Gesamtschulplanung schreitet voran

Erste Version des Vertrages erarbeitet

+
Die Planungen für eine Gesamtschule in Rahden schreiten voran. Der erste Entwurf eines Vertrages mit der INI wurde in dieser Woche erwarbeitet.

Stemwede - Von Melanie Russ. Der erste Entwurf steht. Nachdem der Stemweder Rat kurz vor den Sommerferien mit großer Mehrheit beschlossen hatte, die Planungen für eine Gesamtschule in privater Trägerschaft weiter voranzutreiben, haben Verwaltung und der künftige Träger, die Initiative für Jugendhilfe, Bildung und Arbeit (INI), in dieser Woche eine erste Version des Vertrags erarbeitet.

Zu Details äußerte sich Schulamtsleiter Jörg Bartel auf Nachfrage noch nicht, es sei aber all das berücksichtigt worden, was im Ratsbeschluss festgehalten ist. Dazu gehört unter anderem die garantierte Aufnahme aller aufnahmewilligen Stemweder Grundschüler, die Beteiligung der Eltern an der Gestaltung des Schulkonzepts und die Verpflichtung der Gemeinde als Eigentümer des Gebäudes, dieses stufenweise gemäß den Anforderungen der Gesamtschule umzubauen.

Ebenfalls formuliert ist der Wunsch der Gemeinde Stemwede, eine beratende Funktion einzunehmen – schließlich ist sie nicht unerheblich an der Finanzierung der Schule beteiligt. Die Sachdarstellung zum Ratsbeschluss ist etwas offensiver formuliert: „Es wird daher empfohlen, die rechtlich zulässigen Möglichkeiten der Beteiligung auszuschöpfen.“

Kein Einfluss auf

Ersatzschule

Die hat das Land NRW allerdings eng gesteckt. In Paragraph 100 heißt es: „Der Genehmigung als Ersatzschule steht ferner entgegen, wenn der Träger einer öffentlichen Schule auf die Ersatzschule oder ihren Träger einen bestimmenden Einfluss ausüben kann.“ So soll sichergestellt werden, dass die gesetzliche Trennung zwischen öffentlichen Schulen und Schulen in freier Trägerschaft nicht umgangen wird.

Für die Beziehung zwischen INI und Stemweder Verwaltung hat diese neue Regelung des Schulgesetzes, die zum 1. August dieses Jahres in Kraft tritt, laut Bartel keine Auswirkungen. „Im Vorfeld war schon klar, dass wir keinen faktischen Einfluss haben werden.“ Vielmehr gehe es darum, über richtungsweisende Entscheidungen miteinander zu sprechen. Das letzte Wort hat immer die INI. „Die Gesamtschule ist auf eine langfristige Zusammenarbeit ausgerichtet. Es ist in beidseitigem Interesse, sich auszutauschen“, ist Bartel von einer fruchtbaren Kooperation überzeugt.

In Kürze Gespräche

mit Grundschullehrern

In wenigen Wochen soll der endgültige Vertrag stehen, um die Genehmigung der Gesamtschule bei der Bezirksregierung in Detmold beantragen zu können. Auch die Entwicklung des pädagogischen Konzepts soll zeitnah beginnen. Dazu sollen sich in den nächsten Wochen zunächst Vertreter der INI und der Stemweder Grundschulen zusammensetzen. Wenn in einem guten halben Jahr das Anmeldeverfahren für das Schuljahr 2016/17 beginnt, soll alles in trockenen Tüchern sein.

Bartel räumt mit etwas Abstand zu den turbulenten zwei Wochen nach der Vorstellung der Pläne ein, dass ein paar Dinge vielleicht nicht gut kommuniziert und darum von den Betroffenen falsch verstanden wurden, in der Sache aber „hätten wir nicht anders vorgehen können“.

Ein großes Lob spricht er den Ratsmitgliedern aus – auch denen, die nicht für die Gesamtschule gestimmt oder im Vorfeld harsche Kritik an der Verwaltung geübt hatten. Der Rat und zuvor der Fachausschuss hätten sehr sachlich und ohne persönliche Anfeindungen diskutiert, auch die zahlreichen Zuhörer der Ausschusssitzung hätten Fragen und Kritik sachlich geäußert. Bartel: „Das fand ich ganz toll. Das ist richtige Demokratie.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Unwetterwochenende in Deutschland

Unwetterwochenende in Deutschland

Party auf dem Deichbrand am Samstag

Party auf dem Deichbrand am Samstag

Marillion in Bremen

Marillion in Bremen

Thundercat-Rennen in Bremen

Thundercat-Rennen in Bremen

Kommentare