24 Atemschutzgeräteträger nehmen an einer Realbrandausbildung teil

Feuerwehrmännern wird im Container ganz schön heiß

Die zwölf Teilnehmer der Freiwilligen Feuerwehr Stemwede absolvierten am Vormittag die Heißausbildung im Brandsimulationscontainer. - Fotos: Fischer

Stemwede - Dichter schwarzer Qualm drang aus einem Container auf dem Gelände der ehemaligen Grundschule in Westrup. Anwohner hatten sich bereits eingefunden und wunderten sich über die starke Rauchentwicklung. Sie konnten aber schnell beruhigt werden, denn es handelte sich nicht um einen Brandeinsatz. Die Feuerwehr Stemwede veranstaltete auf dem früheren Schulhof eine Realbrandausbildung mit einem Brandsimulationscontainer.

Bereits zum vierten Mal wurde den Atemschutzgeräteträgern diese Heißausbildung angeboten. Erstmals fand diese Art der Ausbildung jedoch in Zusammenarbeit mit der Firma Delta Safety & Protection aus Sulingen statt und konnte aufgrund einer mobilen Brandcontainer-Trainingsanlage in Stemwede veranstaltet werden.

Für 22 Feuerwehrmänner aus Stemwede und zwei Kameraden aus Lübbecke wurde es am vergangenen Samstag im wahrsten Sinne des Wortes ganz schön heiß. Nach einer theoretischen Unterweisung standen unter Anleitung von Ausbilder Uwe Rohlfs verschiedene Übungsszenarien auf dem Programm. Jeweils zwölf Kameraden durchliefen vormittags und nachmittags die Simulationsanlage.

Bei zahlreichen Einsätzen müssen die Rettungskräfte unter Atemschutz in Räume vordringen. Dieser Innenangriff ist eine der gefährlichsten Aufgaben der Feuerwehr. Es ist daher für die Blauröcke wichtig, das Verhalten von Feuer und Rauch zu verstehen und den richtigen Umgang mit Rauchgasdurchzündungen zu erlernen. Die feststoffbefeuerte Brandcontaineranlage ermöglicht den Übungsteilnehmern, Einsätze in der realen Innenbrandbekämpfung zu üben und eine realistische Darstellung eines Brandverlaufs in einem Objekt zu vermitteln.

In einem feststoffbefeuerten Brandsimulationscontainer wurden die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Stemwede und Lübbecke praxisnah geschult.

Bei der Wärmegewöhnung konnten sich die Teilnehmer im Container an Temperaturen bis zu 800 Grad gewöhnen und die Rauchgasdurchzündungen bestaunen. Die im separaten Brandraum brennenden Holzpaletten erzeugten die notwendigen Brandgase, die sich dann im Container entzündeten und als Flammen explosionsartig übern den Köpfen der Kameraden ausbreiteten. Nassgeschwitzt kamen die Atemschutzgeräteträger aus der Anlage. „Uns wurde im Container ganz schön heiß. Es ist schon beeindruckend zu erleben, welche Temperaturen bei einem Brand entstehen können und was unsere Schutzkleidung aushalten muss“, beschrieb ein Teilnehmer seine Erfahrungen.

Besonders wichtig war bei den Übungen das richtige und ordentliche Anziehen der Schutzkleidung, da man sich sonst aufgrund der Hitze Verbrennungen zuziehen kann. Alle Teilnehmer mussten ausgebildete Atemschutzgeräteträger mit gültiger arbeitsmedizinischer Untersuchung sein, um sich dieser intensiven und körperlichen Belastung stellen zu können.

Nach der Wärmegewöhnung wurden der Einsatz mit einem Hohlstrahlrohr veranschaulicht und die Türöffnung sowie das korrekte Vorrücken in den Brandraum trainiert. Auch verschiedene Löschtechniken und der effektive Einsatz von Wasser wurden praxisnah dargestellt. In kleineren Gruppen erhielten die Wehrleute dann bei verschiedenen Szenarien Erfahrungen mit Feuer, Hitze und Rauch sowie den damit verbundenen physischen und psychischen Belastungen.

Ziel des Wärmegewöhnungstrainings war es, mit der bei einem Brand entstehenden Hitze umzugehen und sich in Brandräumen sicher fortzubewegen. Zudem sollten die Feuerwehrmänner durch die Heißausbildung lernen, die Grenzen der persönlichen Schutzausrüstung zu erkennen und somit die Gefahren während des Einsatzes einzuschätzen.

Aufgrund der extremen körperlichen Belastungen war vorsorglich das DRK unter Leitung von Uwe Altvater im Einsatz. Die stellvertretenden Leiter der Feuerwehr Stemwede, Dietmar Meier und Matthias Maler waren ebenfalls vor Ort. Der für die Ausbildung der Atemschutzgeräteträger zuständige Uwe Stubbe zog ein positives Fazit. „Die Realbrandausbildung war eine lehrreiche und interessante Erweiterung des Ausbildungstandes der Atemschutzgeräteträger. Es freut mich, dass die Gemeinde Stemwede erneut finanzielle Mittel für die praxisnahe Fortbildung zur Verfügung gestellt hat.“ J tf

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