Flegelgruppe zu Gast an Oppenweher Mühle / Alte Handwerkskunst gezeigt

Brotwasser – eine nahrhafte Erfrischung

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Durch Werfen wird das Korn zunächst gereinigt. Egon Lammert (links) und Friedhelm Eilmes zeigten, wie es geht.

Oppenwehe - Harte Knochenarbeit war die Erntezeit, als es noch keine modernen Maschinen gab. Erinnerungen und Geschichten aus genau dieser Zeit brachte die Flegelgruppe des Sielhorster Heimatvereins mit an die Oppenweher Mühle. Zwar zeigte sich das Wetter mit einigen Schauern nicht gerade von seiner besten Seite, um die Spreu vom Korn zu trennen, aber die Sielhorster demonstrierten den Besuchern trotzdem gerne das alte Handwerk.

Schweißtreibend sei die Feldarbeit damals gewesen, erzählt Jan Frerichs, Mitglied der Sielhorster Flegelgruppe. In brütender Hitze wurde das Korn gemäht, gebunden und die Stiegen zum Trocknen aufgestellt. Die Frauen der Feldarbeiter entlohnten die Männer mit Brotwasser.

Brotwasser, sagt Frerichs, sei Wasser, in das trockenes Brot, meistens Schwarzbrot, gekrümelt wurde. „Dazu noch ein Schuss Essig oder Zitrone – schon war eine nahrhafte Erfrischung zubereitet, die direkt auf dem Feld genossen werden konnte.“

Zum Backtag an der Oppenweher Bockwindmühle hatte die Flegelgruppe altes Erntewerkzeug mitgebracht und mit dem Getreide im Schatten der Mühlenflügel aufgebaut, um das Dreschen mit dem historischen Flegel zu zeigen.

Die traditionelle Handwerkskunst mit dem Dreschflegel bestaunten viele interessierte Besucher, unter ihnen Gertrud und Heinz Meyer aus der Nähe von Bramsche. „Da kann ich mich noch dran erinnern“, sagt Meyer. „In den Hocken auf den Feldern haben wir als Kinder gerne Verstecken gespielt. Bis der Bauer schimpfend übers Feld kam“, schwelgt er in Erinnerungen.

Einige historische Pflüge hatten Friedhelm Eilmes und Friedel Beckmann ebenfalls vor der Mühlenkulisse aufgebaut. Sie standen den Besuchern ebenso Rede und Antwort wie die Hobbymüller im Inneren der Bockwindmühle.

Musikalisch rundeten Oppenwehes Mühlenmusikanten den Nachmittag ab und boten in den Regenpausen durchaus die Möglichkeit, ein Tänzchen vor der Remise zu wagen. Im muckelig warmen Kotten gab es frischen Kuchen zum guten Pott Kaffee, und draußen lockte der Duft vor sich hin brutzelnder Bratwürstchen zum Verzehr.

hm

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