Gesamtschule: Bürgermeister Abruszat und INI-Vorstand unterzeichnen Verträge

Nur ein Schritt fehlt noch

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Zweite INI-Vorsitzende Sonja Böhmer (sitzend v.l.), Bürgermeister Kai Abruszat und INI-Vorsitzender Andreas Knapp unterzeichneten gestern unter den Augen von (hinten v.l.) Schulamtsleiter Jörg Bartel, INI-Geschäftsfeldleiter Thomas Assmann und dem designierten Gesamtschulleiter Volker Esch-Alsen die Verträge.

Stemwede - Der vorletzte wichtige Schritt zur Gründung einer privaten Gesamtschule in Stemwede ist getan. Bürgermeister Kai Abruszat und die Vorsitzenden des Trägervereins INI haben gestern den Mietoptionsvertrag und den Vertrag auf Gegenseitigkeit über den Betrieb einer Gesamtschule als Ersatzschule und die Nutzung des Schulgebäudes Stemweder-Berg-Schule unterzeichnet. Die Unterlagen werden nun umgehend der Bezirksregierung Detmold zur Prüfung übersandt.

Somit fehlt für das Genehmigungsverfahren nur noch der Nachweis ausreichender Lehrkräfte. Auch hier ist die INI dran. Die Stellen wurden bereits ausgeschrieben, die Arbeitsverträge sollen im Januar unterschrieben werden. Anders als noch vor einem Jahr sei es inzwischen nicht mehr ganz einfach, Lehrkräfte zu finden, berichtete der designierte Schulleiter Volker Esch-Alsen. „Der Wind ist härter geworden.“ Aufgrund steigender Flüchtlingszahlen habe auch das Land einen höheren Bedarf an Lehrern. „Wir müssen uns eventuell noch etwas einfallen lassen, um unsere Schule attraktiver zu machen.“ Wie man Interessenten die Lehrerstellen versüßen könnte, sagte Esch-Alsen nicht.

Ein Problem sei, dass man in der Anfangsphase auch einige Lehrer brauche, die in Teilzeit unterrichten. Diese Stellen könne man vielleicht mit der Zusage attraktiver machen, sie auf lange Sicht in eine Vollzeitstelle umzuwandeln, ergänzte INI-Vorsitzender Andreas Knapp. Das müsse im Einzelfall geklärt werden.

Esch-Alsen erinnerte daran, dass die Genehmigung einer privaten Gesamtschule kein Gnadenakt der Bezirksregierung ist, dass die Behörde vielmehr zur Zulassung verpflichtet ist, wenn die INI alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Zu Not müsse man in dieser Frage noch etwas Druck aufbauen, so Esch-Alsen.

Kai Abruszat hält davon nicht viel. „Ich kenne die Bezirksregierung als gut arbeitende Behörde“, zeigte er sich überzeugt davon, dass in Detmold gewissenhaft und fair geprüft wird. Aber auch der Bürgermeister wünscht sich eine schnelle Entscheidung.

Abruszat ist von dem Konzept Gesamtschule überzeugt und sieht sich darin durch viele Gespräche bestätigt, in denen er fast nur Positives über das Vorhaben gehört habe. Eine langfristig gesicherte weiterführende Schule ist aus seiner Sicht geradezu lebenswichtig für Stemwede. Sie steigere die Attraktivität und sei ein wesentliches Steuerungselement der Gemeindeentwicklung, so Abruszat, der keinen Hehl daraus macht, mit dem Alleinstellungsmerkmal Gesamtschule auch in den umliegenden Kommunen „fischen“ zu wollen. „Bei aller Freundschaft stehen wir auch in Konkurrenz zu unseren Nachbarkommunen.“ Sein Blick schweift ausdrücklich auch in die niedersächsische Nachbarschaft.

Letztendlich steht für Abruszat aber der Elternwille über allem. Die Eltern können frei entscheiden, an welcher Schule sie ihr Kind anmelden. Informationen werden sie in den kommenden Wochen reichlich bekommen. Nicht nur die Sekundarschule wird über ihr Angebot informieren, auch die INI hat angekündigt, im nächsten Jahr ein kleines Büro in Stemwede zu eröffnen, in dem sich Eltern an zwei Tagen in der Woche informieren können. Außerdem sind Infoabende an allen Grundschulen geplant, um auch bei den Eltern das Vertrauen zu bekommen, dass der Rat der INI mit seinem überwältigenden Votum (eine Gegenstimme, drei Enthaltungen) bereits entgegengebracht hat. Thomas Assmann, Leiter des Geschäftsbereichs Bildung der INI, ist angesichts dieser Unterstützung froh und dankbar und versteht sie als Ansporn weiterzumachen.

Stellenausschreibung

korrekt verfasst

Nach Prüfung des Sachverhalts wies Bürgermeister Kai Abruszat gestern darauf hin, dass die auf der Internetseite der Gemeindeverwaltung veröffentlichte Stellenanzeige der INI auch inhaltlich korrekt ist. Gaby Knoll hatte das in der Ratssitzung am Mittwochabend bezweifelt. In der Stellenanzeige heißt es in Berufung auf das NRW-Schulgesetz, dass Lehrer ihren Beamtenstatus bis zu fünf Jahre ruhen lassen können. Dessen ungeachtet kann eine Schulbehörde eine kürze Beurlaubung gewähren. Die Bezirksregierung Detmold hatte erklärt, verbeamtete Lehrer in der Regel nicht länger als sechs Monate zu beurlauben.

mer

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