Gemeinde Stemwede richtet Seniorenarbeit mit „Zwar“-Netzwerk neu aus

Selbstbestimmt bis ins Alter

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Ute Schünemann-Flake erklärte das Ziel von „Zwar“.

Stemwede - Über die Frage, wie Menschen miteinander alt werden möchten, machen sich die Akteure des „Zwar“-Netzwerkes Gedanken. Bei dem Projekt gehen Berater gezielt auf Menschen ab 55 Jahren zu und zeigen ihnen, wie sie eine Solidargemeinschaft mit wechselseitiger Unterstützung gründen können.

„‚Zwar‘ steht für ‚zwischen Arbeit und Ruhestand‘“, erläuterte Ute Schünemann-Flake von der „Zwar“-Zentralstelle im Ausschuss für Bildung, Generationen, Sport und Kultur am Mittwoch im Life House. Dort entschieden sich die Fraktionen einstimmig dafür, die Seniorenarbeit in Stemwede mit einem solchen Netzwerk neu aufzustellen.

Das Projekt im Auftrag des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW besteht seit 1984 und bietet Beratungen und Qualifizierungen zum Aufbau von sozialen Netzwerken. Landesweit gibt es rund 150 Netzwerke, das dichteste für Stemwede ist in Bielefeld.

„Wir werden hier nichts satellitenmäßig einsetzen“, versicherte Schünemann-Flake. Vielmehr soll eine Kooperation mit bestehenden Gruppen und Vereinen entstehen – und keine Konkurrenzsituation. Mit dem Netzwerk wolle man insbesondere Menschen erreichen, die bislang von Vereinsarbeit nicht angesprochen werden. Keine Mitgliedsbeiträge, viel Selbstbestimmung und unverbindliche Treffen – das zeichne ein Netzwerk aus, in dem diverse neue Kontakte entstehen könnten. Dabei seien die Schwerpunkte völlig offen und von Kultur über Reisen bis zu Gesundheitsthemen alles möglich, so die Diplom-Pädagogin. „Wir wollen eine selbstständige Lebensführung im Quartier bis ins hohe Alter“, verwies sie auf die „Zwar“-Ziele.

Mit dem Netzwerk soll mehr Transparenz über die bestehenden Aktivitäten geschaffen werden, erläuterte Schünemann-Flake. Zudem ständen die persönlichen Kontakte im Vordergrund, erwiderte sie auf die Sorge von Jörg Bartel, dass das „sehr gut funktionierende Vereinswesen“ unter dem Netzwerk leiden könnte.

Zur Zielgruppe sagte Ute Schünemann-Flake: „Es geht darum, rechtzeitig Kontakte für später aufzubauen.“ Denn Personen ab 55 Jahren sähen sich selbst nicht als alt an, bemerkte Michael Baude (CDU).

Mit dem einstimmigen Votum gaben die Ausschussmitglieder den Startschuss für das Projekt. Als erstes wird eine Kooperationsvereinbarung zwischen der „Zwar“-Zentralstelle und den Partnern geschlossen. Zum weiteren Plan erläuterte Schünemann-Flake: „Es wird eine große Infoveranstaltung zum Start geben, zu der alle Personen aus der Zielgruppe eine persönliche Einladung des Bürgermeister erhalten.“ Denn die Verwaltungschefs würden jeweils die Schirmherrschaft über das Netzwerk übernehmen, so die Beraterin. Später bieten die Akteure Fortbildungen für die Netzwerkbegleiter vor Ort sowie einen Austausch mit weiteren Netzwerk-Gruppen an.

Der Gemeinde entstehen mit der Etablierung einer solchen Gruppierung keine Kosten, machte Schünemann-Flake deutlich: „Das Netzwerk finanziert sich selbst.“ Als Ressourcen seien lediglich eine hauptamtliche Begleitung mit einem Aufwand von drei Stunden pro Woche für maximal ein Jahr sowie die Räume für die Treffen erforderlich.

„Da steckt viel drin“, kommentierte Ausschussvorsitzender Jürgen Gläscher die Ausführungen zum „Zwar“-Netzwerk, das laut der Referentin vielfache Synergieeffekte mit sich bringe und die Vielfalt der Ortsteile fördere.

abo

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