz schön gemausert, sagt Lindemann über die zehnte Auflage des Biker-Treffens. Das Beisammensein unter Gleichgesinnten nutzten die Besucher immer wieder gern für ausführliche Benzingespräche, informierten sich beim Rundgang über Neuigkeiten auf dem Motorradmarkt und zückten gerne die Kamera, um einige der blitzblank geputzten heißen Öfen aufs Foto zu bannen.

Begeistert von so viel Chrom war auch Bjarne Ostriga. Der Neunjährige hatte sich auf dem Sozius mit seinem Papa Thomas aus dem 42 Kilometer entfernten Uchte auf den Ritt gemacht und stiefelte nun verzückt in kompletter Motorradkluft durch die Reihen.

Nebenher sorgte ein Team von 15 Ehrenamtlichen des JFK dafür, dass niemand hungrig oder durstig das Gelände verlassen musste. Herzhaftes und Süßes, kalte und warme Speisen, Heißgetränke und Gekühltes ließen sich die Biker schmecken. Dazu spielte die Band „twentyminutes“ Rock-, Blues- und Soul-Klassiker aus den siebziger und achtziger Jahren.

hm

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