Heimatbühne Stemweder Berg bietet großen Theaterspaß / Vier weitere Termine

Turbulentes Durcheinander

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Die Mimen der Heimatbühne glänzten in ihren Rollen.

Wehdem - Von Heidrun Mühlke. Wenn die Heimatbühne Stemweder Berg in plattdeutscher Mundart loslegt und humoriges Laienspiel auf die Bühne bringt, ist eines gewiss: Die Zuschauer erwartet ganz großer Theaterspaß. In vier Akten zeigte die Schauspieltruppe „Fiete Bollmann mookt Kloorschipp“ und stellte bei der Premiere am Sonntagnachmittag ihre Kompetenz eindrucksvoll unter Beweis.

Die Laienmimen begeisterten mit ihrer Spielfreude, Kostümvielfalt und gelungener Kulisse. In der fast voll besetzten Wehdemer Begegnungsstätte kam das Publikum bei dem Lustspiel aus den Federn von Hannes Hahnemann, Theresa Scholz und Gerd Meier aus dem Lachen kaum heraus.

Fiete Bollmann (Manfred Quebe) erbt kurz vor Silvester unerwartet die „Stranddistel“. Das Hotel hat bereits bessere Tage erlebt und ist recht angestaubt. Trotzdem hatte der Vorbesitzer noch vier Sterne für die „Stranddistel“ beantragt. Aber von der gehobenen Hotelkategorie ist die „Stranddistel“ weit entfernt. Im Pool ist kein Wasser, statt dessen wird im Keller eine Maus entdeckt. Dumm für Fiete, dass sich ein Prüfer des Hotel- und Gaststättenverbands angekündigt hat. Fiete Bollmann nimmt die Herausforderung an. Mit Hilfe seines Personals, dem behäbigen Zimmermädchen Sieglinde Bartels (Stefanie Klepper), der Empfangsdame Viktoria Reichert (Marianne Hohlt), dem stockschwulen Koch Max Möhre, der gerne seine Kochmontur gegen zuckersüße rosa Rüschenhemden und Blümchenhosen tauscht (Thomas Meyer) und Hotelpage Paul Kasten (Thorsten Geldmeyer) wollen sie ein Hotel mit allen Schikanen vorzeigen.

Als der vermeintliche Prüfer, Dr. Bernd Brandt, (Hartmut Winkelmann) am Abend vor Silvester, im Schneesturm fast eingefroren, auftaucht, umgarnt ihn das rührige Hotel-Team, muss den armen Steifgefrorenen aber zunächst mit dem Fön auftauen. Dann soll ein pralles Silvesterprogramm auf die Beine gestellt und dem Prüfer volles Haus vorgegaukelt werden.

Auch die beiden einzigen Gäste Olga Köster (Ines Fieseler) und ihre Nichte Sonja Schaper (Saskia Hake) sind involviert. Abwechselnd schlüpfen sie in die einfallsreichsten Kostüme und entpuppen sich als Verwandlungskünstler. Da wird Fiete mal zum Gynäkologen, mal zum Professor, der Hoteldiener mimt den Araber genauso gut wie die heiße Braut im Minirock... nur der Damensitz müsste noch einmal geübt werden und die Empfangsdame wird zur schlitzäugigen Japanerin und findet mit ihren Massagekünsten auf Anhieb das Interesse von Prüfer Dr. Brandt.

Ein turbulentes Durcheinander ist garantiert und nimmt seinen Höhepunkt in der Silvesternacht, als denn auch Tina Turner, Mireille Matthieu, Nana Mouskouri und Carel Gott die „Stranddistel“ rocken. In herrlich falschen Tönen, aber authentischer Verkleidung trällern Stars und Sternchen bekannte Schlager und Popsongs. Brillant auch Max Möhre, der als Moderator besonders von den Herren im Spitzen-Tutu angetan war. „Nu aber Hopp-hopp“, hielt er die Balletttänzer mit lapidarer Handbewegung an. Jubelnden Applaus konnte am Ende das Männerballett einheimsen. Wenn Quebe, Geldmeier und Winkelmann die Primaballerinen aus dem Schwanensee mimen, muss wirklich jeder Zuschauer lachen.

Hinter der Bühne sorgten Heidrun Winkelmann als Flüstertante, Romy Wessels für die Maske, Friedrich Lindemann für das Bühnenbild, Thomas Wessel (Technik) und viele mehr für gutes Gelingen.

„Fiete Bollmann mookt Kloorschipp“ führt die Heimatbühne noch vier Mal in der Begegnungsstätte auf. Die Termine: Sonnabend, 5. März, 20 Uhr; Sonntag, 6. März, 19 Uhr; Sonnabend, 12. März, 20 Uhr; Sonntag, 13. März, 19 Uhr.

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