„Grammophon und Schellack“ zeigen musikalisches und komödiantisches Talent

Musikalische Eroberungsstrategien

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„Grammophon und Schellak“ überzeugten mit musikalischem und komödiantischem Talent.

Wehdem - Von Heidrun Mühlke. Mit herrlichen Evergreens und einer gehörigen Portion Charme, Eleganz und Wortwitz entführte die vierköpfige Besetzung von „Grammophon und Schellack“ in die viel zitierte Zeit der goldenen 20er- und 30er-Jahre. Stilvoll in Gehrock und Zylinder nahm sie das Publikum mit auf eine Reise in die Zeit der Salonorchester.

Auf Einladung des Stemweder Kulturrings machten die vier Herren gleich zu Beginn deutlich, dass die Zuschauer ein abenteuerlicher musikalischer Abend erwarte. „Ein bisschen Leichtsinn kann nicht schaden“, so Sänger Stan Hemken. Stephan Werner am Kontrabass, Klaus Heuermann an der Violine und Jano Blase am „Pressluftklavier“, auch Akkordeon genannt, ergänzten die fröhliche Runde des Salonorchesters.

Ganz Gentlemen, ließen sie es sich nicht nehmen, den einen oder anderen weiblichen Gast per Handkuss zu begrüßen. Sowieso widmeten sich die Musiker nur allzu gerne der Damenwelt. „Ich brech‘ die Herzen der stolzesten Frau‘n“, bekannte Hemken und forderte alle Herren auf, gut aufzupassen. „Ich zeige ihnen, wie man die Damen um den Finger wickelt.“

Neben seinen musikalischen Qualitäten bewies das Quartett mindestens genauso viel schauspielerisches Talent im Versuch, die Damenherzen zu erobern. „Was macht der Mann da auf der Veranda?“ oder „Was machst du mit dem Knie lieber Hans?“ waren nur einige der Fragen, die es in der Erstürmungsstrategie musikalisch zu beantworten galt.

Bezauberte Gesichter, strahlender Glanz in den Augen des etwa 70-köpfigen Publikums, das in alten Zeiten schwelgte und den stattlichen Frauenverstehern nur zu gerne zuhörte. „Herrlich. Diese alten Schlager sind einfach nicht totzukriegen“, schwärmte Inge Langkabel in der Pause. Sie war gemeinsam mit Erwin Restemeyer aus Dielingen zum außergewöhnlichen Konzertabend gekommen, und beide hatten richtig viel Spaß dabei.

Der gastgebende Stemweder Kulturring hatte einmal mehr gezeigt, dass er ein glückliches Händchen bei der Wahl seiner Künstler hat. Auch wenn die Wehdemer Begegnungsstätte durchaus den einen oder anderen Gast mehr hätte vertragen können, war das Gros der Besucher aus dem weiteren Umland angereist. Sie kamen aus Warmsen, Bad Essen, Lemförde oder Hüde, aber natürlich auch aus Stemwede, um sich den grandiosen Abend nicht entgehen zu lassen.

Klar, dass das Quartett, das stets den Schalk im Nacken hatte, nicht ohne Zugabe von der Bühne entlassen wurde. Mit tosendem Beifall feierte das Publikum die Musiker und konnte die abschließende Frage „Waren Sie schon einmal verliebt?“ klar mit einem „Ja“ beantworten: auf jeden Fall in die Klangkünstler von „Grammophon und Schellack“.

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