Presbyterium spendet 500 Euro

Helfer holen den Tod ins Leben zurück

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Silke Hülsmann berichtete über die Arbeit des Hospizdienstes.

Haldem - „Es ist uns klar, dass man Schrecken und Angst nicht komplett nehmen kann. Doch wir halten es für wichtig, den Tod ins Leben zurückzuholen“, erklärte Silke Hülsman. Auf Einladung der Kirchengemeinde Dielingen/Haldem stellte sie nun im Gemeindezentrum in Haldem die Arbeit des ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdiensts Lemförde vor.

Hülsmann ist Pastoralreferentin und gelernte Krankenschwester und seit 2010 Koordinatorin des ambulanten Hospiz-Dienstes Lemförde, der von der Katholischen Kirchengemeinde „Zu den Heiligen Engeln“ getragen wird. Von der Historie der weltweiten Hospizarbeit über Organisationsstrukturen bis hin zu eigenen Erfahrungen wusste sie viel zu berichten. Das heikle Thema Tod brachte sie den rund 20 Zuhörern mit ihrer lebensbejahenden Art mit Leichtigkeit näher.

Unter den Anwesenden war auch Dr. Rainer Hafer als Ansprechpartner für die Hospiz-Stiftung Stemweder Berg. Zweck der Stiftung ist die Förderung des modernen Hospizwesens in der Region um Dümmer und Stemweder Berg. Die Sterbebegleiter fahren nicht nur Orte der Samtgemeinde Lemförde an, sondern auch der Gemeinde Stemwede von Dielingen über Arrenkamp bis nach Wehdem. Levern hingegen fällt in den Zuständigkeitsbereich des Lübbecker Hospizes. „Es gibt qualifizierte Kräfte in der Nachbarschaft“, betonte Hafer. Zur Arbeit der oftmals unter Zeitdruck stehenden Ärzte und Pfleger seien diese Leute, die am Bett sitzen und Zeit haben, eine segensreiche Ergänzung, so der Mediziner.

„Man geht zu den Leuten nach Hause“, gab Silke Hülsmann einen konkreten Einblick. „Zuhause“, das sei oftmals das Altenheim. Doch sterben auch heute noch einige Zuhause und natürlich nicht immer nur Alte, sondern auch Jüngere. Am Lebensende würden besonders soziale, psychische und vor allem spirituelle Bedürfnisse eine Rolle spielen. Trauer, Wut und Angst müssten bewältigt werden, sowohl bei Betroffenen als auch bei Angehörigen.

Bei der Vorbereitung auf diese Anforderungen hilft ein rund 120 Stunden umfassendes Seminar, das für interessierte Sterbebegleiter angeboten wird. Das Seminar soll sensibilisieren und zu einer eigenen Auseinandersetzung mit dem Tod führen. Denn: „Es ist wichtig, dass die Begleiter am Sterbenden nicht ihre eigene Geschichte abarbeiten“, formulierte es Hülsmann.

Helga Steckel vom Presbyterium bestätigte dies. Aus eigener Erfahrung berichtete sie, wie wichtig es für den Frieden eines Sterbenden sein kann, dass eine Person am Bett wacht, die „Ruhe ausstrahlt“.

Es folgte ein lebhaftes Gespräch, in dem viel Persönliches berichtet wurde und auch ein paar Tränen flossen. Durchweg einig waren sich alle, dass es in der Gesellschaft (wieder) gute Trauervorbilder geben müsse und der Tod nicht ausgesperrt werden dürfe. Am Ende überreichte Steckel im Namen des Presbyteriums eine Spende über 500 Euro an Silke Hülsmann.

Aktuell sind bei dem ambulanten Hospizdienst in Lemförde 31 Ehrenamtliche tätig, weitere Helfer sind willkommen. Unter Telefon 05443/997093 wird eine 24-stündige Rufbereitschaft angeboten. Das Büro in der Straße Am Burggraben 20 in Lemförde ist Montag und Mittwoch von 14.30 bis 17 Uhr und Donnerstag von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Weitere Informationen sowie die Bankverbindung für Spenden gibt es auf der Internetseite des Hospizdienstes Lemförde.

mama

www.hospiz-lemfoerde.de

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