Flüchtlingsbetreuung belastet Bauhof, Hausmeister und Betreuer / Neue Stellen

„Wir können nicht mehr“

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Mediengruppe Kreiszeitung

Stemwede - Der Flüchtlingsstrom bringt den Bauhof, Hausmeister und Betreuer in Stemwede an ihre Grenzen. Um sie zu entlasten, will die Gemeinde eine zusätzliche Betreuungskraft und einen Hausmeister einstellen (wir berichteten). Wie sehr das nötig ist, machten Bürgermeister Gerd Rybak und Birgit von Lochow, Fachbereichsleiterin Bau und Planung, in der Ratssitzung am Mittwoch deutlich.

„Wir können einfach nicht mehr“, berichtete von Lochow von den Zuständen am Bauhof, der Flüchtlingen unter anderem bei Umzügen hilft. Der Großteil der Mitarbeiter habe bisher keinen Jahresurlaub genommen. Beschwerden der Bevölkerung über verkommende Grünflächen oder ähnliches mehrten sich zudem, da solche Aufgaben des Bauhofes liegen bleiben würden. Sie hoffe auf einen milden Winter, betonte von Lochow – denn sie wisse nicht, wie der Bauhof sonst die Winterdienste bewältigen soll.

Sebastian Allhorn (Grüne) fragte, ob nicht Asylbewerber beim Bauhof helfen könnten. Rybak erklärte, dass das eine „Gratwanderung“ sei. Zu schnell gerate man in den Bereich des Lohndumpings.

Einen großen Beitrag leisten laut dem Bürgermeister auch die Schulhausmeister. Sie kümmern sich um die Wohnungen für Asylbewerber. „Alle Hausmeister schieben mittlerweile ein Überstundenkontingent vor sich her“, sagte Rybak. Auf Dauer sei das nicht tragbar. Überstunden macht den Ausführungen von Ordnungsamtleiter Werner Bahnemann zufolge momentan auch die soziale Betreuerin Waltraud Holtkamp. Sie arbeite mehr als 40 Stunden pro Woche. Bezahlt werde sie für zwölf.

Die Ratsmitglieder waren sich einig, dass zusätzliches Personal notwendig ist. Diskussionen gab es lediglich über die Art der Anstellung. Jürgen Lückermann (FWG) regte an, Personal über einen Dienstleister einzukaufen, anstatt „auf Biegen und Brechen“ neue Stellen zu schaffen. Rybak entgegnete, dass ein Mitarbeiter einer externen Firma nicht flexibel genug sei. Man könne jedoch über befristete Stellen nachdenken. Dieser Vorschlag stieß im Rat auf Zustimmung.

Am Ende einigten sich die Ratsmitglieder darauf, dass sich die Verwaltung um eine zusätzliche Beraterin und einen Hausmeister kümmern soll. Damit folgten sie dem Antrag von Hermann Gesenhues (Grüne). Wie die Arbeitsverträge der neuen Mitarbeiter aussehen werden, bleibt der Verwaltung überlassen.

Zum Zeitpunkt der Ratssitzung lebten laut Ordnungsamtleiter Werner Bahnemann 171 Flüchtlinge in Stemwede. Um den Schutzsuchenden ein Dach über dem Kopf zu bieten, hat die Gemeinde derzeit 14 Wohnungen angemietet. Weitere werden dringend benötigt. Geplant ist, die Grundschule Westrup, das Obergeschosses der Schule in Twiehausen, die Obergeschosswohnung des Sportheims Oppendorf und die Obergeschosswohnungen im Kindergarten Dielingen für die – zum Teil vorübergehende – Aufnahme von Flüchtlingen herzurichten (wir berichteten). Die für das Jahr 2015 einkalkulierten Mittel für die Flüchtlingsversorgung und -betreuung werden laut Bahnemann voraussichtlich ausreichen. 2016 sieht das dem Ordnungsamtleiter zufolge dann vielleicht schon anders aus.

ks

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