Gemeinde erhebt einheitliche Gebühren für die sieben kommunalen Friedhöfe

Sargbestattung wird teurer

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Die Gemeinde unterhält sieben kommunale Friedhöfe, darunter den in Arrenkamp.

Stemwede - Die Gemeinde Stemwede unterhält sieben Friedhöfe – in Arrenkamp, Dielingen, Drohne, Haldem, Oppendorf, Twiehausen und Wehdem. Für die Gräber sowie die Nutzung der Leichenhallen und Kapellen müssen die Bürger entsprechende Gebühren zahlen, die jährlich neu berechnet werden. Eine erste Kalkulation für die künftigen Kosten hat Oliver Gerdts von dem Beratungsunternehmen Comuna nun in der Sitzung des Bauausschusses vorgestellt.

Dem Rechenbeispiel, das als Grundlage für die weitere Kalkulation der Friedhofsgebühr dienen soll, zufolge fallen für eine Sarg-Grabstelle demnächst Kosten von 833,90 Euro an. Bislang zahlten die Stemweder dafür 930 Euro. Für die Bestattung selbst sieht Gerdts rund 1195 Euro vor (bislang 870 Euro). Darin sind allein für die Kapellennutzung 355 Euro vorgesehen. Teile man die allgemeinen Deckungskosten auf die Fallzahlen auf und addiere die Gebühren für die Leichenhalle (149,70 Euro), die Bestattungsgebühr (663 Euro) und die allgemeine Grabausstattung (28,20 Euro) hinzu, ergebe sich der entsprechende Wert.

Bei einer Urne ist die Veränderung geringer: Die Kosten für die Grabstelle fallen von bislang 465 Euro auf 462 Euro. Das liegt laut Gerdts daran, dass die Satzung der Gemeinde mit seinen Berechnungen weitestgehend übereinstimme.

Friedhöfe haben

Erholungscharakter

Der Beratungsunternehmer betonte, dass der Gebührensatz auf jeden Fall kostendeckend sein müsse, da die Gemeinde sonst draufzahlen müsse. Als Kosten führte Gerdts Entgelte für Friedhofsleistungen sowie Abschreibungen und Zinsen an. Entscheidend für die Gebühren seien neben den Fallzahlen wie der Anzahl der Gräber und Dauer der Leichenhallen-Nutzung auch die Kosten für Wasser und Abwasser sowie weitere Abfallkosten der Gemeinde – daraus würden sich auch Veränderungen ergeben.

In der Berechnung hatte der Experte die Kosten für die Pflege besonderer Grabmäler sowie für den Erhalt der Rasenflächen und Wege, die laut Gerdts für den Erholungscharakter dienen, ausgegrenzt. „Wir ziehen an dieser Stelle 15 Prozent von der Gebührenpflicht ab“, so Gerdts. Denn die Nutzer müssten nur für das zahlen, wofür sie auch eine Gegenleistung erhalten.

Ein weiterer Aspekt war das Thema demografischer Wandel, der sich auch in der Stemweder Bestattungskultur widerspiegelt. „Früher gab es die klassische Sargbestattung“, erinnerte Gerdts. Heute würden Urnengräber an Bedeutung gewinnen. „Dabei fragen die Angehörigen häufig nach pflegeleichten Gräbern“, so der Comuna-Mitarbeiter. Daher sei die Anzahl der Reihen- und Familiengräber gesunken. Auch das müsse in der Kalkulation berücksichtigt werden.

Dass die Gemeinde für anonyme Grabstellen mehr Kosten aufwende, machte Manfred Südmeyer deutlich. Er ist bei der Verwaltung für das Friedhofswesen zuständig und erklärte, dass die Rasenpflege vom Bauhof übernommen werde. Um Kosten an anderer Stelle zu sparen, schlug Emma Hoyer als sachkundige Bürgerin vor, Hecken zu entfernen. „Das spart Zeit und Kosten.“ Da die Begrünung „gestalterische Gründe“ hätte, sei der Vorschlag nicht zielführend, erwiderte Südmeyer. Zudem sei für die Gestaltung ein Arbeitskreis zuständig.

Warum es keine individuellen Kosten für jeden Friedhof gebe, wollte Paul Lahrmann (SPD) wissen. „Das ist nicht verwaltungspraktikabel“, erklärte Südmeyer. Eine Trennung sehe die Friedhofssatzung nicht vor, die Gemeinde erhebe einheitliche Gebühren.

„Am Ende der Kalkulationsperiode müssen wir abrechnen, ob die Sätze so sinnvoll gewählt sind“, schloss Gerdts. Die Ergebnisse sollen in den Fraktionen beraten werden, bevor sie erneut auf eine Tagesordnung gesetzt werden. Dies könnte am 25. November im Haupt- und Finanzausschuss der Fall sein – sofern der Vorschlag dann beratungsfähig ist. Ansonsten könnte der Rat am 16. Dezember entscheiden.

abo

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