Viel Arbeit für Versicherungen und Schaden-Zentren

„Hagelschäden ohne Ende“ an Autos und Gebäuden

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Die Hagelkörner, die bei dem Unwetter am 25. Juni herunterkamen, haben für reichlich Schäden und damit für viel Arbeit für die Versicherungsvertreter in Stemwede und Rahden gesorgt.

Stemwede/Rahden - Von Anika Bokelmann. Auf die Hitze folgten am Wochenende vor knapp 14 Tagen Unwetter und nach Gewitter und starken Regenfällen kommen nach den Aufräumarbeiten die Schäden und finanziellen Auswirkungen ans Licht. Zahlreiche Autos haben Beulen und Lackschäden von den zum Teil tischtennisball-großen Hagelkörnern. In Unternehmen und Privathaushalten in Stemwede und Rahden hat Regenwasser Spuren hinterlassen und Versicherungsvertreter haben viel zu tun. Jetzt haben in Rahden und in Levern Sachverständige in Hagel-Schaden-Zentren die Arbeit aufgenommen.

Diese wurden kurzfristig eingerichtet und die Mitarbeiter werden einige Wochen für die Begutachtung und Regulierung der Hagelschäden an den Autos tätig sein. In Rahden ist das mobile Zentrum an der Weher Straße 130 (ehemals Glasbau Schwidop) untergebracht. „Gut drei Wochen werden die Sachverständigen sicherlich dort beschäftigt sein“, meint Horst Schwarze. Der Tonnenheider Versicherungsvertreter der LVM spricht von 1 500 Kunden mit Fahrzeugschäden im Rahdener Einzugsbereich.

„Allein in meinem Büro sind 700 Schadensmeldungen eingeganen“, so Schwarze. Der Großteil betreffe Autos, die den heftigen Hagelschauern ausgesetzt waren. Über die LVM-Hauptzentrale in Münster erhalten die Betroffenen einen Termin und können vor Ort ihren Wagen von Sachverständigen der Automobilbranche begutachten lassen. „Nach der Bewertung haben die Kunden verschiedene Möglichkeiten“, erläutert Schwarze. Es gibt drei Optionen, wenn die Bewertung den Hagelschaden bestätigt: Entweder ziehen Arbeiter vor Ort die Beulen aus der Karosserie oder es wird ein Gutachten ausgestellt, mit dem der Kunde zu einer anderen Werkstatt gehen kann. Alternativ wird eine fiktive Abrechnung ausgegeben, sagt Schwarze: „Dabei gibt es anstatt der Reperatur einen Scheck über die Schadenssumme.“ Dies sei bei älteren Automodellen sinnvoll, so der LVM-Mitarbeiter.

Hagelschäden sind über die Teilkasko-Versicherung abgedeckt, informiert Schwarze über die allgemeinen Rahmenbedingungen, die Versicherungsnehmer nach dem Unwetter wie vor knapp zwei Wochen interessieren. Auch bei Uwe Wankelmann stapeln sich die Dokumente. In dem Allianz-Büro in Wehdem dreht sich Aussagen Wankelmanns zufolge alles um Autos: „Wir haben Hagelschäden ohne Ende“, so der Versicherungsvertreter. Er spricht von 130 Meldungen – hauptsächlich seien Levern und Rahden betroffen, so Wankelmann. Für die Allianz-Versicherten wurde eine Sammelstelle eingerichtet, die sich mit den Gutachten beschäftigt, erklärt er.

Viel Arbeit gibt es für die Versicherungen auch bei den Gebäudeschäden. Von den 700 Fällen in Schwarzes Büro sind ihm zufolge 250 Gebäudeschäden. „Da sind Glasfenster kaputt gegangen oder Überdachungen beschädigt“, zählt er auf. Auch die Stadtverwaltung in Rahden hat das Unwetter nicht verschont. So ist den Angaben von Bauamtsleiter Dieter Drunagel zufolge der Rathauskeller mit Wasser vollgelaufen. An der Stadtsporthalle sowie am Feuerwehrgerätehaus am Südring hat der Hagel Lichtkuppeln beschädigt. Diverse Solaranlagen gingen durch die Einschläge kaputt. Bürgermeister Dr. Bert Honsel schätzt die Schadenssumme der insgesamt 70 Einsätze, die die Freiwillige Feuerwehr Rahden in Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen aus Stemwede an besagtem Wochenende bewältigen musste, im siebenstelligen Bereich.

Elementarversicherung für geflutete Keller

Sind Häuser durch ein Unwetter beschädigt, müssen Versicherungsvertreter genau hinsehen, betont Horst Schwarze. „Allgemeine Gebäudeschäden sind in der Grunddeckung. Wenn Wasser im Keller ist, dann ist eine Elementarversicherung nötig“, so Schwarze. Diese Extra-Police käme selten vor – „wo das Risiko für eine solche Situation bekannt ist, wird das extra abgeschlossen“. Für kaputte Terassenmöbel oder Ähnliches ist ferner die Hausratversicherung zuständig.

In Levern befindet sich das Hagel-Schaden-Zentrum im Autohaus Weitkamp an der Schröttinghauser Straße. Dort werden ab Ende dieser Woche Begutachtungen für Privatkunden vorgenommen, sagt ein Mitarbeiter auf Nachfrage. Zunächst kümmern sich die Sachverständigen um die Fahrzeuge des Autohauses, das „in größerem Ausmaß von dem Unwetter heimgesucht wurde“. „Viele unserer Fahrzeuge sind durch Hagelschlag beschädigt“, heißt es auf der Internetseite des Mercedes-Partners und der Mitarbeiter erläutert, dass die Wagen auf dem Außengelände dem Unwetter ausgesetzt waren.

Bei der Schadensregulierung in den Zentren spielt die Marke des Wagens übrigens keine Rolle. Informationen zu den Hagel-Schaden-Zentren und den Bedingungen erhalten Interessierte bei ihrem Versicherungsvertreter oder direkt beim Autohaus unter Telefon 05745/921113.

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