Ehepaar Pernotzky vertreibt Honig aus Blützen rund um den Stemweder Berg

Heimat zum Genießen

Imker Rainer Pernotzky erklärt Gemeindeheimatpfleger Klaus Winkelmeier den Aufbau eines Bienenstocks.  - Fotos: Russ

Drohne - Von Melanie Russ. Kann man Heimat schmecken? Auf dem Regenbogenhof in Drohne ja. Dickflüssig und goldgelb mit einer Nuance Grün fließt sie aus dem Hahn, ihr Geschmack ist angenehm süß – kräftig und dezent zugleich. Zusammengetragen haben dieses Stückchen Heimat zum Genießen die Bienenvölker des Ehepaars Pernotzky. Das Besondere an ihrem Honig: Die Bienen, die ihn produzieren, bedienen sich ausschließlich der Blütenpracht am Stemweder Berg, die das Ehepaar zum Teil sogar eigens für die Bienen gesät hat.

2014 kamen Rainer und Heidi Pernotzky nicht ganz freiwillig aus Schloß Holte nach Drohne. Vertrieben ins Paradies nennt Rainer Pernotzky den Umzug im Rückblick. Was er damit meint, versteht sofort, wer den Garten des Fachwerkhauses am Kämpenweg betritt. Reich blühende Pflanzen, das lange Gras durchsetzt mit blühendem Klee – ein Paradies nicht nur für das Ehepaar, sondern auch für seine Bienen, die im Übrigen auch im Umland einen reich gedeckten Tisch vorfinden. In Brockum beispielsweise wachse auf hundert Metern Weißdorn. Das sei perfekt für Bienen, sagt Pernotzky. „So eine Pflanzenvielfalt findet man sonst nirgends.“

Auf seinem Regenbogenhof produziert und vertreibt das Ehepaar seinen Bio-Honig und allerlei mit Honig veredelte Produkte: Konfitüren, Vinegraittes, Fruchtessig und Liköre. Die etwa 70 Bienenvölker produzieren pro Jahr zwei bis drei Tonnen Honig. Das klingt viel, leben können der 68-jährige Rainer Pernotzky und seine Frau davon aber nicht, denn es gehe ihnen nicht nur darum, ein bisschen Honig zu erbeuten, wie es die meisten Hobby-Imker täten, betont Pernotzky. „Wir wollen auch Natur gestalten.“

Das Ehepaar hat darum etwa zwei Hektar Ackerflächen gepachtet, auf denen es Bienenpflanzen ansät. Das allerdings ist aufwendig und kostspielig. Dankbar sind Pernotzkys darum für die Existenz des Förderkreises für lebenspraktischen Naturschutz, einer Gruppe „bienenverrückter“ Menschen, die ihnen finanziell unter die Arme greifen und ihnen dabei helfen, den Bienen einen Lebensraum zu bieten. Unterstützung bekommen sie auch von Ortslandwirt Martin Wiese, der auf seinen Ackerflächen nach der Gerstenernte für Bienen besonders nahrhafte Pflanzen sät. „Das ist für mich nach 45 Jahren als Landwirt noch mal was ganz Neues“, so Wiese.

Stemwede lebe von und mit der Natur und habe eine besondere Beziehung zum Stemweder Berg, erinnerte Bürgermeister Kai Abruszat während einer Besichtigung der Imkerei, der Stemweder-Berg-Honig sei als Identifikationsmerkmal bestens geeignet. Auch Gemeindeheimatpfleger Klaus Winkelmeier und Ortsheimatpflegerin Inge Uetrecht sind begeistert und wollen Pernotzkys dabei unterstützen, die Bedeutung der Bienen ins Bewusstsein der Menschen zu heben. Wer sich dem Förderkreis anschließen oder auf andere Art und Weise helfen möchte, kann sich jederzeit an das Imker-Paar werden. Es kennenlernen können Interessierte auch am Sonntag, 12. Juni, im Rahmen der Sternwanderung, die auf der Wilhelmshöhe endet. Hier informieren Pernotzkys anschaulich über ihre Arbeit.

www.regenbogenhof.de

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