Handgemachter Rock, Country und Blues mit der Klaus Major Heuser Band im Life House

Pure Musik und pure Freude

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Handgemachter Rock und Blues: Dafür steht die Klaus Major Heuser Band. Am Sonnabend spielt sie im Life House.

Wehdem - Früher spielte Klaus Major Heuser in riesigen Hallen, inzwischen sind es eher Clubs. Trotzdem oder gerade deswegen ist der ehemalige BAP-Gitarrist heute rundum zufrieden mit seinem musikalischen Dasein. Er genießt die „unfassbare künstlerische Freiheit“, die er sich durch seine Zeit bei BAP heute leisten kann. Aktuell ist er mit seiner Band wieder auf Tour und am Sonnabend, 14. November, ab 20 Uhr auch im Wehdemer Life House zu Gast. Karten sind an der Abendkasse erhältlich oder können unter Telefon 05773/991401 und per E-Mail an info@jfk-stemwede.de reserviert werden. Im Interview spricht Heuser über seine Band, das aktuelle Album „57“ und seine Leidenschaft für die Musik. Die Fragen stellte Melanie Russ.

Herr Heuser, das aktuelle Album ihrer Band heißt schlicht „57“. Was verbirgt sich hinter der Zahl?

Klaus Heuser: Wir haben in der Band lange über einen Titel für das Album nachgedacht. Nur aus Quatsch und weil ich ein großer Fan von Adele bin, habe ich dann gesagt, es wäre am einfachsten, wir nehmen mein Alter. Und da war es 57. Dann kam noch hinzu, dass ich 1957 geboren wurde und dass in unserem Probenraum ein paar alte Kisten aus meiner BAP-Zeit gefunden wurden, auf denen auch überall die Nummer 57 stand. Da haben wir gedacht, das ist ein Wink des Schicksals und haben einfach diese Nummer, die auf den Cases stand, abfotografiert. Das ist dann auch das Cover geworden.

Wie lange haben Sie an dem Album gearbeitet?

Heuser: Ich arbeite immer mindestens ein Jahr an einem Album. Man merkt daran ja auch immer, wie schnell die Zeit vergeht. In zwei Monaten werde ich schon 59. Wir sind jetzt auch schon wieder an einem neuen Album dran. Wir haben im September eine Live-CD (Doppelalbum „57 live“) rausgebracht, und wir gehen im Dezember wieder ins Studio und machen eine Studio-CD, die im April 2016 erscheint.

Sie sagen, ihre jetzige Band ist die beste, in der sie je gespielt haben. Das ist eine interessante Aussage für jemanden, der lange Zeit bei BAP gespielt hat. Was unterscheidet ihre jetzige Band von BAP?

Heuser: Es hat mir noch nie so viel Spaß gemacht, in einer Band zu spielen, wie in der jetzt. Das liegt auch daran, dass die Band relativ generationsübergreifend ist. Der Schlagzeuger ist 21 Jahre jünger als ich. Das finde ich schon toll, wenn verschiedene Generationen, vor allen Dingen ja auch mit anderem musikalischem Hintergrund, zusammen spielen. Und dann kommt hinzu, dass wir alle aus verschiedenen musikalischen Richtungen kommen. Der Schlagzeuger und der Bassist haben beide Jazz studiert, der Keyboarder ist ein sehr gefragter und sehr guter Film-Komponist, der Sänger hat eine eigene Cover-Band, wo er Bruce-Springsteen-Sachen singt. Diese Mischung macht die Sache wirklich interessant. Ein Rock-Musiker hat ja bestimmte Vorstellungen, wie man ein bestimmtes Stück spielt. Und dann kommt auf einmal der Jazz-Musiker und sagt, „ich würde das aber so machen“. Da passieren oft Sachen, auf die ich alleine gar nicht gekommen wäre.

Wenn man so lange wie Sie im Geschäft ist, wird es mit den Jahren schwieriger, Lieder zu schreiben, ohne sich zu wiederholen?

Heuser: Das war noch nie leicht. Man fängt mit einem neuen Album und denkt: „Oh Gott, was soll ich denn jetzt noch machen.“ Das hat sich über die Jahre nie verändert. Erstmal muss es natürlich dir persönlich gefallen. Das ist das Wichtigste. Deswegen machst du es ja überhaupt. Ich könnte nie etwas spielen, was ich nicht selber gut finde. Und dann hat man immer die Hoffnung, dass es anderen Leuten auch gefällt. Aber die Herausforderung ist eigentlich immer dieselbe, ob du nun 20 Jahre alt bist oder bald 60.

Ihre Band ist nicht auf ein Genre festgelegt. Sie spielt Rock, Country, Blues. Welches Genre ist Ihre wahre Leidenschaft?

Heuser: Meine wahre Leidenschaft ist die Musik schlechthin. Ich höre auch gerne Klassik. Ich mache da nicht so große Unterschiede. Das hat aber auch mit meiner Entwicklung zu tun. Als kleiner Junge in der Zeit der Beatles und der Rolling Stones wollte ich unbedingt Gitarre lernen. Zu der Zeit war es aber noch nicht üblich, dass man in Jugendmusikschulen Rock- oder Jazz-Gitarre lernen konnte. Da konnte man nur Klassik-Gitarre lernen. Insofern hat sich mein Horizont von Anfang an sehr erweitert. Ich war immer offen für alle anderen Musikrichtungen.

Hat Ihre Zeit bei BAP noch Einfluss auf Ihre Musik?

Heuser: Ich weiß nicht, ob die Zeit Einfluss auf meine Musik hat, aber die Gruppe hat natürlich Einfluss auf mein Leben. Ich kann mir viele Dinge leisten, die ich mir ohne BAP nicht hätte leisten können. Wie zum Beispiel, dass ich jetzt mein Ding machen kann, ohne Rücksicht auf Verluste. Ich muss mich nicht verbiegen nur des kommerziellen Erfolgs wegen. Das ist eine unfassbare künstlerische Freiheit. Ich bin mir sicher, dass viele Stücke, die ich im Moment schreibe, eigentlich besser sind als die, die ich früher geschrieben habe. Aber es ist eben nicht mehr die Zeit und deswegen hat man dann nicht mehr so viele Zuhörer.

Welche Themen spielen in Ihren Liedern ein wichtige Rolle?

Heuser: Die Themen ergeben sich von alleine. Ich habe jetzt natürlich einen anderen Blick auf die Welt, als ich mit 20 hatte. Man ist Vater geworden, hat eine Familie gegründet, meine Frau arbeitet inzwischen in der Politik, da bekomme ich viele Hintergründe mit. Und die Welt ist im Moment ja aufregend genug.

Wie kam es eigentlich zu Ihrem Spitznamen „Major“?

Heuser: Das ist eine ganz alte Geschichte. Als ich bei BAP angefangen hab, haben wir uns auf der Bühne über amerikanische Fernsehserien unterhalten. Da ging‘s auch um bezaubernde Jeannie und ihren Mann, und da haben wir alle überlegt, wie der hieß. Ich dachte, der hieß Major Healey, aber das war falsch. Wie sich später herausstellte, war das Major Nelson. Der Wolfgang (Niedecken, Anm. d. Red.) hat dann bei der Bandvorstellung ein paar mal aus Quatsch gesagt: „Und an der Gitarre Major Heuser.“ Und die Leute haben dann gedacht, ich heiße so. So bin ich an dem Namen hängen geblieben.

Am Sonnabend spielen Sie in Stemwede. Waren Sie eigentlich schon mal in dieser Region oder ist das Neuland für Sie?

Heuser: In der Region waren wir natürlich schon, aber ich müsste lügen, wenn ich genau gewusst hätte, wo Stemwede liegt. Wir wissen‘s aber inzwischen.

Also werden Sie am Wochenende Ihren Weg nach Stemwede finden?

Heuser: Auf jeden Fall. Wir sind gut vorbereitet.

Worauf dürfen sich die Besucher im Life House freuen?

Heuser: Darauf, dass sie eine sehr spielfreudige Band sehen werden, bei der der Blick auf handgemachte Musik sehr deutlich zum Vorschein kommt. Das ist heute ja nicht mehr so üblich. Wenn ich manche Konzerte in Köln sehe, da weiß ich ja gar nicht mehr, was vom Band kommt und was wirklich live gespielt ist. Bei uns ist das alles noch pure Musik und pure Freude.

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