Wilhelm Levermann feiert 95. Geburtstag

„Frieden – das ist für mich das Größte“

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Wilhelm Levermann wurde am 30. Juli 1921 in Destel geboren. Seitdem hat er viel erlebt. - 

Destel - Wilhelm Levermann aus Destel feiert am Sonnabend seinen 95. Geburtstag. Dass er so alt werden würde, hat er selbst nie geglaubt. Er überstand den Krieg ebenso wie Krankheiten – und hat dabei oft, so sagt er, Glück gehabt.

Levermann wurde am 30. Juli 1921 geboren. Er wuchs in Destel auf, besuchte die Volksschule und das heutige Wittenkind-Gymnasium in Lübbecke. „Und dann, dann begann der Krieg“, erzählt er.

Der damals 18-Jährige wurde eingezogen und in Hannover als Fernmelde-Techniker ausgebildet. Die Arbeit machte ihm Spaß – Technik hatte ihn schon immer fasziniert. Er bediente unter anderem komplizierte Sender und wartete Funkgeräte. Es folgten Aufenthalte in Vechta, Dresden und Ostpreußen.

Als die Front näher kam, wurde Levermann bei einem Flugplatz in der Eifel stationiert. Nach 14 Tagen durchbohrte ein Granatsplitter seinen Rücken. Schwer verletzt kam er in ein Lazarett, erholte sich schließlich in Bayern von der schweren Wunde.

1945, der Krieg war beendet, kehrte Levermann nach Destel zurück. „Nur Glück konnte einen retten“, blickt er auf die Kriegsjahre zurück. Dieses Glück hatte sein Bruder nicht. Er ist gefallen. Der Krieg hat Levermann geprägt. Was ihm am wichtigsten ist? „Frieden“, antwortet er auf diese Frage. „Das ist für mich das Größte.“

Eigentlich wollte Levermann nach dem Krieg nie wieder eine Uniform tragen. Doch nur sechs Wochen nach seiner Rücker wurde er zum Feuerwehrmann bestellt – da war sie wieder, die Uniform. Und es sollte noch lange dauern, bis er sie ablegt und sich aus dem aktiven Dienst zurückzieht: Levermann fand Gefallen an der Feuerwehrarbeit und wurde Löschgruppenführer der örtlichen Wehr. Ein Amt, das mittlerweile sein Sohn Friedhelm Levermann übernommen hat. Wilhelm Levermann ist heute in der Ehrenabteilung.

In Destel führte Levermann nach der Rückkehr aus dem Krieg den elterlichen Hof weiter. Bevor er eingezogen wurde, hatte ihn die Landwirtschaft nicht allzu sehr interessiert. Doch mit der Zeit erleichterten Geräte und Maschinen zunehmend die Arbeit. Und die technischen Geräte begeisterten ihn. „Das waren wiederum meine Freunde“, sagt er. Später arbeitete Levermann zudem beim Desteler Wasserwerk. Dort war er bis zu seinem Ruhestand angestellt.

Ein prägendes Ereignis in Levermanns Leben war eine schwere Lungen-Krankheit. Die Ärzte diagnostizierten Krebs. Doch sie irrten – und als selbst seine Familie schon schwarz gesehen hatten, ging es für Levermann wieder bergauf.

Wilhelm Levermann hat zwei Kinder, Friedhelm und Christa. Eigentlich wären es drei gewesen – doch sein erstes Kind, Irmhild, starb mit nur vier Monaten. Seine Frau Luise hatte der 95-Jährige bei einem Holzschuhball kennengelernt und am 11. Mai 1951 geheiratet. Mittlerweile hat das Paar neben den zwei Kindern auch zwei Enkelkinder und zwei Urenkel. Der jüngste Spross der Familie, Hannah, ist vor genau einem Monat zur Welt gekommen.

Ein bewegtes Leben – auf das die Eheleute gerne bei ihrem täglichen Spaziergang zurückblicken. 

ks

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