Gesamtschule sollte laut Rybak gemeinsam diskutiert werden

„Könnte harmonischer sein“

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Wie wird es mit der Stemweder-Berg-Schule weitergehen?

Wehdem - Die Gemeinde Stemwede möchte keinen Rechtsstreit. Das betont Bürgermeister Gerd Rybak mit Blick auf die von der Bezirksregierung geforderte Beanstandung des Ratsbeschlusses zur Gesamtschule.

Daher hat die Gemeinde ein weiteres Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, um Fragen auf neutrale Sicht zu klären. Bis dahin werden seitens der Gemeinde keine rechtlichen Verpflichtungen eingegangen oder weitere Schritte unternommen, heißt es in einer Mitteilung der Verwaltung.

Die Bezirksregierung räumt dieser eine Frist ein, um einen Bericht mit der von der Behörde abweichenden Auffassung zu Schülerzahlen und Details zur Schule zu verfassen. „Wir wollen auf keinen Fall gegen geltendes Recht verstoßen und keine kommunalverfassungsrechtliche Auseinandersetzung“, sagt Rybak. „Die Bezirksregierung bittet mich lediglich, den Ratsbeschluss zu beanstanden“, erläutert er das Schreiben aus Detmold. Zuständig für die Beanstandung eines Ratsbeschlusses sei letztlich der Kreis Minden-Lübbecke.

Nach wie vor hält Rybak die Gesamtschule als wichtigen Schritt für das weiterführende Schulangebot. „Wir müssen vorausschauend agieren“, lautet sein Credo. Denn wenn die Schülerzahlen erstmal unterschritten seien, blieben nur noch eine „Teilstandortlösung oder eine Zwangsheirat mit einer Schule aus den Nachbarkommunen“. Das könne nicht das Ziel sein, sagt Rybak.

Die Stimmung in den Fraktionen sei unverändert, so der Bürgermeister auf Nachfrage: Die Mehrheit habe sich in der Ratssitzung für die Gesamtschule-Pläne ausgesprochen und halte daran fest. „Der Schulterschluss aller Fraktionen hat deutlich gemacht, dass die Gemeinde alle Chancen zum Erhalt eines weiterführenden Schulangebotes nutzen wird“, unterstreicht Rybak. Eine Gesamtschule ist nicht an Mindestschülerzahlen gebunden und bietet „eine Schulform, die landesweit bei Eltern und Kindern die höchste Akzeptanz genießt“, heißt es in der Mitteilung weiter. „Insbesondere bei den Eltern der Grundschüler spüre ich wachsendes Interesse“, sagt Rybak. Von den Eltern der Schüler, die derzeit die Sekundarschule in Wehdem besuchen, bestehe aber weiterhin Skepsis, verschweigt Rybak auch andere Meinungen zu den Veränderungen der Stemweder Schullandschaft nicht. „Es besteht aber kein Anlass zur Sorge“, so der Bürgermeister.

Er ist allerdings enttäuscht, dass die Schulpflegschaft zu Veranstaltungen einlade und dabei die Verwaltung außen vor lasse. „Wenn wir gemeinsam nach Lösungen suchen wollen, müssen wir auch gemeinsam diskutieren“, macht Rybak seinen Standpunkt deutlich.

Mit dem Träger der Gesamtschule, der Ini in Lippstadt, steht die Verwaltung hingegen im Kontakt. Das bestätigt Ini-Geschäftsführer Thomas Assmann. Er will in vier Wochen den Antrag an die Bezirksregierung rausschicken, um die Genehmigung für eine Privatschule zu bekommen. „Wir hoffen, dass bis dahin alle Fragen geklärt sind“, so Assmann, der zugibt, dass „es harmonischer sein könnte“. Doch bei den Rechtsunsicherheiten und der Kritik sei die Initiative außen vor.

„Wer A sagt, muss auch B sagen“, erklärt Assmann, dass die Ini nach wie vor an den Plänen mit der Gemeinde Stemwede festhält.

abo

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