DB Netz AG will später für Bahnbrücke zahlen

Gemeinde Stemwede soll 572. 000 Euro vorstrecken

Die Drohner Bahnbrücke „Im Ort“ soll in Kürze durch einen Neubau ersetzt werden, die DB Netz AG will aber erst in einigen Jahren zahlen. Die Gemeinde soll das Geld nun vorstrecken.  - Foto: Russ

Drohne - Die auf hohem Niveau stabile Konjunktur spült unerwartet mehr Geld in die Stemweder Gemeindekasse. Die zusätzliche Finanzspritze kann die Kommune sehr gut gebrauchen, denn neben den ohnehin schon geplanten Investitionen wird sie vermutlich zusätzliche 572 .000 Euro für den Neubau der Drohner Bahnbrücke „Im Ort“ vorschießen müssen. Einen entsprechenden Vorschlag will Bürgermeister Kai Abruszat dem Rat nach den Sommerferien unterbreiten.

Wie berichtet, hatte die DB Netz AG der Gemeinde Ende Juni mitgeteilt, dass sie ihren Anteil an den insgesamt rund 1,25 Millionen Euro Baukosten nicht vor 2020 zahlen will. Abruszat hatte daraufhin die hiesigen Bundestagsabgeordneten Achim Post (SPD) und Steffen Kampeter (CDU, Mandat inzwischen niedergelegt) eingeschaltet – ohne Erfolg. Werner Lübberink, DB-Konzernbevollmächtigter in Nordrhein-Westfalen, habe Post schriftlich mitgeteilt, dass die Drohner Maßnahme im Rahmen der „regelmäßigen Repriorisierung der Investitionsmittel“ zugunsten dringenderer Maßnahmen zurückgestellt wurde, so Abruszat.

Der Stemweder Bürgermeister zeigt sich verwundert darüber, dass die Deutsche Bahn angesichts historisch niedriger Zinsen nicht in der Lage ist, ihren Anteil am Drohner Brückenbau zu finanzieren. Anfang Juli hatte er noch klargestellt, dass eine Vorfinanzierung durch die Gemeinde Stemwede keine taugliche Lösung ist. Da die DB Netz AG aber nicht einlenkt, wäre die einzige Alternative eine Verschiebung – und damit verbundene Verteuerung – des Brückenbaus um mehrere Jahre. Das will Abruszat auf keinen Fall. Bleibt die Vorfinanzierung. „Es nützt nichts, sich über das Verhalten der Deutschen Bahn zu ärgern. Wir brauchen pragmatische Lösungen“, so der Verwaltungschef.

Spätestens nach den Sommerferien will die Verwaltung mit der DB Netz AG über die noch ausstehende Eisenbahnkreuzungsvereinbarung sprechen, die die Pflichten beider Parteien regelt. Wegen der Finanzierungsfrage stand die Unterschrift seitens der DB Netz AG bislang noch aus. Abruszat hofft nun auf eine schnelle Einigung, damit die Baumaßnahme wie geplant umgesetzt werden kann. Seitens der Verwaltung sind laut Bürgermeister alle Vorbereitungen getroffen, der Förderbescheid über eine Summe von 360 000 Euro liegt vor, die Ergebnisse der Ausschreibungen werden in Kürze erwartet.

Der Beginn der Abrissarbeiten ist für Ende 2016 geplant, Ende nächsten Jahres soll die neue Brücke fertiggestellt sein. J mer

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